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Bad Schwartau Zehn Jahre Seniorenkino in Bad Schwartau
Lokales Bad Schwartau Zehn Jahre Seniorenkino in Bad Schwartau
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17:47 17.01.2019
Zehn Jahre Seniorenkino in Bad Schwartau: Die Macher Peter Seedorf und Elisabeth Kremer mit Kino-Betreiber Lars-Roman Paech (re.).
Zehn Jahre Seniorenkino in Bad Schwartau: Die Macher Peter Seedorf und Elisabeth Kremer mit Kino-Betreiber Lars-Roman Paech (re.). Quelle: Sebastian Prey
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Bad Schwartau

Das Seniorenkino Bad Schwartau ist eine Erfolgsgeschichte. 130 Filme wurden in den vergangenen zehn Jahren gezeigt. Im Schnitt wurden 175 Besucher pro Vorstellung gezählt. „Das ist enorm. Ohne zu übertreiben, können wir das Seniorenkino mit einem Zuschauerkino gleichsetzen“, erklärt Peter Seedorf, der gemeinsam mit Elisabeth Kremer die Arbeitsgruppe Seniorenkino Bad Schwartau bildet. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2017 gehörte noch Ursula Nagel zum Macherkreis des Seniorenkinos. „Ursula Nagel hat schon großen Anteil daran, dass das Angebot so gut angenommen wird und wurde“, betont Elisabeth Kremer. Von dem Erfolg des Seniorenkinos ist auch Kino-Profi Lars-Roman Paech überrascht. „Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Angebot so lange Bestand hat. An allen anderen Kino-Standorten hat es auf Dauer nicht funktioniert“, sagt Movie Star-Chef Paech. Ob des guten Zuspruchs hat Paech die Organisatoren im Jahr 2016 sogar dazu ermuntert, den Film-Rhythmus von vier auf drei Wochen zu verkürzen.

Gute Lage und gutes Programm

„Keine Frage, dass wir darauf auch ein wenig stolz sind“, erklärt Seedorf, der aber auch die gute Zusammenarbeit mit Paech hervorhebt. „Die Kinoleitung hat bei hohem Zuschauerzuspruch spontan bis zu drei Kinosäle für das Seniorenkino geöffnet. Dadurch muss keiner Angst haben, draußen bleiben zu müssen“, sagt Seedorf. Das Geheimnis des Erfolges des Seniorenkinos hat aber laut Kremer viele Gründe. „Das Kino ist gut. Die Lage und Erreichbarkeit stimmen, dazu gibt es viele Parkplätze. Die Uhrzeit der Vorführungen um 14 Uhr wird gelobt“, erklärt Kremer. Neben dem stabilen Eintrittspreis von fünf Euro spreche natürlich auch die Programmauswahl für einen Kino-Besuch. „Bei uns bestimmen die Besucher das Programm. Wir machen Vorschläge und die Gäste stimmen über die Halbjahresprogramme mit acht Filmen ab. An die Auswahl halten wir uns dann auch“, erklärt Seedorf, der zumeist auch den Part übernimmt, die Besucher im Kino persönlich zu begrüßen und eine kleine Einführung in den Film zu geben. „Mit der persönlichen Ansprache baut man auch eine Beziehung auf“, weiß Seedorf. So hat sich im Laufe der Zeit das Einzugsgebiet der Stammgäste des Seniorenkinos immer weiter ausgedehnt. Seedorf: „Heute kommen die Zuschauer aus der gesamten Region um Bad Schwartau, Stockelsdorf, Sereetz, dem weiteren Ostholstein und aus dem Norden Lübecks mit Travemünde.“

Empfang vor dem Jubiläumsfilm

Die Filme „Willkommen bei den Hartmanns“ (493 Besucher) und „Ostfriesisch für Anfänger“ (484 Besucher) waren die erfolgreichsten in der Seniorenkino-Ära. „Deutsche Filme sind tatsächlich immer sehr beliebt“, berichtet Seedorf. Allerdings bilden auch zwei deutsche Filme die beiden letzten Plätze in der Publikumsgunst – „Zeugin der Anklage“ (33 Besucher) und „Canaris“ (36 Besucher). Der Premierenfilm des Seniorenkinos im Januar 2009 war übrigens „Die Buddenbooks“. 215 Besucher waren dabei. Zum Jubiläum wird am Dienstag, 22. Januar, um 14 Uhr die deutsche Erstverfilmung der Dreigroschenoper „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenoper“ gezeigt. „Der Film stand ganz oben auf der Programm-Abstimmungsliste“, sagt Seedorf, der zuversichtlich ist, dass bis zu 400 Besucher kommen werden. Bereits um 13 Uhr gibt es einen kleinen Empfang für die Besucher der Jubiläumsvorstellung. Natürlich werden auch einige geladene Gäste erwartet. So hat unter anderem Bad Schwartaus Bürgervorsteherin Wiebke Zweig ihr Kommen zugesagt.

Halbjahres-Programm 2019

22. Januar: „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“. 12. Februar: „Ballon“ – deutsches Fluchtdrama. 5. März: „Wer hat angst vor Virginia Woolf“ – schwarz-weiß Film aus dem Jahre 1966 mit Elizabeth Taylor und Richard Burton. 26. März: „Klassentreffen 1.0 – Die unglaubliche Reise der Silberrücken“ – deutsche Filmkomödie mit und von Til Schweiger. 16. April: „Book Club – Das Beste kommt noch“ – unter anderem mit Diane Keaton und Jane Fonda. 7. Mai: „Paris kann warten“ – US-Fim mit Alec Baldwin. 28. Mai: „Grüner wird’s nicht, sagt der Gärtner und flog davon“ deutsche Filmkomödie mit Elmar Wepper. 18. Juni: „Der Vorname“ – deutscher Film, der von einem Namenstreit handelt. Ein Kind soll den Namen Adolf bekommen.

Alle Vorführungen beginnen um 14 Uhr. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Die Vorstellungen können von allen Altersklassen besucht werden.

Sebastian Prey