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Bad Schwartau Wieder sexueller Übergriff am Bahnhof?
Lokales Bad Schwartau Wieder sexueller Übergriff am Bahnhof?
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20:48 17.07.2018
Der Bad Schwartauer Bahnhof liegt mitten im Kuhholz. Die Bahnhofstraße führt in die Innenstadt. Quelle: Foto: Mertz
Bad Schwartau

Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, doch „es handelt sich um ein plausibles Geschehen“, sagt Oberstaatsanwalt Dirk Hartmann von der Lübecker Staatsanwaltschaft.

Wenn sich der Verdacht bestätigt, handelt es sich um ein abscheuliches Verbrechen: Zwei Mal soll ein 29-Jähriger im Bereich des Bad Schwartauer Bahnhofs sich sexuell an einer 27-Jährigen vergangen haben. Beide Vorfälle ereigneten sich im Mai, wie die Staatsanwaltschaft auf LN-Anfrage jetzt bestätigte.

Was ist geschehen? Am 6. Mai gegen 22 Uhr war eine 27-jährige Bad Schwartauerin auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause. Sie arbeitet in Scharbeutz, pendelt regelmäßig. In Höhe des Waldstücks an der Bahnhofstraße traf sie auf den ihr bekannten 29-Jährigen, einen aus Afghanistan stammenden Flüchtling, der schon länger in Bad Schwartau lebt. Der Mann soll die Frau in den Wald gezogen und sich dort an ihr vergangen haben. Das gleiche Szenario wiederholte sich laut Staatsanwalt Dirk Hartmann am 22. Mai: „Er hat vermutlich beide Male auf sie gewartet.“ Auf welche Weise er die 27-Jährige gezwungen hat, die Übergriffe über sich ergehen zu lassen, dazu will die Staatsanwaltschaft keine Angaben machen: „Es handelt sich immer noch um ein offenes Verfahren.“

Die Bad Schwartauerin hat jeweils am Tag nach den Taten Anzeige bei der Kriminalpolizei Bad Schwartau erstattet, die die Ermittlungen übernommen und unter anderem die Videoaufnahmen der Kameras am Bahnhof gesichtet hat. Da der mutmaßliche Täter und das Opfer sich kennen, wusste die Polizei ab der ersten Strafanzeige um wen es sich handelt.

Der 29-Jährige, der sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert hat, befindet sich derzeit nicht in Untersuchungshaft. „Ein dringender Tatverdacht gegen den Beschuldigten ist aktuell nicht zu begründen“, erklärt Oberstaatsanwältin Ulla Hingst, Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft. Ein solcher setze voraus, dass einem Verdächtigen die Tatbegehung höchstwahrscheinlich werde nachgewiesen werden können. Dies ist auf dem aktuellen Ermittlungsstand nicht gegeben. „Es dauern noch kriminaltechnische Untersuchungen an, deren Ergebnis aussteht“, sagt die Oberstaatsanwältin weiter. Weitere Details möchte sie mit Verweis auf die noch laufenden Ermittlungen nicht bekannt geben.

Die sexuellen Übergriffe im Mai waren nicht die ersten im Bereich des Bad Schwartauer Bahnhofs: Im Februar 2016 hatte ein 19-Jähriger dort einer jungen Frau aufgelauert, sie in die Herrentoilette des Bahnhofsgebäudes gezerrt und dort vergewaltigt. Im Mai des Jahres war der irakische Flüchtling von dem Jugendschöffengericht in Lübeck zu einer zweijährigen Jugendstrafe verurteilt worden.

Von Ilka Mertz

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