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Lauenburg 5000 Euro für kostenlose Verhütungsmittel
Lokales Lauenburg 5000 Euro für kostenlose Verhütungsmittel
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16:41 28.03.2019
Apotheker Dirk Buckenberg (Alte Apotheke Bad Segeberg) mit gängigen Verhütungsmitteln. Quelle: LNBILD
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Ratzeburg

Der Kreis stellt 5000 Euro zur Verfügung, damit Asylbewerber kostenlos Verhütungsmittel bekommen können. Zuständig für die Maßnahmen sind vom Kreis beauftragte Beratungsstellen der Diakonie und von pro familia. Bei den geförderten Verhütungsmitteln handelt es sich nach Angaben der Institutionen um Sterilisationsmaßnahmen von Männern oder Frauen, Hormon- oder Kupferspiralen, Drei-Monatsspritzen, Verhütungsringen und in Ausnahmefällen auch die Verabreichung der Pille. Einen entsprechenden Beschluss hat der Sozialausschuss des Kreises bei einer Gegenstimme gefasst.

In seinem im Dezember gefassten Haushaltsbeschluss hatte der Kreistag bereits 30 000 Euro für ein Projekt „Hilfen zur Empfängnisverhütung“ bereitgestellt. Im Rahmen der Verhandlungen mit den Beratungsstellen als Kooperationspartnern habe sich „als eine weitere Gruppe mit entsprechenden Bedarfen die der Leistungsbezieher nach dem Asylbewerberleistungsgesetz“ herausgestellt. Daher schlage die Verwaltung vor, dafür im laufenden Jahr ergänzend 5000 Euro aus dem zweckgebundenen Kreisanteil des Integrationsfestbetrages zu verwenden, heißt es in der Begründung.

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Für die Durchführung haben Kreis, Diakonie und pro familia eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Darin heißt es: „Diakonisches Werk und pro familia bieten bereits Beratungen nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz an. Hier sprechen vermehrt Frauen und Paare vor, die aufgrund fehlender finanzieller Spielräume gänzlich auf eine Verhütung verzichten oder sich für preisgünstigere, dafür aber weniger sichere Kontrazeptiva entscheiden müssen und bei denen es so zu ungeplanten und nicht selten auch ungewollten Schwangerschaften gekommen ist.“

Und weiter: Bis dahin funktionierende Familienstrukturen könnten nicht mehr oder nur mit der Hilfe von außen mit großem personellem und finanziellem Aufwand aufrechterhalten werden. Zudem bestehe die Gefahr, dass Eltern oder Elternteile solche Belastungssituation dauerhaft weder physisch noch psychisch verkraften. Dies hätte zur Folge, dass auf Hilfen weiterer Sozialleistungssysteme zugegriffen werden müsse wie Eingliederungshilfe oder Jugendhilfe. Im Kreis Herzogtum Lauenburg bestehe daher der politische Wille, solchen Problemlagen mit zielgerichteten finanziellen Hilfen entgegenzuwirken.

Holger Marohn

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