Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Bad Schwartau Umweltpreis für Gert Kayser
Lokales Bad Schwartau Umweltpreis für Gert Kayser
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:57 13.01.2019
Mirjana Kayser nimmt für ihren Vater Gert Kayser den Umweltpreis der Stadt Bad Schwartau von Bürgervorsteherin Wiebke Zweig (r.) entgegen. Quelle: Sebastian Prey
Anzeige
Bad Schwartau

Seit vielen Jahren steht Gert Kayser schon ganz oben auf der Liste für den Umweltpreis der Stadt Bad Schwartau. Doch der 80-Jährige lehnte die Auszeichnung stets ab, um anderen die Ehre zuteil werden zu lassen. Am Sonntag nun sollte Kayser der Umweltpreis im Rahmen des Neujahrsempfangs verliehen werden. Doch am Tag zuvor stürzte Kayser unglücklich und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Den Umweltpreis nahm beim Neujahrsempfang nun Kaysers Tochter Mirjana entgegen. „Mein Vater hatte sich schon so sehr auf den Empfang gefreut und eine lange Rede vorbereitet“, sagte sie und nahm Blumen, Urkunde und einen Scheck in Höhe von 150 Euro von Bürgervorsteherin Wiebke Zweig in Empfang.

Dass der Naturfreund und Umweltschützer Kayser diese Auszeichnung mehr als nur verdient hat, machte Zweig in einer kleinen Ansprache zuvor deutlich. So gehörte Kayser zu den Gründungsmitgliedern des Umweltbeirats, den er auch 14 Jahre an der Spitze vertrat. Kayser gründete auch die Kinder- und Jugendgruppe Umweltfüchse, er bietet kostenlose Natursprechstunden für Bürger im Beratungszentrum an, führt Kinder und Erwachsene durch den Naturerlebnisraum Schwartautal und bietet zudem Naturaktivitäten in den Ferienpass-Programmen an. „Gert Kayser redet nicht nur, er handelt auch und lebt es beispielhaft vor“, lobte Zweig. Für Kayser gab es dann auch jede Menge Applaus von den rund 300 Anwesenden – mit dabei waren neben vielen Vertretern von hiesigen Vereinen und Verbänden auch Delegationen aus den Partnerstädten Bad Doberan und Villemoisson-sur-Orge. Bürgervorsteher Francois Chollet: „Es ist mir immer wichtig, hier zu sein. In diesem Jahr besteht die Partnerschaft seit 20 Jahren. Das zeigt unseren gemeinsamen Willen, die Freundschaft zu pflegen.“

Anzeige

Neue Förderprogramme bringen bis zu 30 Millionen Euro

Bürgermeister Uwe Brinkmann verkündete in seiner Neujahrsansprache zwei gute Nachrichten. Trotz der doch eher angespannten Hauhaltslage werde Bad Schwartau künftig große Investitionen in der Zukunft weiter tätigen können. Seine Bemühungen bei Land und Bund Klinken zu putzen, hätten sich ausgezahlt. So werde Bad Schwartau in zwei Förderprogramme aufgenommen, die in den nächsten Jahrzehnten bis zu 30 Millionen Euro in die Stadtkasse spülen werden. Die Aufnahme in die Programme „Aktive Ortsteilzentren“ und „Soziale Stadt“ seien aber keine reinen Geschenke. Das Geld fließt nur, wenn Bad Schwartau sich an den Kosten von Projekten mit einem Drittel beteiligt. So sei auch der Ankauf und Umbau des Amtsgerichtsgebäudes finanziell zu stemmen. Auch die Neu-Organisation der Jugendarbeit in Cleverbrück sowie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum könne über das Programm „Soziale Stadt“ mitfinanziert werden. Brinkmann betonte zudem, dass Bad Schwartau weiter seine herausragende Stellung als Schulstandort behalten müsse. „Es ist ein Standortfaktor und eine Bürde zugleich“, sagte Brinkmann und zählte die Millionenbeträge auf, die in die Grundschulen Bad Schwartau und Cleverbrück sowie die Gymnasien am Mühlenberg und Leibniz sowie in die Elisabeth-Selbert-Gemeinschaftsschule fließen werden. Um das alles finanzieren zu können, müsse die Stadt künftig unnötige Leistungen streichen, aber auch die Einnahmesituation verbessern. „Der finanzielle Kraftakt gelingt nur, wenn auf beiden Seiten Veränderungen vorgenommen werden“, sagte Brinkmann und merkte an, dass es in Bad Schwartau in den vergangenen 20 Jahren keine Gebühren- oder Steuererhöhungen gegeben habe.

Für die musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs, der mit dem gemeinsamen Singen des Schleswig-Holstein-Liedes endete, sorgte der Chor Go4Gospel unter der Leitung von Hedwig Geske.

Sebastian Prey

Anzeige