Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Schulen setzen auf Erlebnispädagogik: Wie Spiele den Zusammenhalt verbessern
Lokales Bad Schwartau Schulen setzen auf Erlebnispädagogik: Wie Spiele den Zusammenhalt verbessern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 02.11.2019
Gemeinsam sind sie stark: Zusammen müssen die Schüler bei diesem Spiel den Ball auf dem Holzturm absetzen. Quelle: Maike Wegner
Ratekau/Oldenburg

Es geht um Vertrauen, Kommunikation und Zusammenarbeit: Nur, wenn die Schüler Hand in Hand arbeiten, kommen sie zum Erfolg. Die Siebtklässler stehen in einem großen Kreis. Jeder hält ein Band. In der Mitte ist eine Holzscheibe. Sie soll auf einen Turm gesetzt werden. Das kann allerdings nur gelingen, wenn alle ihr Band auf die richtige Spannung bringen und so das Gleichgewicht der Scheibe halten. „In so einer Situation sieht man schnell das Gefüge einer Gruppe. Wer gibt den Ton an, wer steht außen vor“, sagt Claudia Poppe, die gemeinsam mit Bettina Höft die Schulsozialarbeit an der Cesar-Klein-Schule in Ratekau koordiniert. „Nur wenn jeder den anderen unterstützt, kann es funktionieren.“

Das Band: Wenn alle es auf Spannung halten, können zwei Schüler den anderen vertrauen und ihren Platz verlassen. Quelle: Maike Wegner

Anschaffung für 3500 Euro

Insgesamt zehn solcher erlebnispädagogischen Spiele besitzt die Ratekauer Schule seit einem Jahr. Zehn weitere hat die Wagrienschule in Oldenburg. An beiden Standorten können die Materialien von anderen Schulen ausgeliehen werden. Initiiert hat die Aktion der Kreis Ostholstein, der die Materialien für insgesamt 3500 Euro angeschafft hat. Die Verantwortlichen arbeiten eng mit den Schulsozialarbeitern zusammen. „Die Kinder verbringen einen Großteil ihrer Zeit in der Schule. Deshalb ist die pädagogische Arbeit vor Ort sehr bedeutsam“, sagt Angelika Wohlert, Fachdienstleiterin der Sozialen Dienste der Jugendhilfe.

Eingesetzt werden können die Spiele von der Grundschule bis ins Erwachsenenalter. Denn für Teambuildingmaßnahmen ist man nie zu alt. „Auch eine Kooperation mit der örtlichen Jugendpflege, die unter Anleitung gruppenbildende Maßnahmen plant, ist denkbar“, sagt Wohlert. Die Erfolge sind oft schnell spürbar: Die siebte Klasse der Cesar-Klein-Schule beispielsweise ist schwierig gestartet. Jetzt läuft die Zusammenarbeit schon viel besser. „Die Absprachen werden besser getroffen, die Schüler sind entspannter dabei“, sagt Bettina Höft.

Umgang mit Frustration lernen

Ausgelegt sind alle Materialien für größere Gruppen. Ist ein Spiel nur in einer Kleingruppe spielbar, ist es mehrfach vorhanden. Neben dem Lifter, bei dem der Turm aus Holzscheiben gebaut werden muss, gibt es unter anderem das Spiel „KultuRalley“. Dabei sitzen die Schüler in Kleingruppen. Jeder Tisch hat einen Würfel, jede Zahl steht für eine Bewegung. Bei einer Eins beispielsweise müssen die Teilnehmer aufstehen, bei einer Drei einmal klatschen. Wer zuerst die passende Bewegung macht, erhält einen Jeton. „Wer genügend Jetons hat gewinnt und wechselt einen Tisch weiter“, erklärt Poppe.

So funktioniert die Ausleihe

Ausgeliehen werdenkönnen die Materialien an der Wagrienschule in Oldenburg, Mühlenkamp 18a, bei Aileen Kühl und Manfred Schritt. Telefon: 043 61/49 09 66, E-Mail: schulsozialarbeit.oldenburg@kinderschutzbund-oh.de

In Ratekau ist die Ausleihe an der Cesar-Klein-Schule, Pressterkoppel 2, möglich. Telefon: 045 04/708 78 18 oder 045 04/708 78 19, E-Mail: c.poppe@cesar-klein-schule.de, b.hoeft@cesar-klein-schule.de.

Alle Materialien können kostenlos für zwei Wochen geliehen werden.

Doch das Gemeine: Hier weiß derjenige nicht, welche Bewegung für welche Zahl steht. „Er muss also ganz genau beobachten und es herausfinden“, sagt Poppe. „Er muss sich quasi in eine andere Kultur einfinden.“ Wer eben noch strahlender Gewinner war, muss sich plötzlich ganz hinten einfinden. Auch das ist für viele Schüler eine frustrierende Situation, mit der sie durch das Spiel einen besseren Umgang erlernen können.

32 Ausleihen in einem Jahr

Angelika Wohlert wünscht sich, dass die Kinder die Erfahrungen der Spiele auch mit in den Alltag nehmen. „Sie haben Erfolgserlebnisse, in dem sie merken, dass es gut ist, sich auf andere zu verlassen. Das können sie auch auf andere Lebenssituationen übertragen.“ Martina Kolbaum, Koordinatorin in der Jugendhilfe, ist die Ideengeberin des Projekts. Sie beobachtet mit Freude, wie engagiert die Spiele von Schülern und Lehrkräften angenommen werden.

„Ziel ist es, dass die Schulen vieles testen und dann vielleicht auch besser entscheiden können, was sie selbst anschaffen wollen“, sagt sie. Im vergangenen Jahr gab es an der Ratekauer Schule 18 Ausleihen, dazu kommen 13 Ausleihen in Oldenburg. „Gerade vor und nach den Sommerferien oder zu Projektwochen sind die Spiele beliebt“, sagt Kolbaum.

Noch mehr Artikel aus Ostholstein

 

Von Maike Wegner

Erst Süßigkeiten geklaut und dann Häuser mit Eiern beworfen: An Halloween trieben Jugendliche in Bad Schwartau ihr Unwesen. Und auch in Lübeck beschäftigten zwei Vorfälle die Polizei.

01.11.2019

Der Vorfall ereignete sich am Freitag in der Mittagszeit auf der A 1 in Höhe des Abzweigs der A 226. Es wurde niemand verletzt, der Wagen musste abgeschleppt werden.

01.11.2019

Mit 30 Euro pro Person und Monat will die Gemeinde die Bus-Monatskarte bezuschussen. Die Testphase läuft drei Monate und beginnt im Dezember. Damit soll der Fokus der Bürger auf den öffentlichen Personennahverkehr gelenkt werden.

30.10.2019