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Lauenburg 168 Landwirte aus dem Lauenburgischen demonstrieren mit ihren Traktoren
Lokales Lauenburg 168 Landwirte aus dem Lauenburgischen demonstrieren mit ihren Traktoren
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11:25 14.11.2019
In Brunstorf trafen sich 168 Landwirte mit ihren Traktoren, um über die B 207 zur Treckerdemo nach Hamburg zu fahren. Quelle: Timo Jann
Brunstorf

168 Trecker machten sich am Donnerstagmorgen von Brunstorf aus auf den Weg zur großen Trecker-Demo nach Hamburg.

Über die Bundesstraße 207 ging es durch Dassendorf, Kröppelshagen, Börnsen und Wentorf nach Bergedorf und dann weiter Richtung Gänsemarkt. Mit 100 Traktoren hatte die Polizei am Treffpunkt auf dem Hof von Landwirt Frank Lütten in Brunstorf nur gerechnet. 15 Minuten hatte es allein am Dassendorfer-Kreuz gedauert, bis alle Fahrzeuge die Kreuzung passiert hatten. Lange Staus bildeten sich im Querverkehr.

Aus Stedesand kam Kim Steensen nach Brunstorf, um mit den Lauenburgischen Kollegen zur Treckerdemo nach Hamburg zu fahren. Quelle: Timo Jann

„Wir wollen eigentlich gerne mehr Dialog mit der Politik führen, aber der fehlt von deren Seite total“, klagte Landwirt Jan Schmedes aus Bresahn sein Leid. „Die Rahmenbedingungen müssen einfach stimmen, aber die am Schreibtisch ausgedachten Maßnahmen funktionieren in der Praxis einfach nicht“, meinte er und beteiligte sich deshalb an dem Konvoi und der Demo.

In Hamburg treffen sich die Umweltminister der Länder, um aktuelle Themen zu beraten. Darunter viele, die die Landwirtschaft betreffen.

In Hamburg wurde ein Verkehrschaos befürchtet, auf den Einfallstraßen gab es am Vormittag massive Behinderungen durch die vielen Konvois. Die Polizei sperrte an den Kreuzungen entlang der Fahrstrecken jeweils den Querverkehr ab und eskortierte die Landwirte in die City.

Protest zum Start der Umweltminister-Tagung: 168 Trecker aus dem Lauenburgischen machten sich am Donnerstagmorgen auf den Weg in die Hansestadt Hamburg.

Nach einer deutlich kleineren Demo im Oktober war es jetzt bereits die zweite Aktion der Landwirte, mit der sie auf ihre Situation aufmerksam machen wollten. Das ist ihnen gelungen, wobei es wegen der Verkehrsbehinderungen auch Kritik gab. „Sorry, anders hört uns niemand mehr zu“, stand auf einigen Traktoren. Entlang der Fahrstrecke durch das Lauenburgische standen viele Menschen am Straßenrand, um so ihre Unterstützung für die Landwirte auszudrücken.

Jan Schmedes aus Bresahn hofft auf mehr Dialog der Landwirte mit den Politikern. Quelle: Timo Jann

Kim Steensen hatte nach Brunstorf die weiteste Anreise. Aus Stedesand in Nordfriesland kam er zum Treffpunkt. Allerdings mit dem Auto. Er und ein Kollege bekamen von einem Landwirt vor Ort einen Traktor gestellt, um mit nach Hamburg fahren zu können. „Der Bauer hat in der Gesellschaft keinen Respekt mehr“, kritisierte Steensen. „Die Menschen müssen endlich wieder wissen, woher ihr Essen kommt“, machte er deutlich.

Um 8 Uhr startete der Konvoi in Brunstorf

„Wir sollen als Landwirte für alles verantwortlich sein, was schiefläuft. Dabei tun wir durchaus sehr viel für die Natur“, berichtete Birte Dreves aus Fahrendorf. Um aufzurütteln, beteiligte sie sich an der Demo.

Auch Johannes Siel aus Kasseburg war in Brunstorf mit einem Traktor am Start. „Irgendwann werden wir im Mai keine gelben Felder mehr sehen, weil es unter den Bedingungen nicht mehr funktionieren wird, Raps anzubauen. Für Zuckerrüben sieht das ähnlich aus. Dann wächst hier wohl nur noch Mais“, erklärte er. Ohne die üblichen Mittel einsetzen zu dürften werde es beim Raps schwer, für die Pflanzen schädliche Käfer zu verhindern, so Siel. Und Mais könne auch ohne zusätzliche Nährstoffe wachsen, tue der Natur als Monokultur aber weniger gut.

Johannes Siel aus Kasseburg fürchtet, dass Raps bald in der Landwirtschaft keine Rolle mehr sielen wird. Quelle: Timo Jann

Um 8 Uhr startete der Konvoi in Brunstorf und rollte dann mit Polizeieskorte Richtung Hamburg. Auf dem Gänsemarkt war für den Mittag die große Kundgebung angesetzt.

Birte Dreves aus Fahrendorf war ebenfalls bei der Demo am Start. Landwirte dürfen nicht allein für alles verantwortlich gemacht werden, meinte sie. Quelle: Timo Jann

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Von Timo Jann

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