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Bad Schwartau Modehaus Matzen testet den Late-Shopping-Donnerstag
Lokales Bad Schwartau Modehaus Matzen testet den Late-Shopping-Donnerstag
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18:06 24.07.2019
Modehaus-Chef Lars Matzen und Damenoberbekleidungs-Teamleiterin Katrin Stobbe freuen sich auf viele Kunden am langen Shopping-Donnerstag. Quelle: Doreen Dankert
Bad Schwartau

Mit der millionenteuren Frischzellenkur für die Verkaufsflächen und weiteren Marken sowie modernen Labels beweist Modehaus-Chef Lars Matzen, dass er mit der Zeit geht. Der Erfolg gibt ihm Recht. Aber ist das Late-Shopping, das Lars Matzen kurzerhand für diesen Donnerstag beschlossen hat, nicht eine Kehrtwende zurück zu einer verstaubten Vergangenheit? Bis 20 Uhr werden die Tore zum Modehaus Matzen am Donnerstag, 25. Juli, geöffnet sein.

Aber warum? „Wir haben festgestellt, dass die Leute im Bekleidungssektor ihre Einkäufe vermehrt in den Abend verlegen“, erklärt Lars Matzen, „und ein ganz langer Tag zum Shoppen ist einfach viel entspannter für die Kunden.“ Dieses Late-Shopping sei aber eine Aktion von Matzen, betont der Modehaus-Chef, eine einheitliche Absprache mit den anderen Geschäften gebe es nicht. „Aber wir würden uns sehr freuen, wenn spontan noch andere mitmachen würden“, erklärt Matzen-Marketingchef Christian Oestrich, denn umso attraktiver sei das für die Kunden. „Wir machen mit diesem Late-Shopping den Kunden ein Angebot, länger als sonst einkaufen zu können“, sagt Oestrich, „und wenn das angenommen wird, dann würden wir sogar jeden Tag so lange geöffnet haben – das ist unsere Einstellung.“

Pro und Kontra unter Einzelhändlern

Juwelier Hans Jürgen Helling, der mit seinem Geschäft ebenfalls in der Markttwiete und damit im pulsierenden Zentrum von Bad Schwartau ansässig ist, sieht die Sache anders als Lars Matzen. „Diese langen Einkaufsdonnerstage lohnen sich nicht“, sagt Helling, „das hat sich früher schon nicht rentiert, das war in Lübeck so. Und Bad Schwartau ist viel zu klein, hier ist nach 18 Uhr nicht mehr viel los.“ Deswegen wird Helling sein Geschäft am Donnerstag wie immer und wie viele andere auch um 18 Uhr schließen.

Ganz ähnlich sieht das Michael Heinrich, Geschäftsführer der Starlight Fashion-Boutique in der Markttwiete. „So ein langer Donnerstag ist für Bad Schwartau nicht geeignet“, erklärt Heinrich, „dafür reicht das Angebot in Bad Schwartau nicht aus. Wir haben hier nur Klamotten, Friseure und ein Nagelstudio, aber kein Vollsortiment in Bad Schwartau – und das ist unser Problem. Es gibt hier keine Bettwäsche mehr, keinen Wasserkocher und kein Spielzeug – ja, nicht mal ein Geschirrhandtuch kriege ich hier.“

Für eine „gute Idee“ hält dieses Late Shopping dagegen Niklas Krohn, Geschäftsführer von Schuh Glöckner. Diese Filiale ist ebenfalls in der Markttwiete angesiedelt. Grundsätzlich sei man offen gegenüber solchen Aktionen, sagt Krohn, „allerdings können wir eine längere Öffnungszeit nicht so spontan realisieren, wir bräuchten da schon drei Wochen Vorlauf wegen der Planung.“ „Ich wusste nichts davon“, sagt auch Helling. Doch selbst wenn, „ich öffne nicht länger.“ Für Helling komme auch mit vorheriger Absprache keine längere Öffnungszeit in Frage.

Katja Zimdars, die mit ihrer Boutique Aust ebenfalls in der Markttwiete ist, hat das Late-Shopping „eiskalt erwischt, aber grundsätzlich bin ich für solche Aktionen offen“. Deswegen wird sie ihre Boutique am Donnerstag spontan einfach länger als üblich geöffnet haben „und mal gucken, was passiert“.

Grillmenü und klimatisierte Räume

Lars Matzen bietet seinen Kunden am langen Donnerstag nicht nur reduzierte Sommerware, sondern spendiert seinen Kunden für Einkäufe ab 70 Euro sogar noch ein Grillmenü. „Wenn das gut läuft, dann werden wir das auf jeden Fall wiederholen“, kündigt Lars Matzen an.

Regelung der Öffnungszeiten

Zum ersten Mal gab es den langen Donnerstag in Deutschland am 5. Oktober 1989. Zu dieser Zeit war es ein Vorstoß zur Lockerung des Ladenschlussgesetzes.

Im Gegensatz zu den anderen Wochentagen, an denen um 18.30 Uhr (sonnabends um 14 Uhr) geschlossen werden musste, durften an Donnerstagen (außer an Feiertagen) die Geschäfte bis 20.30 Uhr öffnen.

Am 1. November 1996 beschloss der Bundestag unter anderem, dass die Geschäfte montags bis freitags von 6 bis 20 Uhr öffnen durften.

Zum letzten Mal fand der lange Donnerstag offiziell am 31. Oktober 1996 statt.

Seit 2003 dürfen Geschäfte sogar sonnabends bis 20 Uhr geöffnet werden. In einigen Bundesländern gibt es auch keine Vorschriften mehr, so dass manche Läden rund um die Uhr geöffnet haben.

Dass das Late-Shopping als Testballon ausgerechnet auf den Tag fällt, der der heißeste bisher in diesem Sommer sein wird, ist Zufall. „Aber das ist eigentlich ein Grund mehr, shoppen zu gehen“, sagt Christian Oestrich, „hier gibt es Schatten und alle unsere Räume sind voll klimatisiert, das könnte bei so einer großen Hitze besonders angenehm sein.“

Doreen Dankert

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