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Bad Schwartau Wolfgang Dunker führt ab sofort die Awo
Lokales Bad Schwartau Wolfgang Dunker führt ab sofort die Awo
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21:55 30.03.2017
Wechsel an der Spitze, sonst bleibt der Vorstand der alte; Heidi Gülow, Betty Kloss, Doris Jahnke, Wolfgang Dunker, Hildegard Engelbrecht, Lioba Mitter (v. l.). Quelle: Foto: Irene Burow
Bad Schwartau

Die Arbeiterwohlfahrt prägt zu einem großen Teil das gesellschaftliche Leben in Bad Schwartau: Nach vielen Jahren steht der Ortsverein nun unter neuer Führung. Der neue Vorsitzende heißt Wolfgang Dunker.

Unstimmigkeiten im Vorstand führten zum Wechsel – Hannelore Witt wird weiterhin Projekte leiten.

Café am Sonntag

Nächster Termin bei der Awo ist am Sonntag, 2. April, ein Kaffeetrinken in der Begegnungsstätte in der Auguststraße. Alle Menschen, ob Familien, alt oder jung, sind eingeladen zu Kaffee, Tee und Gebäck, zum Klönen und Kennenlernen auch von Neubürgern. Beginn ist um 15 Uhr.

Ganz lautlos ging der Wechsel an der Spitze nicht über die Bühne. Die langjährige Vorsitzende, Hannelore Witt, hatte zum Jahreswechsel den Posten aufgegeben. Der Vorstand musste sich neu sortieren.

Man sei froh, dass seit Januar alle geplanten Veranstaltungen stattfinden konnten, so Dunker am Mittwoch auf der Jahresversammlung, der sich beim Vorstand für die Arbeit „während der schwierigen Zeit im neuen Jahr“ bedankte. „Es kursierten unterschiedliche Gerüchte um die Gründe für den Führungswechsel“, sagte Dunker. Am Ende begründete er aus Sicht des Vorstands diese Entwicklung damit, dass „Projekte inhaltlich unterschiedlich in der Bedeutung gewichtet“ worden seien. Ihre ideenreiche und kreative Arbeit sei sehr geschätzt.

„Ich bedanke mich bei allen, die äußerlich und innerlich mit mir waren in dieser Zeit“, sagte Hannelore Witt sichtlich betroffen. „Nach 15 Jahren dieser ehrenamtlichen Tätigkeit ist es mir nicht leicht gefallen, die Aufgabe abzugeben.“ Aber die Zeiten hätten sich geändert. Sie bleibt der Awo jedoch erhalten. „Ich bin im Haus geblieben und bewohne jetzt nur noch ein Zimmerchen“, machte sie bildlich deutlich. „Und ich werde das machen, wofür ich mich von Beginn an eingesetzt habe – mit Herz zu helfen und Lebensfreude zu vermitteln.“ Es gebe genug Projekte, die ihr ans Herz gewachsen und zu ihren Kindern geworden seien. Dazu zählt zum Beispiel der Chor und die Flüchtlingsarbeit oder das Projekt „Wohnen gegen Hilfe. „Ich habe noch genug Arbeit“, so Witt.

Wolfgang Dunker ist ein „Ureinwohner“ von Bad Schwartau. „Ich bin einige Male im Ort umgezogen, weiter jedoch nicht“ , erklärte er. Er war über fünf Jahrzehnte bei der hiesigen Feuerwehr tätig, davon 15 Jahre als Ehrenbeamter der Stadt. Nach 40 Jahren im Bankwesen konnte er vorzeitig in Rente gehen. „Zwischen Geld alle und Renteneintritt lag über ein Jahr. In der Zeit lernte ich bewusst die Awo und die Tafel kennen“, erzählte Dunker. 2009 wurde er Mitglied, schließlich Kassenprüfer und zweiter Vorsitzender in den Jahren 2015 und 2016.

Jetzt werden die Karten bei der Awo neu gemischt: Die zweite Vorsitzende, Lioba Mitter, kündigte für die Zukunft „größtmögliche Transparenz“, „teamliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ und „eine klare Aufgabenverteilung“ an. Projekte sollen auf den Prüfstand kommen, erneuert oder eingestellt werden. Zum Beispiel das Fahrradprojekt. „Wir überlegen die wenig reflektierte Helferbörse durch eine offene Sprechstunde zu ersetzten“, so Mitter. Ein Fragebogen unter den Mitgliedern brachte neue Ideen hervor. Zum Beispiel ein Stammtisch für Ehrenamtler zum Kennenlernen und Vernetzen. Die Befragten sprachen sich auch für neue Kreativangebote aus und für ein Erzählkaffee, bei dem es um Erinnerungen an früher gehen soll, aber auch darum, was heute bewegt.

Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Mechthild Gerwarth, Egon Gerwarth, Heidi Gülow, Marianne Herzog, Sunna Kaiser, Dietrich Klindwort, Brigitte Kohn, Herbert Kohn, Irene Lenzing, Elsbeth Lychottka, Eva Münster, Helmut Münster, Karin Ohlsen, Barthold Ohlsen, Hildegard Rumpe, Günter Stave und Maria Trettin (10 Jahre); Marianne Brocks (15 Jahre); Barbara Bohacz, Edith Looks, Hannelore Scheel, Karin Schubert und Christa Voigt (20 Jahre); Gertrud Bergemann, Iris Kutz, Annemarie Krause-Guntrum und Elsa Schulz (25 Jahre); Manfred Hanisch und Gertrud Reichert (30 Jahre).

Mitglieder, Feste und Projekte

280 Mitglieder hat die Awo Bad Schwartau aktuell. Damit ist der Ortsverein der zweitgrößte in Ostholstein hinter Lensahn. 15600 Personen haben 2016 die Awo-Begegnungsstätte besucht. Ziel waren Feste, Theater, Deutschkurse für Flüchtlinge und sämtliche Projekte für Gruppen und Vereine.

325 Personen haben im vergangenen Jahr an den Reisen des Vereins teilgenommen.

Bei dem Projekt „Essen und Reden“ sind 3800 Essen ausgefahren worden.

18 Ehrenamtler arbeiten zurzeit bei der Tafel, die im vergangenen Jahr durch die Flüchtlingswelle erheblich mehr Arbeitsaufwand hatte. Gespendet worden sind über 8000 Euro, für die haltbare Lebensmittel eingekauft werden konnten.

 Irene Burow