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Bad Schwartau Polizei warnt vor Mitschnacker
Lokales Bad Schwartau Polizei warnt vor Mitschnacker
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18:39 23.08.2019
Die Erich-Kästner-Grundschule in Stockelsdorf. Quelle: Fotos: Prey, Burow, Maxwitat
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Stockelsdorf

Sogenannte Mitschnacker sind häufiger Thema an Grundschulen. „Es gibt da auch immer wieder ein paar Geschichten, die nicht so ganz stimmig sind. Aber in diesen Fall nehmen wir den Vorfall sehr ernst. Das Mädchen ist absolut glaubwürdig“, berichtet Heike Sill, Schulleiterin der Erich-Kästner Grundschule. Auch die Polizei warnt vor einem möglichen Mitschnacker. „Wir werden unsere Streifenfahrten verstärken“, kündigt Polizeisprecher Stefan Muhtz an. Schulleiterin Sill, die umgehend die Eltern sowie die Schulleitungen an den anderen Grundschulen in Stockelsdorf mit einem Brief informiert hat, will aber auch eines ganz sicher vermeiden: „Wir wollen keine Angst machen, sondern sensibilisieren.“

In unmittelbarer Nähe der Schule angesprochen

Der besorgniserregende Vorfall soll sich am Donnerstagmittag wie folgt ereignet haben: Das Mädchen hat sich nach Schulschluss allein auf den Weg zur Großmutter in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schule gemacht. Auf diesem kurzen Stück wurde sie von einem unbekannten Mann aus einem Kleinwagen heraus angesprochen. Er forderte die Viertklässlerin auf, in seinen Wagen zu steigen. Das Mädchen ließ sich nicht auf die Forderung des Mannes ein und lief stattdessen zu seiner Oma. Dort berichtete sie von dem Unbekannten. Am Nachmittag wurde der Vorfall gemeinsam mit der Mutter bei der Polizei in Stockelsdorf angezeigt. Das Mädchen konnte von dem Unbekannten auch eine relativ gute Beschreibung abgeben. Er ist zwischen 40 und 60 Jahre alt, hat eine Glatze, trug eine Sonnenbrille und war unter anderem mit einem karierten Hemd bekleidet. Die Farbe seines Wagens (vermutlich ein Opel) soll Goldmetallic sein.

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Viele Eltern bringen ihre Kinder zur Schule

Am Freitag war der Vorfall Thema in allen Klassen der Schule. „Wir besprechen, wie man sich in solchen Fällen verhalten soll“, berichtet Schulleiterin Sill, die in dem Elternbrief aber auch um Mithilfe bittet. „Unterstützen Sie uns bitte auch mit klärenden, einfühlsamen Gesprächen, die Sie mit Ihren Kindern führen. Die Kinder sollten dabei aufmerksam gemacht werden, aber sie sollen keine Angst bekommen.“ In dem Schreiben empfiehlt Sill zudem, dass die Kinder in nächster Zeit nicht allein in die Schule gehen sollten. „Zu zweit oder in kleinen Gruppen oder in Begleitung eines Erwachsenen sind sie sicherer“, sagt Sill. Der Appell hat gefruchtet. Am Freitagmorgen war nicht nur der Parkplatz vor der Schule ungewöhnlich voll. Auch viele Eltern hätten ihre Schützlinge zu Fuß begleitet.

Vorsicht auch an anderen Orten

Der Vorfall hat sich in Stockelsdorf schnell herumgesprochen. Beim Streetsoccer-Turnier für Grundschulen auf dem Famila-Parkplatz Ravensbusch anlässlich des 125. Vereinsjubiläums des ATSV wurde darauf geachtet, wer sich auf dem abgesperrten Gelände aufhält. Nur direkte Bezugsperson der Kinder durften das Areal betreten.

Ende vergangenen Jahres hatte es schon einmal Fälle in Stockelsdorf gegeben, die für Aufsehen sorgten. Drei Kinder waren von Fremden angesprochen worden – zwei Mädchen wurden bei den Vorfällen sogar angefasst. Ein Verdächtiger wurde ermittelt.

Von Sebastian Prey