Stockelsdorf: Großbrand zerstört Tierfutter-Geschäft
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Bad Schwartau Unruhe in Stockelsdorf: Geht ein Brandstifter um?
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Stockelsdorf: Großbrand zerstört Tierfutter-Geschäft

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19:22 23.11.2020
Ein Markt für Heimtierbedarf wurde am Wochenende durch ein Feuer komplett zerstört. Mitarbeiter der Kriminalpolizei Bad Schwartau nehmen am Montag, 23. November, den Brandort in Augenschein.
Ein Markt für Heimtierbedarf wurde am Wochenende durch ein Feuer komplett zerstört. Mitarbeiter der Kriminalpolizei Bad Schwartau nehmen am Montag, 23. November, den Brandort in Augenschein. Quelle: Sebastian Prey
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Stockelsdorf

Die Menschen in Stockelsdorf sind in Sorge. Immer wieder kommt es in der Gemeinde zu Bränden. Jüngst wurden die Feuerwehren in einer Nacht zu drei Bränden gerufen – Unbekannte hatten Container und einen Unterstand für Müllbehälter an einem Wohnhaus in Brand gesteckt. In der Nacht zum Sonntag, 22. November, ging nun „Das Futterhaus“ beim Famila-Markt Ravensbusch in Flammen auf. Auch hier ist von Brandstiftung auszugehen. Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD): „Dass die Menschen in Stockelsdorf durch die Brände verunsichert sind, ist nachvollziehbar. Wir können nur hoffen, dass die Ermittlungen der Polizei schnell einen Erfolg verzeichnen.“

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Übergreifen der Flammen auf Tankstelle verhindert

Diese Nacht werden die Stockelsdorfer Feuerwehren nicht so schnell vergessen. Um 2.21 Uhr alarmiert ein Mitarbeiter eines Wachunternehmens die Notrufzentrale. Er meldet ein Feuer im rechten Gebäudeflügel eines Geschäfts für Heimtierbedarf am Ravensbusch. Nach nur vier Minuten sind die ersten Retter von der Feuerwehr Mori, die praktisch auf der anderen Straßenseite im Schulweg ihr Quartier hat, am Einsatzort. „Bei Ankunft schlugen die Flammen schon aus dem Dach“, berichtet Björn Schlieter. Der Wehrführer der Feuerwehr Mori übernimmt zunächst bis zur Ankunft von Gemeindewehrführer Günter Volgmann die Einsatzleitung. Dass „Das Futterhaus“ nicht mehr zu retten ist, steht schnell fest. Die Retter müssen sich fortan darauf konzentrieren, dass die Flammen nicht auf die Nachbargebäude übergreifen. Riegelstellungen zur Tankstelle und auf der anderen Seite zum Famila-Warenhaus werden aufgebaut. Zudem werden die direkten Anwohner im Erlenweg von Feuerwehrleuten über den Brand informiert. Ob der immensen Rauchentwicklung sollen sie Fenster und Türen geschlossen halten.

Mitten in der Nacht geht das Geschäft für Heimtierbedarf in Flammen auf. Quelle: Holger Kröger

Feuerwehren, THW und Johanniter im Einsatz

Der Großbrand beschäftigt am Ende mehr als 120 Feuerwehrleute – neben den Freiwilligen Feuerwehren Stockelsdorf und Mori unterstützen zudem Einsatzkräfte aus Curau, Eckhorst, Horsdorf und Obernwohlde bei der Brandbekämpfung. Die Feuerwehr Bad Schwartau-Rensefeld rückt zudem mit einer zweiten Drehleiter an. Erst gegen 11 Uhr am Sonntag können die letzten Feuerwehren abrücken. Gegen 12.30 Uhr wird die Feuerwehr abermals zum Nachlöschen gerufen. „Das ist ganz normal. Bei so einem Großbrand entfachen immer mal wieder Glutnester“, berichtet Schlieter.

Mit schwerem Gerät waren bis in den Morgen auch die Fachgruppen Räumen aus den THW-Ortsverbänden Eutin und Lübeck bei den Lösch- und Räumarbeiten im Einsatz. Unter Atemschutz räumten die THW-Kräfte Trümmer aus dem brennenden Gebäude, um den eingesetzten Kräften der Feuerwehren aus dem Großraum Stockelsdorf die Löscharbeiten zu ermöglichen. Um eine Gefährdung für Einsatzkräfte auszuschließen, wurden Mauer- und Dachstuhlteile gezielt niedergelegt. Unterstützung für die Feuerwehren gab es auch von den Johannitern mit Getränken und einem Imbiss für die Einsatzkräfte.

Die Johanniter versorgten die Einsatzkräfte mit Getränken und einem Imbiss. Quelle: Holger Kröger

Offiziell keine Verbindung zu früheren Bränden

Die Kriminalpolizei Bad Schwartau hat die Ermittlungen aufgenommen. Am Montagvormittag wurde der Brandort noch einmal von drei Ermittlern in Augenschein genommen. Angaben zur Brandursache werden keine gemacht und eine Verbindung zu früheren Bränden wird offiziell auch nicht gesehen. „Man weiß es nicht, aber im Dorf wird schon viel über einen Brandstifter gemunkelt“, sagt Wehrführer Schlieter. „Wir sind erst einmal froh, dass es keine Verletzten gab und die Feuerwehren so gut gearbeitet haben, dass nicht noch mehr passiert ist“, bedankt sich Famila-Warenhausleiter Oliver Wehr. Ohne Beeinträchtigungen ging dort gestern der Betrieb normal weiter. Der entstandene Sachschaden an dem nahezu vollständig niedergebrannten Gebäude und dessen Einrichtung bewegt sich nach Angaben der Polizei im mittleren sechsstelligen Bereich.

Polizei setzt auf Zeugen

Bei den Ermittlungen setzt die Kripo vor allen Dingen auf Zeugen. „Den Brandermittlern liegen Hinweise auf mögliche Zeugen vor, die bisher noch nicht namentlich erfasst werden konnten. Dabei handelt es sich unter anderem um eine Gruppe Jugendlicher und um einen Hundespaziergänger“, sagt Polizei-Sprecher Dierk Dürbrook. Zeugen werden gebeten sich mit der Kripo unter Telefon 0451/ 220750 oder per E-Mail an BadSchwartau.KPSt@polizei.landsh.de in Verbindung zu setzen.

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Von Sebastian Prey