So wird die Bundestragswahl in Bad Schwartau bewertet
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Bad Schwartau So wird in Bad Schwartau die Wahl bewertet
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So wird die Bundestragswahl in Bad Schwartau bewertet

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17:49 27.09.2021
Bad Schwartaus SPD-Vorsitzender Daniel Böttcher und die SPD-Landtagsabgeordnete Sandra Redmann (links) machten sich kurzentschlossen auf den Weg nach Kasseedorf, um Bettina Hagedorn zum Direktmandat zu gratulieren. 
Bad Schwartaus SPD-Vorsitzender Daniel Böttcher und die SPD-Landtagsabgeordnete Sandra Redmann (links) machten sich kurzentschlossen auf den Weg nach Kasseedorf, um Bettina Hagedorn zum Direktmandat zu gratulieren.  Quelle: privat
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Bad Schwartau

Zweistellige Verluste für die CDU und leichte Gewinne für die SPD in Bad Schwartau und Stockelsdorf bei der Bundestagswahl 2021. Bei Erst- und Zweitstimmen liegt die SPD in beiden Gemeinden jeweils deutlich vorne. CDU-Mann Ingo Gädechens kommt in Bad Schwartau auf einen Stimmenanteil von 28,5 Prozent und in Stockelsdorf auf 28,3 Prozent. Seine SPD-Mitbewerberin Bettina Hagedorn landet in beiden Kommunen mit 35,4 Prozent beziehungsweise 33,7 Prozent deutlich vorn. Achtbare Ergebnisse und Stimmenzuwächse gibt es auch für die FDP und ihren Direktkandidaten Jörg Hansen (11,3 Prozent in Stockelsdorf) sowie für die Grünen und ihren Direktkandidaten Jakob Brunken (14,9 Prozent in Bad Schwartau).

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Gratulations-Besuch der SPD in Kasseedorf

In großer Runde haben sich einige SPD-Mitglieder aus der Region am Wahlabend bei einem Parteifreund in Sereetz zu einer Wahlparty getroffen. „Die Erwartungen und auch die Anspannung war riesig“, berichtet Daniel Böttcher am Tag nach der Wahl. Schließlich habe man die ganze Wahlkampfzeit schon eine super Stimmung ausgemacht, so der Vorsitzende der SPD Bad Schwartau. Mit den ersten Hochrechnungen im TV stieg die Stimmung. Parallel hat Böttcher immer einen Blick auf die Stimmenauszählungen in Ostholstein. Als Bettina Hagedorn auch noch das Direktmandat gewinnt, gibt es kein Halten mehr. Gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Sandra Redmann steigt Böttcher ins Auto, um Bettina Hagedorn persönlich in ihrem Heimatort Kasseedorf zu gratulieren. „Dieses Ergebnis ist der absolute Hammer. Bad Schwartau ist rot, das Direktmandat für Bettina Hagedorn sicher. Der Wahlkampf hat sich gelohnt“, sagt Böttcher.

CDU: „Besser als befürchtet, schlechter als erhofft“

Alles andere als euphorisch war die Stimmung im Lokal Wein & Geniessen in der Lübecker Straße in Bad Schwartau. Um die 30 CDU-Mitglieder waren zusammengekommen, um den Wahlabend gemeinsam zu erleben. „Die Atmosphäre war schon von Anfang an eher gedämpft. Wir haben ja die Stimmung an unseren Wahlkampfständen erlebt. Das Ergebnis ist besser als befürchtet, aber schlechter als erhofft“, sagt der Ortsvorsitzende Frank Schumacher, der das Resultat aber auch nicht schönreden will. Dass die CDU bei den Zweitstimmen mit 24,2 Prozent weit hinter der SPD (30,9 Prozent) liegt, dafür macht Schumacher die „schlechte Performance“ auf Bundesebene verantwortlich. „Das war mit guter Arbeit auf lokaler Ebene nicht mehr gut zu machen.“

FDP und Grüne legen zu

Prächtige Stimmung hingegen bei der FDP in Bad Schwartau. „Das wir mit 12,6 Prozent zum zweiten Mal hintereinander zweistellig sind und zudem in unserem Wahlkreis noch über dem Bundesdurchschnitt liegen, freut uns sehr“, erklärt Fraktions-Chefin Suzann Kley, die sich darüber hinaus über die Steigerung des Erststimmenanteils von Jörg Hansen freut. „Das motiviert uns vor Ort im Hinblick auf die Landtagswahl 2022 sehr. Auf Bundesebene sind wir erleichtert, dass Rot-Grün-Rot vom Tisch ist und die FDP gute Chancen hat, wichtige liberale Ziele in einer Regierung umzusetzen.“ Ähnlich bewerten die Bad Schwartauer Grünen den Wahlausgang. Mit 17,2 Prozent bei den Zweitstimmen lag man über dem Bundesdurchschnitt (14,8 Prozent). Die Vorsitzende des Ortsvereins Gudrun Berger: „Wir freuen uns über den Stimmengewinn. Das Wahlergebnis zeigt: Immer mehr Menschen wollen die Wende hin zu klimagerechter Politik. Darum geht es jetzt in den Sondierungen. Die Grünen wollen die Klimaziele sozial gerecht umsetzen.“

Bad Schwartau Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos) sieht in dem Wahlausgang bereits einen Trend. „Die großflächige Bindung an Parteien schwindet weiter. Dreier Koalitionen dürften die neue Regel werden“, schätzt Brinkmann.

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Von Sebastian Prey