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Lauenburg 100 Jahre Niederdeutsche Bühne Geesthacht
Lokales Lauenburg 100 Jahre Niederdeutsche Bühne Geesthacht
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10:18 07.10.2019
Rainer Dittrich, Norbert Kurtz und Dieter Jebens (von links) genossen die Jubiläumsgala an einem Tresen auf der Bühne des Kleinen Theaters und hörten Moderator Gerd Spiekermann zu. Quelle: TIMO JANN
Geesthacht

Genau 100 Jahre ist es her, dass Geesthachter eine Theatergruppe gegründet hatten. Sie saßen beim Bier in der Marktklause beisammen, als Peter Twesten tiefsinnig wurde: „Kinner, wi wöllt mal eene Theaterbühne gründen!..... Wat meent ji dorto?“ Gesagt, getan, der „Unterhaltungsverein fidele Welt“ als Vorgänger der heutigen Niederdeutschen Volksbühne war geboren. Für Speck, Eier und Kartoffeln hatten die Laiendarsteller einst ihr erstes eigenes Theatermanuskript erhalten.

Mit kurzen Aufführungen erinnerten die Schauspieler an die 100-jährige Geschichte des Vereins. So wurde einst ein Päckchen Kohle zum Heizen des Saals mitgebracht. Quelle: TIMO JANN

Das Jubiläum feierte der Verein mit gut 200 geladenen Gästen am Sonnabend mit einer Gala im Kleinen Theater Schillerstraße (KTS) – ihrer vor 25 Jahren eröffneten Spielstätte. „Die Niederdeutsche Bühne hat in unserem Haus schon Tradition. Sie absolvierten bei der Eröffnung die erste Aufführung und sind bis heute gern gesehener Gast bei uns. Es macht einfach Spaß, wenn der Verein im Haus ist“, sagt KTS-Geschäftsführerin Meike Peemöller. Gemeinsam wurde im Jubiläumsjahr von KTS und Bühne im Frühjahr das erste komodige Wienfest gefeiert, 2020 soll es fortgesetzt werden. „Wir sind eine große Familie“, sagt Meike Peemöller.

Oliver und Jasmin Fries kümmern sich seit Jahrzehnten um den Ticketverkauf der Niederdeutschen Bühne um deren Vorsitzende Marianne Kurtz (mitte). Quelle: TIMO JANN

Moderiert durch Gerd Spiekermann brachten die Schauspieler einen Teil aus 100 Jahren Geschichte während der Gala auf die Bühne. Die Gründungsszene, das Verbot während des Nationalsozialismus, den Wiederanfang mit Sketchen im Lazarett am Buntenskamp, die Konkurrenz durch das „Puschenkino“ und die Erinnerung an den Besuch der „Mutter der Nation“, Inge Meysel. „Kinder, ihr seid fabelhaft, so ein Theater hätte ich in einer Kleinstadt nicht erwartet“, soll sie 1967 gesagt haben. Ab 1974 nutzte die Niederdeutsche Bühne die Aula der Silberbergschule, ehe 1994 dank des Mäzens Dr. Detlef Kramer, der ein großer Fan des Theatervereins war, das KTS eröffnet wurde.

„Das Niederdeutsche ist auch sehr feinsinnig“, bemerkte Kreispräsident Meinhard Füllner in seiner Rede und nannte die Sprache ein „hohes zu schützendes Kulturgut“. Er erinnerte auch daran, dass die Schauspieler vor 100 Jahren einst als Hamburger begonnen hätten aber längst Lauenburger wären. „Das Niederdeutsche erfreut sich zunehmend Wertschätzung und Anerkennung“, berichtete Füllner. Bürgermeister Olaf Schulze zollten dem Verein seinen Respekt. Vor und hinter der Bühne werde mit „hoher Professionalität“ zu Werke gegangen, Herzlichkeit und Geborgenheit würde der Verein seinen Gästen entgegenbringen.

Marianne Kurtz, die Vorsitzende der Niederdeutschen Bühne, erinnerte an besondere Menschen aus der Geschichte des Vereins. Als sie die 60-jährige Mitgliedschaft von Norbert Kurtz erwähnte, gab es spontan stehende Ovationen. „Die Stimmung bei uns ist gut und wir sind alle mit Spaß und Freude bei der Sache“, sagte Marianne Kurtz am Rande der Gala, zu der die Gäste über einen roten Teppich ins KTS kamen. Ans Publikum richtete sie für die Treue ein „herzliches Dankeschön“. Von Sonnabend an zeigt das Ensemble „Pension Schöller“ im KTS, ab dem 22. November steht die Schummerstünn mit Sketchen, Döntjes und Musik auf dem Spielplan. Ein Konzept, dass sich die Geesthachter nach der Wende von der Niederdeutschen Bühne Wismar abgeschaut hatten.

Gala zum 100-jährigen Bestehen der Niederdeutschen Bühne. Kreispräsident Meinhard Füllner überreichte der Vorsitzenden Marianne Kurtz eine Ehrenurkunde zum 100-jährigen Vereinsjubiläum. Quelle: TIMO JANN

Von Timo Jann

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