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Bad Schwartau Stockelsdorf fühlt sich beim Pflegestützpunkt übergangen
Lokales Bad Schwartau Stockelsdorf fühlt sich beim Pflegestützpunkt übergangen
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11:02 26.11.2013
„Wir sind die größte Stadt des Kreises und haben einen hohen Anteil an Senioren.“ Gerd Schuberth, Bad Schwartau
Stockelsdorf

Jahrelang haben die Seniorenbeiräte von Stockelsdorf und Bad Schwartau Seite an Seite für einen trägerunabhängigen Pflegestützpunkt in Ostholstein gekämpft. Vergeblich.

Jetzt will der Kreis das Vorhaben tatsächlich umsetzen und das ganz schnell. So schnell, dass gar nicht mehr auf breiter Ebene diskutiert wird, wo es Pflegestützpunkte geben soll. Unlängst hat der Sozialausschuss des Kreises der Vorlage aus der Verwaltung zugestimmt, die Zentrale in Eutin und jeweils eine Nebenstelle in Bad Schwartau für den Südkreis und in Neustadt oder Oldenburg im Nordkreis einzurichten. „Das ist ein Unding. Es kann nicht sein, dass wir bei dieser Entscheidung einfach übergangen werden“, sagte Stockelsdorfs Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann jetzt bei der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses. Die endgültige Entscheidung trifft der Kreistag am 3. Dezember und so lange will Stockelsdorf noch kämpfen. Das hat der Sozialausschuss einstimmig beschlossen.

„Wir müssen alle Hebel in Bewegung setzen, damit wir bei dieser Entscheidung mit unserem Lotsendienst nicht herunterfallen. Wir sind weder gehört noch beteiligt worden. Dabei sind wir die einzige Gemeinde, die mit diesem Dienst schon eine trägerunabhängige Beratung anbietet“, empörte sich die Bürgermeisterin und bekam dafür im Ausschuss Rückendeckung. „Diese Entscheidung und die plötzliche Geschwindigkeit der Umsetzung sind schon befremdlich“, erklärte Sabine Gall-Gratze (Grüne). SPD-Mann Manfred Jaeger, der auch Vorsitzender des Sozialausschusses auf Kreisebene ist, räumte ein, dass er sich ebenfalls über das Tempo gewundert habe. „Lange Jahre war es so, dass SPD und Grüne den Pflegestützpunkt gefordert haben, aber nichts passierte“, so Jaeger und verwies auf die Möglichkeit, eine Kooperation mit Bad Schwartau einzugehen. „Die Vorlage noch einmal in den politischen Gremien aufzubrechen, wird schwierig“, warnte Jaeger. „Wir haben ein Ziel und dafür wollen wir kämpfen und nicht nur für einen Teilerfolg“, erklärte Christian Ehmcke (CDU) hingegen und lag damit genau auf Linie der Bürgermeisterin. „Eine Kooperation ist nur eine Krücke. Wir haben einen erfolgreichen Lotsendienst und den können wir nicht einfach so preisgeben. Viel mehr sollte der Pflegestützpunkt dort integriert werden“, so Rahlf-Behrmann.

Sollte die Pflegestützpunkt-Nebenstelle tatsächlich in Bad Schwartau angesiedelt werden, wäre der Lotsendienst in Stockelsdorf kaum noch zu halten. „Das können wir uns finanziell nicht erlauben, doppelt zu bezahlen. Den Lotsendienst und über die Kreisumlage die Pflegestützpunkte“, erklärte Rahlf-Behrmann. Die Entscheidung im Kreistag hat aber nicht nur mögliche Konsequenzen für den Lotsendienst. Auch der Seniorenbeirat und Seniorentrainer, die sich das Haus in der Segeberger Straße gemeinsam mit dem Lotsendienst teilen, müssten sich wohl eine neue Unterkunft suchen.

Bad Schwartaus Bürgermeister Gerd Schuberth (CDU) sieht indes keinen Anlass, eine Pflegestützpunkt-Nebenstelle in der Solbadstadt zu stoppen. „Wir sind die größte Stadt des Kreises und haben einen hohen Anteil an Senioren. Ein Pflegestützpunkt gehört einfach hier her.“

Sebastian Prey

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