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22:00 09.11.2019
Lichterprozession vom Dom bis zum Markt bei der Ankunft. In erster Reihe von links Lorenz Caffier (IM MV), Daniel Günther (MP SH), Klaus Schlie (Landtagspräsident SH), Andrea Tschacher (MdL SH), Birgit Hesse (Landtagspräsidentin MV), Ratzeburgs Bürgermeister Gunnar Koech und Kreispräsident Meinhard Füllner (Hzgt. Lauenburg). Quelle: Joachim Strunk
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Ratzeburg

Auch wenn es nicht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, sondern „nur“ im Live-Stream der Bundesregierung lief, machte diese Sendung, aber vor allem die Veranstaltung vor Ort bei den rund 1000 Gästen und Teilnehmern auf dem Ratzeburger Marktplatz einen nachhaltigen Eindruck. Wie schon am Nachmittag in Mustin nach Mustin waren auch abends Hunderte Menschen nach Ratzeburg gekommen, um gemeinsam den Sturz der deutsch-deutschen Mauer vor 30 Jahren zu feiern.

Auf der Webseite „www.unseregeschichte.bund.de“ konnte jedermann von 18.53 Uhr – dem Zeitpunkt der legendären Pressekonferenz mit Günter Schabowski, als dieser von seinem Zettel ablas und verkündete, dass die Grenze „sofort, unverzüglich“ geöffnet sei – bis fast 0 Uhr dem „längsten Gespräch Deutschlands“ folgen.

Zeitzeugen berichten von ihren Erfahrungen

Das „längste Gespräch“ war diesbezüglich nicht nur zeitlich, sondern vor allem räumlich gemeint: Denn die Übertragung begann im bayerischen Hof in Süddeutschland gegen 19 Uhr und entwickelte sich über 30 Geschichten und 26 Reportagen entlang der Grenze aus den vier Stationen bis hoch nach Ratzeburg. Überall kamen Zeitzeugen zu Wort, die von ihren damaligen Erlebnissen berichteten sowie von den anschließenden Erfahrungen.

Bilder von den Feierlichkeiten in Ratzeburg

In Ratzeburg begann der Feiertag um 16.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst im Dom unter dem Titel „Zur Freiheit befreit“. Im 30. Jahr der friedlichen Revolution sei es an der Zeit, sich erneut und verstärkt dem Frieden zu widmen, sagte Nordkirchen-Bischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt in ihrer Predigt: „Dem gesellschaftlichen Frieden in unserem Land, unserem Zusammenleben und unserem Miteinander.“

Ergriffen vom Mut der DDR-Bürger

Und dem Frieden weltweit, der weder zu trennen sei vom Thema der globalen Klimaveränderungen noch davon, mit welchen wirtschaftlichen Interessen Deutschland an Aufrüstung und Waffenexporten beteiligt ist.

Der katholische Erzbischof Stefan Heße hielt die biblische Lesung. Mit Blick auf den 9. November 1989 sagte er: „Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall bin ich immer noch ergriffen und begeistert von dem Mut der damaligen DDR-Bürger, mit dem sie einen ganzen Staat zu Fall gebracht haben.“ Ohne diesen Mut stünde er nicht dort, weil es ohne diesen Einsatz das Erzbistum Hamburg nicht geben würde.

500 Gläubige im Ratzeburger Dom

Neben Gastgeber Domprobst Gert-Axel Reuß nahmen fast 500 Gläubige und Gäste an dem Gottesdienst teil, darunter viele lokale, wirtschaftliche und politische Protagonisten wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier.

Nach dem Gottesdienst ging es gegen 17.30 Uhr in einer feierlichen Lichterprozession zu Fuß einige hundert Meter zum Marktplatz vor das Alte Kreishaus. Hier sprachen die Politiker kurze Grußworte. Ministerpräsident Daniel Günther erinnerte an die friedliche Revolution und an den Mut der Menschen in der ehemaligen DDR.

Spontane Einladung – verstärkte Zusammenarbeit

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gehören heute zusammen: Nicht als Ost und West, sondern als norddeutsche Nachbarn“, sagte Günther und erinnerte an den Herbst 1989: „Diese gemeinsame Geschichte verbindet uns. Wir haben die gleichen Bilder im Kopf, wie sich Menschen weinend, lachend und glücklich in den Armen lagen, als die Mauer fiel.“

Der Möllner CDU-Politiker und Landtagspräsident in Kiel, Klaus Schlie, lud seine Amtskollegin und mit ihr den gesamten Schweriner Landtag demnächst zu einer gemeinsamen Sitzung nach Kiel ein. Die Einladung nahm Birgit Hesse gerne an. Auch auf Kreis- und kommunaler Ebene versprachen Kreispräsident Meinhard Füllner sowie die Bürgermeister von Ratzeburg, Gunnar Koech, und Schönberg/MV, Stefan Korn, künftig eine engere, verstärkte Zusammenarbeit.

Die Stadtvertretungen von Ratzeburg und Schönberg machen schon am kommenden Dienstag den Anfang. Sie treffen sich zu einer gemeinsamen Sitzung in der lauenburgischen Kreisstadt – zuerst im Kreismuseum, wo sich die Politiker die Ausstellung der Bundespolizei zur Grenzöffnung 1989 anschauen, und anschließend im Rathaus.

Von Joachim Strunk

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