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Bad Schwartau Unterbringung von Flüchtlingen bleibt problematisch
Lokales Bad Schwartau Unterbringung von Flüchtlingen bleibt problematisch
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18:08 05.08.2019
In der Kritik: Die Unterkunft für Flüchtlinge im Stockelsdorfer Weg in Bad Schwartau. Quelle: Sebastian Prey
Bad Schwartau

Schlechte hygienische Zustände und zu wenig Platz: Bewohner, Kirchenvertreter und das Lübecker Flüchtlingsforum haben schon vor Monaten die Bedingungen in den Flüchtlingsunterkünften an der Pohnsdorfer Straße und insbesondere am Stockelsdorfer Weg in Bad Schwartau kritisiert. Im März gab es sogar eine Demo vor dem Rathaus. Der Protest hat etwas bewirkt, aber die Unterbringung von Flüchtlingen bleibt problematisch.

Schimmel an Fensterrahmen, Holzverkleidungen vergammeln

Pastorin Anne Rahe und Heide Plücker (SPD), Vorsitzende des Sozialausschusses, haben in der vergangenen Woche gemeinsam die Unterkunft im Stockelsdorfer Weg besucht. „Es ist dort etwas passiert. Die Situation hat sich gebessert, bleibt aber weiter problematisch“, berichtet Pastorin Rahe. Das Gebäude, das früher eine Gastronomie beherbergte, sei ganz einfach nicht als Wohnraum geeignet. Es fehle an Lüftungsmöglichkeiten. „Man sieht und riecht förmlich, dass es nicht gesund sein kann, dort zu leben. Die Fensterrahmen rotten vor sich hin und sind zum Teil schwarz von Schimmel. Holzverkleidungen gammeln vor sich hin und zerbröseln“, beschreibt Pastorin Rahe die Situation. Immerhin seien aber auch Mängel in den sanitären Anlagen behoben worden.

Irakische Familie zieht nach Lübeck

Dass sich die Situation im Stockelsdorfer Weg gebessert hat und noch verbessert wird, liegt aber vor allen Dingen daran, dass die Zahl der Bewohner deutlich zurückgegangen ist. Anfang des Jahres war die Unterkunft mit 27 Personen belegt. In Kürze wird dort nur noch eine afghanische Mutter mit ihren vier Kindern im Alter zwischen elf und 19 Jahren leben. „Die sind alle gut integriert und gehen zur Schule, der Älteste arbeitet bei der Vorwerker Diakonie. Das wäre natürlich großartig, wenn auch diese Familie eine eigene Wohnung bekommen könnte“, erklärt Pastorin Rahe. Für die Stadt Bad Schwartau kümmert sich Celina Jäger um die Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen. „Es ist schwer, Wohnraum zu finden. Wir tun, was wir machen können“, sagt die Mitarbeiterin im Ordnungsamt. Einige Flüchtlinge nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand und organisieren sich etwas Eigenes. So zieht jetzt eine sechsköpfige Familie aus dem Irak aus der Unterkunft am Stockelsdorfer Weg in ein eigenes Haus in Lübeck an der Schwartauer Landstraße. Ordnungsamtschef Bernd Kubsch: „Das hat uns alle hier riesig gefreut.“

Neue Container-Anlage mit Fitness-Raum

Ob der angespannten Lage bei der Unterbringung von Flüchtlingen hält sich Bad Schwartau bei der Aufnahme von weiteren Flüchtlingen zurück. „Was die Belegungsquote im Kreis angeht, rangiert Bad Schwartau ziemlich weit hinten“, berichtet Kubsch. Grundsätzlich bereitet sich Bad Schwartau aber auf weitere Flüchtlinge vor. So wird im August eine dritte Wohncontainer-Anlage für zwölf Personen am Pohnsdorfer Weg in Betrieb gehen. Zudem wird dort eine Container-Einheit mit einem Büro für Birte Engels-Rettig, die für die Stadt die Flüchtlingshilfe koordiniert, sowie ein Fitness- und Spielraum für die Bewohner hergerichtet. Derzeit leben in den beiden schon vorhandene Container-Anlagen rund 20 Flüchtlinge und 13 Obdachlose. Die Sozialausschuss-Vorsitzende Heide Plücker hat sich von den Zuständen dort ebenfalls persönlich einen Eindruck verschafft. „Die Unterbringung dort ist nicht schön, aber die Räume und sanitären Anlagen sind ordentlich“, erklärt Plücker. Aus ihrer Sicht müsse aber dingend in der Stadt sozialer Wohnungsbau entstehen. „Dieses Vorhaben muss die Politik ernsthaft angehen.“ Das sieht Ordnungsamtschef Kubsch genauso: „Wir müssen weg von der Unterbringung und hin zum Wohnen.“

Sebastian Prey

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