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Bad Schwartau Bad Schwartauer soll Medienberater um 300 000 Euro betrogen haben
Lokales Bad Schwartau Bad Schwartauer soll Medienberater um 300 000 Euro betrogen haben
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18:14 02.04.2019
Ein 47-Jähriger muss sich derzeit vor dem Amtsgericht Lübeck verantworten. Quelle: dpa
Bad Schwartau/Lübeck

Einem Bad Schwartauer wird gewerbsmäßiger Betrug in vier Fällen sowie das Vortäuschen einer Straftat vorgeworfen. Er soll einen Kunden um insgesamt 291 000 Euro betrogen und später den Diebstahl seines eigenen Tresors vorgetäuscht haben. Dafür muss er sich jetzt vor dem Amtsgericht Lübeck verantworten.

Vermeintlich angelegtes Geld wurde nicht ausgezahlt

Zwischen Mai 2009 und Mai 2012 soll der Angeklagte in seiner Eigenschaft als Finanzagent vier Verträge über festverzinsliche Festgeldanlagen mit einem Kunden abgeschlossen haben. Anstatt das Geld anzulegen, soll er den Betrag von insgesamt 291 000 Euro jedoch für sich verwendet haben. Im Mai 2015 soll der 47-Jährige zudem den Diebstahl seines Tresors bei der Polizei gemeldet haben. Darin befanden sich seinen Angaben zufolge 350 000 Euro. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Einbruch vorgetäuscht war.

Staatsanwältin Catharina Flasbath hielt dem Mann in ihrer Anklage detailliert mehrere Überweisungen vor, die er von dem Geschädigten erhalten haben soll. Das Problem gleich zu Beginn des Verfahrens: einige der vorgeworfenen Taten könnten bereits verjährt sein. Das wird in weiteren Verfahren zu klären sein.

„Ein persönliches und finanzielles Desaster“

Der Geschädigte – Ex-Geschäftsführer bei einem großen deutschen Medienunternehmen – war am ersten Verhandlungstag als Hauptzeuge geladen. „Durch die Bekanntschaft mit dem Angeklagten habe ich eine Menge Geld verloren“, sagte er. 2003 habe er erstmalig auf Empfehlung eines Kollegen Kontakt zu dem 47-Jährigen aufgenommen. Zu Anfang sei der 51-Jährige zwar zufrieden gewesen, in der Rückschau bewerte er aber auch die Beratung zu dieser Zeit bereits als schlecht.

Wieder und wieder soll der Angeklagte von dem Geschädigten Geld bekommen haben – in der Annahme, dass es auf zuvor verabredete Weise angelegt werde. Nachdem es wiederholt nicht zur Auszahlung zu vereinbarten Zeitpunkten kam, wurde der Medienberater misstrauisch. 2015 erstattete er Anzeige. Bis dahin hatte er den Angeklagten längst seinen Eltern und einem guten Freund empfohlen. Auch seine Eltern hätten viel Geld verloren. Sein schwer kranker Freund wechselte zudem auf Rat des Angeklagten die Versicherung. Auch daraus seien dem Mann nur Nachteile entstanden. Das Geschehene sei aus Sicht des Zeugen „ein persönliches und finanzielles Desaster“.

Vorwurf: Wohnung durchwühlt und Diebstahl vorgetäuscht

Vorgeworfen wird dem Angeklagten außerdem das Vortäuschen eines Einbruchs in sein Haus in Bad Schwartau sowie eines Diebstahls. Laut Staatsanwältin Flasbath soll er das Haus durchwühlt haben, so dass seine gutgläubige Partnerin bei ihrer Rückkehr – in Absprache mit dem Angeklagten – die Polizei alarmierte. Den Polizeibeamten gegenüber soll der Angeklagte noch am vermeintlichen Tatort behauptet haben, dass sich in seinem Tresor 350 000 Euro befunden hätten. Diesen Vorfall soll der Angeklagte auch dem geschädigten Zeugen geschildert haben, als es um die Auszahlung von rund 210 000 Euro aus vermeintlichen Bundesanleihen ging.

Der Angeklagte schweigt im Verfahren. Über seinen Anwalt ließ er mitteilen, dass er im Rahmen seiner aktuellen finanziellen Möglichkeiten versuchen möchte, einen Teil des Geldes zurückzuzahlen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Luisa Jacobsen

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