Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Schulleiter Hans-Joachim Werner geht in den Ruhestand
Lokales Bad Schwartau Schulleiter Hans-Joachim Werner geht in den Ruhestand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:16 26.01.2019
Leibniz-Schulleiter Hans-Joachim Werner (65) geht in den Ruhestand. Für seine letzten 30 Tage haben die Kollegen ihm eine goldene „Schul-Leiter“ mit 30 kleinen nummerierten Päckchen im Büro aufgestellt. Quelle: Sebastian Prey
Anzeige
Bad Schwartau

Die goldene „Schul-Leiter“ im Büro hat Hans-Joachim Werner schon fast genommen. An den obersten Sprossen hängen noch ein paar kleine nummerierte Päckchen. Das Päckchen ganz oben hat die Nummer 1 – sie steht für den letzten Arbeitstag von Schulleiter Werner. „Die Kollegen haben mir für die letzten 30 Tage die ’Schul-Leiter’ mit kleinen Aufmerksamkeiten für jeden Tag ins Büro gestellt, um mir den Abschied ein wenig zu versüßen“, berichtet Werner. Für den 65-Jährigen ist am Donnerstag, 31. Januar, mit Ende des Schulhalbjahres endgültig Schluss. Auf den Tag genau zehn Jahre nach seiner Amtsübernahme im Jahre 2009.

Der Abschied fällt Werner nicht ganz leicht. „Die Kollegen werde ich schon vermissen. Ich bin jeden Tag gerne hier hergekommen“, sagt Werner, der deshalb auch nie in Erwägung gezogen hat, sich vorzeitig aus dem Schuldienst zu verabschieden. Die Jahre am Leibniz waren aus seiner Sicht die erfülltesten in seinem Berufsleben. Dabei hat Werner, der gerne läuft und rudert, in seiner Laufbahn einige Stationen durchlaufen. Der gebürtige Hannoveraner hat nach seinem Abitur die Fächer Deutsch und Sport an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel studiert. Anschließend zog es Werner zum Referendariat nach Lübeck ans Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium. Von 1980 bis 1987 unterrichtete er am Lübecker Thomas-Mann-Gymnasium bevor es ihn in die Ferne zog, um vier Jahre an der deutschen Schule in Istanbul tätig zu sein. Von 1991 bis 2009 kehrte Werner zurück ans Burckhardt-Gymnasium. In der Zeit war Werner zudem beim IQSH als Studienleiter für den Bereich Pädagogik und Schulentwicklung verantwortlich. Mit dieser Tätigkeit qualifizierte er sich auch für höhere Aufgaben als Studiendirektor. „Es war schon ein glücklicher Umstand, dass ich dann auch zum Schulleiter am Leibniz-Gymnasium gewählt wurde“, sagt Werner. Das Leibniz-Gymnasium hatte schon damals einen guten Ruf und sein Vorgänger Dr. Hubertus Stellmacher hatte ihm ein „geordnetes Haus“ übergeben.

Anzeige

Ein geordnetes Haus ist das Leibniz auch heute. Gerne hätte Werner auch noch weitergemacht und zwei wichtige Projekte, die ihn fast die gesamte Amtszeit beschäftigt haben, bis zum Ende begleitet. „Die Fertigstellung des naturwissenschaftlichen Raumtraktes und die Medienentwicklung hätte ich schon gerne mit vollendet“, sagt Werner. Bei allen Verzögerungen bei diesen Projekten müsse man der Stadt auch dankbar sein, dass so in die schulische Infrastruktur investiert werde. So wurden in seiner Amtszeit die Klassenräume besser gedämmt, Licht und Akustik verbessert und die kleine Turnhalle saniert. „Entwicklungen, die den Arbeitsalltag enorm verbessert haben“, sagt Werner, der sogar dem Hin und Her beim Systemwechsel von G9 auf G8 und zurück im Nachhinein etwas Positives abgewinnen kann. „Sicherlich hat das Kraft gekostet, aber wir haben dadurch auch inhaltliche Entwicklungen gemacht“, erklärt Werner, der keinen Hehl daraus macht, kein großer Anhänger von Ganztagsschulen zu sein. Dass es am Leibniz kein Ganztagsangebot gibt, sei aber nicht seine Entscheidung gewesen. „Die Schulkonferenz hat darüber zu befinden, aber weder Schüler, Eltern noch Lehrer haben den Bedarf dafür am Leibniz gesehen“, erklärt Werner. Das wird auch durch die Anmeldezahlen bestätigt, die weiterhin gut sind. Und so geht Werner mit einem guten Gefühl, aber auch mit Wehmut.

Bedenken, dass er in ein kleines Loch fallen könnte, hat der 65-Jährige nicht. „Ich werde meine ehrenamtlichen Aktivitäten ausbauen“, kündigt Werner an, der ohnehin schon als Mitglied im Vorstand der Deutschen Auslandsgesellschaft und als Jugendhilfsschöffe am Landgericht ehrenamtlich aktiv ist. Den Zeitgewinn will Werner zudem nutzen, um wieder mehr Sport zu treiben. Einen Marathon, den Werner auch schon unter vier Stunden gelaufen ist, strebt er aber nicht mehr an. „Ich möchte die neue Freiheit genießen“, erklärt Werner, der mit seiner Ehefrau Ursula zudem einige Reisen plant. Werner: „Unser erstes Ziel ist Costa Rica, aber auch Neuseeland haben wir noch auf dem Plan.“

Die offizielle Verabschiedung erfolgt am Donnerstag, 31. Januar, um 12.30 Uhr im Leibniz-Gymnasium.

Sebastian Prey