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Bad Schwartau Drei Kronen: „Schandfleck“ wird zum Wohnprojekt
Lokales Bad Schwartau Drei Kronen: „Schandfleck“ wird zum Wohnprojekt
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11:24 24.06.2019
Präsentieren den Bauplan für das Grundstück am Ortseingang von Stockelsdorf: Investor Thies Bogenschneider (v.li.), Bürgermeisterin Julia Samtleben, Ambulantis-Geschäftsführer Richard Simm, Bauamtsleiter Dieter Rodewald und Projektplaner Karl-Martin Jessen.  Quelle: Doreen Dankert
Stockelsdorf

„Das Grundstück, um das es hier geht“, sagte Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD) „ist der sogenannte Schandfleck von Stockelsdorf.“ Im Stockelsdorfer Rathaus stellten Samtleben und weitere Beteiligte jetzt neue Pläne für das Grundstück des ehemaligen Hotels „Drei Kronen“ an der Ahrensböker Straße vor: Vorgesehen ist ein Projekt für betreutes Wohnen.

Nachdem der frühere Eigentümer Jürgen Koslowski, der dort Container für Flüchtlinge hinstellen wollte, das Grundstück vor einigen Jahren an die Firma Kawa Bau verkauft hatte, gehört das Areal jetzt der Alpha-Projektentwicklungsgesellschaft aus Bad Schwartau. Alles, was zur Realisierung des Vorhabens nötig ist, sei bereits angeschoben, erklärt Thies Bogenschneider vom Investor.

44 Mietwohnungen geplant

Baubeginn soll im Frühjahr 2020 sein, Fertigstellung im dritten Quartal 2021 und der Einzug der Bewohner zum Jahresende 2021. Für eine Investitionssumme von rund fünf Millionen Euro entstehen in dem dreigeschossigen Gebäude auf knapp 3000 Quadratmetern Nutzfläche 44 Mietwohnungen mit einer Größe zwischen 30 und 70 Quadratmetern. Dazu gibt es eine betreute Wohngemeinschaft für zwölf Bewohner sowie eine Tagespflegeeinrichtung für bis zu 40 Personen.

Am Ortseingang von Stockelsdorf soll ein Projekt für betreutes Wohnen realisiert werden.

Grundsätzlich sei es nicht einfach, dieses Grundstück baulich zu entwickeln, so Bauamtsleiter Dieter Rodewald. „Jetzt entsteht dort ein Objekt, wie wir es uns von der Verwaltung immer gewünscht haben und ich denke, dass die vorgesehene Nutzung an diesem Standort ideal ist.“ Gebaut wird nämlich mitten im Ort, zentral, mit guter Busanbindung, guter fußläufiger Erreichbarkeit von Supermärkten, Apotheken, Ärzten, Banken, des Rathauses und der Polizei. „Und nach hinten raus haben wir den Landgraben für die Bewohner, die ganz schnell ein ins Grüne wollen. Dieses Gebiet ist gut für Spaziergänge geeignet.“ Für das neue Wohnobjekt in Stockelsdorf hat sich Investor Thies Bogenschneider das Unternehmen Ambulantis mit ins Boot geholt: „Wir kümmern uns um Menschen, die einen Pflegebedarf haben“, erläutert Ambulantis-Geschäftsführer Richard Simm, „wir kümmern uns um betreute Wohnanlagen und unser Steckenpferd sind die betreuten Wohngemeinschaften“. Realisiert hat Ambulantis solche Wohnformen bereits in anderen deutschen Städten, unter anderem in Berlin und Wismar. In der Wohngemeinschaft auf dem Drei-Kronen-Areal soll jeder der zwölf Bewohner ein eigenes Zimmer und ein eigenes Bad haben. Darüber hinaus gibt es einen Gemeinschaftsraum und eine Gemeinschaftsküche sowie die Option für einen Ansprechpartner, der rund um die Uhr da ist. Ein großes und zugleich wachsendes Problem sei laut Richard Simm die zunehmende Vereinsamung von Menschen im Alter. Mit Wohnformen wie der WG könne dieser Vereinsamung entgegen gewirkt werden.

Hausnotruf inbegriffen

Bei den Mietwohnungen ist die Philosophie ähnlich: Im Mietvertrag inbegriffen sind der Hausnotruf, Beratungsleistungen sowie organisierte Veranstaltungen im Haus wie zum Beispiel gemeinsames Grillen. „Das ist die Basisversion für die Mieter“, sagte Simm. „Wer darüber hinaus Leistungen haben möchte wie beispielsweise zweimal pro Woche Begleitung beim Einkaufen, der kann sich diese Leistungen dazu buchen – egal bei welchem Anbieter.“ Thies Bogenscheider habe allerdings die Beobachtung gemacht, dass Grillplätze in Wohnanlagen oft unbenutzt bleiben, „weil keiner der Bewohner die Initiative ergreift“. Deswegen müsse jemand da sein, der das übernimmt. In dem neuen Wohnobjekt soll das der Fall sein.

In der Tagespflege sollen Gäste – mit Blick auf Demenzerkrankungen – von 8 bis 17 Uhr betreut werden, sagt Simm, „um pflegende Angehörige zu entlasten.“

Ladenzeile soll in Kürze verschwinden

Die einsturzgefährdete Drei-Kronen-Ruine war schon vor einigen Jahren abgerissen worden (die LN berichteten). Doch die marode Ladenzeile steht noch immer. „Aber nicht mehr lange“, sagt Thies Bogenschneider, „spätestens nach den Sommerferien ist die Ladenzeile verschwunden.“ Bis zum Jahresende soll das Areal so hergerichtet sein, dass pünktlich mit dem Baustart begonnen werden kann.

Doreen Dankert

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