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Bad Schwartau Pastor Kutsche wechselt nach Lübeck
Lokales Bad Schwartau Pastor Kutsche wechselt nach Lübeck
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10:16 25.02.2019
Pastor Arne Kutsche (37) verlässt die Kirchengemeinde Rensefeld.
Pastor Arne Kutsche (37) verlässt die Kirchengemeinde Rensefeld. Quelle: Sebastian Prey
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Bad Schwartau

Im Büro von Pastor Arne Kutsche stapeln sich die Umzugskartons. Im Kindergarten nebenan haben sich die Kinder schon mit einem Kuchen in Herzform, Luftballons und einem gemalten Regenbogen von ihm verabschiedet. „Keine Frage, jetzt wird es ernst“, sagt Pastor Kutsche. Am 1. März tritt der Rensefelder Gemeindepastor seine neue Dienststelle in Lübeck an. Kommenden Sonntag, 3. März, wird Kutsche offiziell in einem Gottesdienst von Propst Peter Barz in der St. Fabian- und St. Sebastian-Kirche zu Rensefeld verabschiedet (14 Uhr).

Viele Veränderungen mitgemacht

„Es ist an der Zeit, berufsbiographisch den nächsten Schritt zu tun“, sagt Arne Kutsche. Fünf Jahre lang hat der 37-Jährige die Pfarrstelle I in Rensefeld bekleidet. Für Kutsche war das eine Zeit voller Veränderungen: Die Gemeinde wurde von drei auf zwei Pfarrstellen zusammengekürzt, die Zusammenarbeit mit den anderen Kirchengemeinden in der Stadt stark intensiviert, sein Sohn Lewe, der Ende März zwei Jahre alt wird, wurde geboren und er ist mit seiner Familie vom Bad Schwartauer Markt ins Rensefelder Pastorat gezogen.

Gefängnis gehört zum Gemeindegebiet

Pastor Kutsche will weiter in Bewegung bleiben. Aus dem eher beschaulichen Rensefeld mit leicht ländlicher Prägung geht es nun in den Lübecker Ortsteil Marli. „Eine interessante soziale Durchmischung erwartet mich da“, sagt Kutsche mit einem Lächeln. Zumal auch die Justizvollzugsanstalt Lauerhof mit zu seinem neuen Gemeindegebiet gehört. „Die haben dort zwar einen eigenen Pastor, aber das ein oder andere Mal werde ich mich schon dort blicken lassen.“

Vertretungspastor kommt aus Lübeck

Rein optisch gesehen macht Pastor Arne Kutsche einen schlechten Tausch. Er lässt die schmucke stimmungsvolle St. Fabian- und St. Sebastian-Kirche zu Rensefeld, die erstmals im Jahr 1177 erwähnt wurde, zurück und predigt künftig in einem eher kargen Gotteshaus (1968-1970 erbaut). „Gebäude haben nur eine dienende Funktion“, sagt Kutsche, der sich auf die neue Herausforderung freut. „In Rensefeld gab es immer viele Trauungen. Die wird es dort weniger geben. Mich werden die Leute dann eher anfragen, sie woanders trauen zu dürfen“, vermutet Kutsche, der als alleiniger Gemeindepastor der Auferstehungsgemeinde auch dort für eine Kita zuständig sein wird. In Lübeck will Kutsche neue Gottesdienstformate entwickeln, um das Profil der Gemeinde zu schärfen. Wie die aussehen werden, will er noch nicht verraten. „Die Mini-Mitmach-Gottesdienste hier in Rensefeld waren aber schon ein großer Erfolg“, berichtet Kutsche, der in Lübeck auch mit den Nachbargemeinden St. Thomas und St. Gertrud intensiv zusammenarbeiten wird. „Einen Kollegen kenne ich noch aus meinem Vikariat“, erklärt Kutsche. Seine Stelle in Rensefeld sowie die Mutterschutz-Vertretung für Bente Küster an der Christuskirche wird vorübergehend Friedrich Kleine übernehmen. Kurios: Kleine war bis vor Kurzem Gefängnispastor auf Marli – also in Kutsches neuem Gemeindegebiet.

Sebastian Prey