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Bad Schwartau Großes Lob für ausgeglichenen Haushalt
Lokales Bad Schwartau Großes Lob für ausgeglichenen Haushalt
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14:44 14.12.2018
Letzte Gemeindevertretersitzung  2018 am 11. Dezember in Ratekau mit weihnachtlicher Dekoration.   Quelle: Doreen Dankert
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Ratekau

Der wohl wichtigste von 23 Punkten auf der Tagesordnung der letzten Gemeindevertretersitzung des Jahres in Ratekau am Dienstagabend war der Etat für 2019. Und bei dieser Sitzung, die durch weihnachtliche Dekoration auf den Tischen und kleine, auf jedem Besucherstuhl platzierte Schokogrüße auffiel, wurde einmal mehr deutlich, dass es Bürgervorsteherin Gabriele Spiller (SPD) versteht, die Punkte straff abzuarbeiten – zum einen. Und zum anderen, dass Bürgermeister Thomas Keller (parteilos) bestens vorbereitet zur Sitzung erscheint und eine komplexe Sache wie den rund 500 Seiten umfassenden Haushaltsplan kurz, bündig und nachvollziehbar erklären kann.

Unterm Strich werden sich demnach die Finanzen der Gemeinde Ratekau positiv entwickeln. Für das aktuelle Jahr 2018 wird im Ergebnis ein Minus von 430 000 Euro verbucht. Genau ein Jahr später, also Ende 2019 soll den Planungen zufolge ein Plus in Höhe von 64 500 Euro unterm Strich stehen. „Das ist zwar knapp“, erklärt Thomas Keller an die Adresse der Abgeordneten, „aber es ist ein Plus. Und ich kann Ihnen heute einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.“ Insgesamt hat der Etat der 15 200-köpfigen Gemeinde für 2019 ein Volumen von knapp 24 Millionen Euro.

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Dennoch bedeutet der erwartete kleine Überschuss für 2019 nicht, dass die Gemeinde Ratekau ohne Verbindlichkeiten dastehen wird. Auf der Agenda stehen für das nächste Jahr nämlich Investitionen in einer Gesamthöhe von rund 4,5 Millionen Euro. Um das zu realisieren, reichen die eigenen Mittel nicht ganz aus, so dass eine Kreditaufnahme in Höhe von 1,5 Millionen Euro vorgesehen ist, so der Bürgermeister. Auf dem Maßnahmenkatalog stehen unter anderem Reparaturmaßnahmen an Straßen, Wegen und Plätzen, die allein 1,7 Millionen Euro verschlingen. Geld wird auch in die Hand genommen für die Sanierung der Sporthalle Sereetz (500 000 Euro), den Neubau der Steganlage in der Badeanstalt Offendorf (400 000 Euro), für die Sanierung der Achim-Bröger-Schule Sereetz (348 000 Euro) oder 140 000 Euro für die Anschaffung von neuer Einsatzkleidung aller Wehrmitglieder. Auch im Rathaus ist ein Umbau geplant, „der gleich im Januar beginnen soll“, sagt Keller. Das jetzige Bürgerbüro wird das neue Trauzimmer werden. Die neuen, seit Mai dieses Jahres geltenden EU-Datenschutzrichtlinien erfordern noch mehr Diskretion bei Gesprächen. „Wir kommen am Datenschutz nicht vorbei“, sagt Keller, „deswegen werden wir mit dem Umbau gleich Anfang 2019 beginnen.“ Das Bürgerbüro bekommt dann einen anderen Platz im Rathaus.

Für die folgenden Jahre bis 2022 sind laut Plan keine weiteren Kredite geplant. Geht der Plan auf, wird Ratekau in vier Jahren einen Überschuss von 2,3 Millionen Euro verbuchen können. Das ist nicht zuletzt der Devise von Keller geschuldet: „Wir machen nur das, was wir uns leisten können.“ Fraktionsübergreifend gab es dafür für Keller und seine Verwaltung Anerkennung und ernst gemeintes Lob.

Doreen Dankert