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Bad Schwartau Zukunft des Erzgebirgler-Markts ist ungewiss
Lokales Bad Schwartau Zukunft des Erzgebirgler-Markts ist ungewiss
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17:26 04.12.2019
Bürgervorsteherin Wiebke Zweig, Ausstellerin Jana Geisler, Bürgermeister Uwe Brinkmann, Aussteller Heiko Sperber und Kulturmanagerin Judith Ohrtmann (v. l) machten den ersten Rundgang. Quelle: Maike Wegner
Bad Schwartau

Heiko Sperber ist gelernter Holzspielzeugmacher und seit vielen Jahren mit seinen Produkten auf dem Erzgebirgler-Markt in Bad Schwartau vertreten. „Schon meine Eltern waren hier“, erzählt der Aussteller. „Viele Kunden von damals kommen heute mit ihren eigenen Kindern. Diesen Bogen zwischen den Generation zu spannen ist etwas ganz besonderes.“ Am Mittwoch hat der Markt eröffnet. Bis Sonntag, 8. Dezember, sind die Türen der Krummlandhalle täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Quelle: Maike Wegner

Doch es könnte das letzte Mal sein, dass der traditionelle Kunsthandwerkermarkt dort seinen Platz findet. Das Problem: Es gibt keinen Nachwuchs. „Viele Gründungsväter- und mütter gehen altersbedingt in den Ruhestand“, erklärt Bürgermeister Uwe Brinkmann. Er verspricht aber auch, dass nach einer Lösung gesucht werde. „Das Gesamtkonzept des Weihnachtsmarktes haben wir in den letzten drei Jahren stetig weiter entwickelt und verbessert. Ich gehe davon aus, dass es auch mit den Kunsthandwerkern weiter geht.“ Die Frage ist aber, wo die verbleibenden Aussteller einen Platz finden könnten. Im Gespräch sind neben der Krummlandhalle der Marktplatz und das Foyer des Rathauses.

Fünf Aussteller gehen in den Ruhestand

Einer von denen, die in diesem Jahr das letzte Mal dabei sind, ist Harald Lorenz. „Ich werde bald 70, da muss man langsam ein Ende finden“, sagt er. Den Betrieb führt sein Sohn fort. Aber die lange Fahrt nach Bad Schwartau und die Kosten für den Transport der Waren stehen in keinem Verhältnis.

Harald Lorenz hat Pyramiden aus Holz dabei – doch nach diesem Jahr geht er in den Ruhestand. Quelle: Maike Wegner

„Dafür ist die Stimmung hier super. Die Bad Schwartauer sind sehr herzlich“, erzählt Ulrich Kochte. 550 Kilometer hat er zurückgelegt, um seine Holzprodukte zu präsentieren. Vor Ort zeigt der Holzbildhauer, wie seine Werke entstehen. „Seit 17 Jahren bin ich dabei. Ich würde auch nächstes Jahr wiederkommen, aber das wird sich noch entscheiden.“ Auch Heiko Sperber sagt: „Bad Schwartau, das ist eine Mischung aus Erfolg und Begeisterung.“ In den Anfangszeiten sei das Interesse riesig gewesen. Filmaufnahmen belegen, dass die Schlangen vor der Tür morgens bis an die Straße reichten.

Auch heute steige insbesondere das Interesse am Holzspielzeug wieder. „In Norddeutschland geht der Bedarf nach oben“, erzählt der Sprecher der Kunsthandwerker. Doch dem stehen allerdings die hohen Kosten und der Aufwand entgegen. Nachwuchs ist daher nur schwer zu begeistern. „Die meisten Kunsthandwerker sind versorgt. Sie stellen in ihrer Region aus“, sagt Sperber. Bei einem Gespräch zwischen Kunsthandwerkern und Stadt soll sich zeigen, wie es weiter geht. „Ich persönlich denke nicht, dass wir noch einmal in der Krummlandhalle stehen“, gibt Sperber offen zu.

Ein Hoffnungsschimmer ist die Drechselgenossenschaft Dregeno. Sie hat erstmals Produkte von über 130 Betrieben dabei und stellt diese im Auftrag aus. Ein Prinzip, dass auch in Zukunft denkbar und vor allen Dingen ausbaubar wäre. Der Wunsch auf Seiten der Stadt eine Fortsetzungslösung zu finden ist in jedem Fall da. „Wir können nur hoffen, dass der Markt fortgeführt werden kann. Er gehört zur Stadt“, sagt Bürgervorsteherin Wiebke Zweig.

Von Maike Wegner

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