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Bad Schwartau Nachruf – Abschied von dem Künstler Matthias Weiß
Lokales Bad Schwartau Nachruf – Abschied von dem Künstler Matthias Weiß
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16:15 21.10.2019
Künstler Matthias Weiß - er starb ganz plötzlich und unerwartet. Diese Foto von ihm zur Andacht in seinem Atelier entstand nur wenige Wochen vor seinem Tod. Quelle: Doreen Dankert
Curau

Dass die Beisetzung der sterblichen Überreste von Matthias Weiß erst vor Kurzem, einige Wochen nach seinem Tod, stattfand, hat vor allem damit zu tun, dass dieser Tod sowas von unerwartet und plötzlich kam. Wie ein gewaltiger Blitzschlag aus dem völligen Nichts. So wurde der bekannte und geschätzte Künstler aus dem Leben gerissen. Für Stockelsdorf war er unter anderem als Berater beim Rathausanbau in Bezug auf die einzigartige Glasfuge im Foyer tätig. Dieses Foyer ist heute ein repräsentativer Ort in Stockelsdorf für Kunst.

Matthias Weiß wurde 68 Jahre alt. Der gebürtige Sachse, der mit seinen Eltern und seinem Zwillingsbruder in Süddeutschland aufwuchs, absolvierte in einer Textilfabrik in Lörrach eine Ausbildung zum Designer. Später studierte er an der Hochschule der Künste in Berlin freie Kunst und Bildhauerei und war Meisterschüler von Professor Harro Jakob. Seitdem war Matthias Weiß als freier Künstler mit eigenem Atelier tätig, zunächst in Berlin, ab 1990 in Curau. Hier kaufte er sich mit seiner aus Ostholstein stammenden Frau Christine ein altes Bauernhaus, das Matthias Weiß, der über ein außergewöhnliches handwerkliches Geschick verfügte, Stück für Stück renovierte – und zwar allein. Die beiden Söhne Jan und Till – heute 28 und 32 Jahre alt – machten die Familienidylle in Curau nahezu perfekt.

„Wir hatten ein sehr schönes Leben“, sagt Christine Weiß, „und wir hatten vor allem ein sehr reiches Leben – nicht an Geld, aber an Erlebnissen.“ Matthias Weiß liebte das Leben. Er freute sich über Besuch und gute Gespräche in seinem Haus. „Am liebsten hat er die Leute bei sich zu Hause empfangen“, sagt Christine Weiß. Was er nicht war, das war ein Freund der Öffentlichkeit. Er mochte kein Rampenlicht. Das war ihm einfach nicht wichtig.

Ein letzter Abend auf dem Kirchenfest

Dafür mochte er warmes Sommerwetter und einen netten Plausch mit Leuten aus dem Dorf umso mehr. Er war ein sehr fröhlicher Mensch und hat das Leben sehr geliebt, sagt Christine. Und er hat gerne getanzt – am liebsten zu seinem Lieblingslied „Somebody That I Used To Know“ von Gotye. Und alles, was ihm Freude bereitet hat, hat das Schicksal am letzten Tag für Matthias Weiß noch einmal serviert: Die überraschende Tropenhitze am 31. August mit 30 Grad, nette Gesellschaft beim Kirchenfest in Curau, und der DJ hat abends sogar sein Lieblingslied aufgelegt. Mit seinem Sohn und seiner Schwiegertochter war Matthias Weiß bei diesem Fest, doch weil die beiden ein kleines Baby haben, das an diesem Abend solange Christine Weiß gehütet hatte, haben sie das Kirchenfest schon vor Matthias Weiß verlassen. Als er um Mitternacht immer noch nicht zu Hause war, hat Christine sich schlafen gelegt in der Gewissheit, dass Matthias das Fest genießt. Am nächsten Morgen um sechs Uhr hat sie ihn dann gefunden auf dem Grundstück. „Er lag da. Er war nicht gestolpert oder gestürzt“, sagt sie, „es sah aus, als habe er sich ganz bewusst hingelegt, um sich kurz auszuruhen.“ Mit Blick in den Sternenhimmel.

Abschied im Atelier mit Lieblingssong und Kuchen

Irgendwann in dieser Nacht ist es dann passiert: Sein Herz hat plötzlich aufgehört zu schlagen. Einfach so. Von jetzt auf gleich. Ohne Vorwarnung. Die Trauerfeier fand in einem privaten Kreis von Familie und Freunden im Atelier statt. 150 waren gekommen. So, wie er sich sicher darüber gefreut hätte – mit seinem Lieblingssong, Kuchen und vielen Gesprächen. Sein Urnengrab auf dem Curauer Friedhof ist direkt neben dem Garten seines Hauses. „Er ist immer ganz nah bei uns“, sagt Christine, „es ist, als ob er noch lebt.“

Von Doreen Dankert

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