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Bad Schwartau „Danke, lieber Postbote“: Brief an Uroma kommt ohne Marke an
Lokales Bad Schwartau „Danke, lieber Postbote“: Brief an Uroma kommt ohne Marke an
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15:26 19.10.2019
Emilia und ihre Mutter Janina Messina wollten den Brief an Uroma Inge Domonkos eigentlich gemeinsam zur Post bringen. Doch die Neunjährige war schneller und warf ihn unfrankiert ein. Quelle: Maike Wegner
Obernwohlde/Lübeck

Emilia und ihre Uroma Inge haben eine ganz besondere Beziehung: Die Neunjährige, die mit ihrer Familie in Obernwohlde (Gemeinde Stockelsdorf) lebt, verbringt viel Zeit bei der 77-Jährigen. Ein Hobby der beiden: Briefe schreiben. „Schon als Emilia gerade schreiben gelernt hatte, wollte sie immer Briefe schreiben“, erinnert sich Inge Domonkos. Das ist nun drei Jahre her.

Seitdem hat die Lübeckerin jede Menge liebevolle Post ihrer Urenkelin gesammelt. „Die Umschläge habe ich immer selbst gebastelt“, erzählt Emilia. Dazu hat sie kleine Briefmarken gemalt. „Meistens mit dem Eiffelturm drauf.“ Sogar an die Zacken hat sie gedacht. Aber eben nur im Spiel. Denn die Briefe haben sich die beiden von Zimmer zu Zimmer geschrieben. „Ich musste immer extra in einen anderen Raum gehen“, erzählt Domonkos. „Und keiner durfte vorher lesen, was drin steht.“

Emilia hat den Brief ohne Briefmarke auf den Weg gebracht. Quelle: Maike Wegner

„Nicht vergessen, du bist nicht allein“

Mittlerweile schreiben sich die beiden auch Briefe über die Zimmertüren hinaus. Ein paar Mal schon hat „Oma Inge“, wie sie in der Familie genannt wird, ihrer Urenkelin Post gesendet. Vor ein paar Tagen erst hat sie ihr eine kleine Puzzle-Postkarte geschickt. Dazu ein paar liebe Zeilen. „Emilia hat sich so gefreut, dass sie sofort zurückschreiben wollte. Es musste wirklich unbedingt noch an dem Abend sein“, erzählt ihre Mutter Janina Messina (38). So setzte sich die Neunjährige hin und bastelte einen Umschlag und antworte auf die Zeilen von „Oma Inge“. Der Brief endet mit den Worten: „Und nicht vergessen, du bist nicht allein. Denn ich bin immer bei dir.“

Das hat Emilia Messina ihrer Uroma Inge in ihrem Brief geschrieben. Quelle: Maike Wegner

In den nächsten Tagen wollte Janina Messina mit ihrer Tochter zur Post gehen und den Brief aufgeben. Doch die Neunjährige war schneller. Am nächsten Tag besuchte sie eine Freundin im Dorf und schnappte sich kurzerhand den Brief, den sie mittlerweile in einen Din-A-4-Umschlag eingetütet hat. Die Adresse hatte sie aus dem Absenderfeld ihrer Uroma abgeschrieben.

Ihrer Mutter hinterließ sie derweil einen Zettel, auf dem sie notierte, dass sie eine Freundin besuche und unterwegs den Brief an „Oma Inge“ einwerfe. „Dann tat mir das sofort leid, weil ich dachte, dass der bestimmt nicht ankommt ohne Briefmarke. Und dabei hatte sie sich so viel Mühe gegeben“, erzählt die 38-Jährige.

Diesen Zettel hinterließ die Neunjährige ihrer Mutter, als sie zum Briefkasten lief. Quelle: Maike Wegner

Brief ist schon am nächsten Tag bei der Uroma in Lübeck

Schnell informierte sie „Oma Inge“ und verabredete mit ihr, dass diese so tun solle, als wenn der Brief angekommen sei. „Am nächsten Tag rief sie an und ich dachte, sie spielt nun unser verabredetes Spiel mit“, sagt Janina Messina. Aber „Oma Inge“ hatte wirklich Post erhalten. Und zwar schon am nächsten Morgen. „Das hat mich wirklich sehr berührt, dass der Brief angekommen ist“, sagt die 77-Jährige.

Natürlich wollen sich die beiden auch weiterhin fleißig Briefe schreiben. „Dann aber mit Briefmarke“, sagt Emilia lachend. Künftig will Familie Messina deshalb immer Briefmarken im Haus haben. Falls Emilia ihrer Oma wieder mal ganz schnell etwas mitteilen möchte.

Auch bei der Post freut man sich über die glückliche Familie aus Obernwohlde. Mit einem Augenzwinkern sagt Sprecherin Maike Wintjen: „Bei uns ,weihnachtet’ es bereits und sicher war bei allen Postlern, die mit diesem Brief zu tun hatten, ganz viel Liebe und Herzenswärme für Uroma und Urenkelin im Spiel.“

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Von Maike Wegner

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