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Bad Schwartau Stockelsdorf: Auf dem Weg zur Fairtrade-Gemeinde
Lokales Bad Schwartau Stockelsdorf: Auf dem Weg zur Fairtrade-Gemeinde
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20:29 08.03.2014
Stockelsdorf könnte bald den Titel Fairtrade-Gemeinde tragen. Fotomontage: Mentz
Stockelsdorf

Fairness — dieser englische Begriff ist schon lange in der deutschen Sprache geläufig. Er bedeutet so viel wie Anständigkeit und Gerechtigkeit im Verhalten von Menschen genau an der Stelle, wo gesetzliche Regeln fehlen. Und nicht selten ist das auch im weltweiten Handel so. Nicht ohne Grund hat sich Fairtrade entwickelt, ein gerechter Handel, von dem insbesondere die Fairtrade-Produzenten in armen Erzeugerländern profitieren, weil ihnen unabhängig von Weltmarktpreisen ein garantierter Mindestlohn gezahlt wird.

Aus Sicht von Andreas Gurth, Fraktionsvorsitzender der CDU in Stockelsdorf, sei das eine gute Sache. „Und das zu unterstützen, das kann man wirklich schmerzlos machen“, so Andreas Gurth. Nicht nur Gurth und seine CDU-Kollegen sehen das so, sondern auch die Fraktionen der Grünen und der FDP, die deshalb gemeinsam einen Antrag eingereicht haben zur Bewerbung von Stockelsdorf als „Fair-Trade-Gemeinde“ im Rahmen der internationalen Kampagne „Fairtrade-Towns“ von Transfair.

Bereits während der Gespräche zur Kooperationsvereinbarung zwischen CDU und Grünen nach der Kommunalwahl wurde die Idee, Stockelsdorf zu einer Fairtrade-Gemeinde zu machen, fixiert.

Über 200 Fairtrade-Städte gibt es mittlerweile in Deutschland, darunter Saarbrücken, Neuss, Dortmund, Marburg und Lübeck. Auch Eutin ist seit wenigen Monaten als bisher einzige Kommune in Ostholstein dabei. Seit 2009 können sich Kommunen um diesen Titel bewerben. Und etliche weitere Kommunen stehen in dieser Sache in den Startlöchern. Wenn am Dienstag kommender Woche in der Gemeindevertretersitzung im Herrenhaus der Beschluss dazu gefasst werden sollte, gehört Stockelsdorf auch zu den Kandidaten für den Fairtrade-Titel.

Wenn die Großgemeinde dabei sein will, müssen fünf Kriterien erfüllt werden, die geprüft werden. Das erste Kriterium ist, dass ein Beschluss der Kommune vorliegen muss, dass bei allen Sitzungen Fairtrade-Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel angeboten wird. Zweitens: Eine Steuerungsgruppe soll Fairtrade-Aktivitäten vor Ort koordinieren. Drittens: In lokalen Einzelhandelsgeschäften, Cafés und Restaurants müssen Produkte mit dem Fairtrade-Siegel angeboten werden. Bei einer Einwohnerzahl wie Stockelsdorf dürften das wahrscheinlich fünf Geschäfte und drei Gastronomiebetriebe sein. Viertens: Jeweils eine Schule, einen Verein und eine Kirche muss Stockelsdorf mit ins Boot holen. Und fünftens müssen örtliche Medien darüber berichten.

Sabine Gall-Gratze von den Grünen ist die Hauptinitiatorin dieses Vorhabens. Die Idee dazu kam ihr vor zwei Jahren beim Besuch der kleinen Stadt Oban in Schottland. Diese Stadt hatte damals den Titel schon. „Inzwischen ist ganz Schottland dabei“, so Gall-Gratze, die davon überzeugt ist, dass man durch solche Aktionen „die Welt ein kleines bisschen zum Positiven verändern kann“. Und wenn so eine kleine Stadt wie Oban (8000 Einwohner) das kann, „dann können wir das in Stockelsdorf auch“.

Fairer Handel
Gerechter Handel — das ist gemeint mit Fairtrade. Die Fairhandelsbewegung begann Ende der 1950-er Jahre und konzentriert sich hauptsächlich auf Waren, die aus Entwicklungsländern in Industrieländer exportiert werden. Dieser Handel umfasst Landwirtschaftserzeugnisse, Handwerksprodukte, Industrieprodukte und immer mehr auch neue Bereiche wie Tourismus unter der Bezeichnung „faires Reisen“. Das Transfair-Gütesiegel kennzeichnet Fairtrade-Produkte. Dieses Siegel sieht so aus wie die Eingangstür des Stockelsdorfer Rathauses in der obigen Fotomontage.

Doreen Dankert

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