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Lauenburg Neue Studie: Kinder bewegen sich zu wenig
Lokales Lauenburg Neue Studie: Kinder bewegen sich zu wenig
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17:51 20.10.2018
Zu wenig Bewegung kann man beim Fußballtraining der D1/D2 Jugend des Möllner Sportvereins nicht beobachten. Die meisten der Kinder und Jugendlichen spielen lieber Fußball statt mit dem Smartphone – kennen aber auch Freunde, die lieber zuhause sitzen und „zocken“. Quelle: Lennard Schröder
Mölln

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Stunde Bewegung pro Tag, doch nur neun Prozent der Kinder und Jugendlichen erreichen diese Zahl im Herzogtum Lauenburg. Dies geht aus einer Studie des Instituts IGES für die AOK Nordwest hervor. Doch woran liegt der Bewegungsmangel und die fehlende Motivation zu Aktivität? Und was wird getan, um diesem Trend entgegenzuwirken?

„In den letzten 20 Jahren haben wir rund 6000 Sportverein-Mitglieder im ganzen Kreis verloren“, sagt Nicole Rusch vom Kreissportverband Herzogtum Lauenburg in Ratzeburg. Dieser Trend deckt sich mit neuen Zahlen der aktuellen Studie: Für jede dritte Familie spielt körperliche Aktivität in der Freizeit keine Rolle. Dafür steigt kontinuierlich der Medienkonsum der Kinder und Jugendlichen und überschreitet häufig die Empfehlungen von Gesundheitsexperten.

Beim Kreissportverband sieht man genau, in welchen Altersstrukturen es die größten Veränderungen gegeben hat. „Im Kindesalter beobachten wir noch sehr viel Interesse an den Angeboten der Sportvereine. Im Teenager-Alter beginnt dann die Zahl zu bröckeln. Mit dem Beginn des Studiums oder der Arbeit ist dann häufig gar keine Zeit mehr da für den Vereinssport“, so Rusch über die Entwicklungen.

Das Smartphone konkurriert mit Sport

Beim MSV Mölln sieht man durchaus die Auswirkungen von Smartphone und PC auf die Kinder – doch sie kommen trotzdem regelmäßig und gerne zum Training und bewegen sich viel, so die Trainer. Quelle: Lennard Schröder

Doch was sagen die Kinder selbst über Sport und Bewegung? „Wir kommen richtig gerne zum Fußballtraining, wir sind Fußball-süchtig“, sagen die Kinder der Möllner D1/D2 Fußballmannschaft beim Training auf dem Möllner Waldsportplatz. Die 10- bis 12-Jährigen kennen aber auch Freunde, die lieber Zuhause bleiben. Häufig ist vom stundenlangen „Zocken“ die Rede, es fallen die Namen aktueller Computerspiele. „Meine Eltern motivieren mich zum Sport und achten darauf, dass ich nicht zu lange vor dem PC sitze“, erzählt einer der Fußballer. Vielen seiner Mannschaftskollegen geht es ähnlich.

Jugendleiter der MSV-Fußballabteilung Malte Henningsen aus Mölln sieht die Eltern in der Pflicht: „Natürlich sollen Kinder an Computer und Smartphone herangeführt werden, aber nicht zu früh und auch nicht zu lange pro Tag. Da müssen die Eltern aufpassen.“ Wenn die Kinder erst einmal mit dem Sport und regelmäßigem Training angefangen haben, würden sie ganz von allein immer mehr Spaß am Sport bekommen, so Henningsen weiter.

Mit insgesamt 18 Jugendmannschaften sei der Fußballsport weiterhin sehr beliebt. „Gerade in den letzten drei Jahren haben gerade die jüngeren Mannschaften viel Zulauf bekommen. Dafür sind die älteren A- und B-Jugenden etwas zurückgegangen“, berichtet Jugendleiter Henningsen. Solche Veränderungen seien aber nichts Neues, einen vermeintlichen Negativtrend sieht Henningsen nicht.

Drei Projekte für mehr Bewegung

Auch wenn Fußball noch immer ein beliebter Sport ist, sieht es in anderen Sparten durchaus anders aus. Der Kreissportverband sieht einen Trend, dem es entgegenzuwirken gilt. „Die Sportvereine setzen vermehrt auf flexible Kurse“, erzählt Nicole Rusch. „Viele Menschen wollen sich zeitlich nicht festlegen, wann sie Sport machen.“ Auch versuche man, die Eltern mehr für Sport zu begeistern. „Wenn die Eltern ihren Kindern viel Bewegung und Aktivität vorleben, prägt das die Kinder sehr“, so Rusch weiter.

Bei der AOK gibt es mehrere Strategien, Kinder zu mehr Bewegung zu motivieren. „Zusammen mit dem Landessportverband unterstützen wir das Projekt „Schule und Verein“, bei dem Vereine zusammen mit den Schulen mehr Sportangebote für Schüler schaffen“, sagt Cornelia Timm von der AOK Nordwest. „Das Laufabzeichen-Projekt „Laufwunder“ motiviert Schüler, bis zu einer Stunde am Stück zu laufen. Auch das Schülerprojekt „natürlich erleben“ bringt die Schüler durch Outdoor-Unterricht nach draußen und zu mehr Bewegung“, erzählt Timm über weitere Projekte der AOK.

Trainer appelliert an Eltern

"Bewegung ist für die Kinder wahnsinnig wichtig. Die Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder nicht zu viel das Smartphone oder den PC benutzen, sondern sie zum Sport motivieren", sagt Trainer der D1/D2 Jugend-Fußballmannschaften Thorsten Röpke. „Wir als Trainer wollen, dass für die Kinder der Spaß an Bewegung im Vordergrund steht. Aber natürlich ist auch der Anreiz, zum Beispiel Fußballspiele zu gewinnen, eine extra Motivation“, so Röpke weiter. „Ganz ohne die neuen Medien sollen die Kinder heutzutage natürlich nicht aufwachsen. Aber Eltern können zum Beispiel feste Zeiten für Smartphone und PC mit ihren Kindern vereinbaren, so bleibt die Nutzung im Rahmen.“

Lennard Schröder

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