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Lauenburg Ist Antrag der Grünen gesetzeswidrig?
Lokales Lauenburg Ist Antrag der Grünen gesetzeswidrig?
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11:12 13.06.2019
Durch perfekte Bedingungen konnte sich der Borkenkäfer ausbreiten. Sein Befall stellt eine Gefahr für die Fichten dar. Förster Andre Guiard versucht, die Bäume zu retten. Quelle: TIMO JANN
Ratzeburg

Die Kreisgrünen wollen Fanghaufen mit Duftfallen zur Bekämpfung der massenweisen Verbreitung des Borkenkäfers in den Kreisforsten verbieten. Der Käfer bedroht vor allem die Fichtenbestände in bislang nie da gewesener Weise. Doch bei einem möglichen Beschluss droht ein Problem. Er wäre wohl rechtswidrig, weil er gegen eine Anordnung des grünen Umweltministeriums verstoßen würde. Und nicht nur das: Ein Verzicht wäre zwar Borkenkäfer- und damit insektenfreundlich, wäre aber gleichzeitig klimaschädlich.

In einer Stellungnahme hat sich jetzt die Forstbehörde aus fachlicher Sicht geäußert und widerspricht dem Antrag der Grünen. „Das Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln zur Begiftung von Holzpoltern sowie durch die Aufstellung der Fangnetze TriNet kann aus grundsätzlichen Überlegungen und Überzeugungen sicherlich unterschiedlich bewertet werden“, heißt es in dem Papier. Aus rein fachlicher Sicht und auf Basis der heute bestehenden wissenschaftlichen Erkenntnis gebe es jedoch eindeutige Gründe.

So ergebe sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln als „Ultima Ratio“ aus dem Gesetz sowie konkret aus der Anordnung des Ministeriums (unter grüner Führung). Ein Zuwiderhandeln wäre damit für den Forstbetrieb nicht zulässig.

Richtig sei allerdings, dass das Saarland und die Stadt Lübeck gegen den akuten Borkenkäferbefall keine besonderen Schutzkonzepte hätten. Sie überließen ihren Wald dem natürlichen Prozess und würden damit die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen akzeptieren. Zwar betrieben auch die Kreisforsten seit Jahren einen Weg von historisch bedingten Fichtenreinbeständen zu stabilen, klimastabilen, standortgerechten Mischwäldern. Dies benötige aber Zeit.

Nach entsprechenden wissenschaftlichen Erkenntnissen würden auch andere Forstverwaltungen wie im grün regierten Baden-Württemberg, in Hessen oder Niedersachsen folgen – und dies zum Teil in deutlich radikalerer Form, als die Anordnung des Landes Schleswig Holstein es vorsehe.

Ein Verzicht auf Pflanzenschutzmitteln führt zu anderen ökologischen Folgen wie Verlust von kohlendioxidbindendem wachsendem Holz, Verlust von Waldlebensraum und dem Verzicht auf die Nutzung eines nachwachsenden Rohstoffs, heißt es in der Erklärung des Kreises.

Nadelholz wie Fichtenholz ist ein unverzichtbarer Bestandteil für den Bau ökologisch nachhaltiger Gebäude. Außerdem ist Deutschland schon jetzt ein Nettoimportland von Holz. Jedes Fichtenbrett und jeder Fichtenbalken, der nicht aus vor Ort geschlagenen Stämmen hergestellt werden kann, muss klimaschädlich importiert werden.

In einem weiteren Antrag zur Kreistagssitzung wollen die Grünen den Klimanotstand ausrufen lassen. Da heißt es, der Kreis solle „die Auswirkungen auf das Klima bei allen Entscheidungen berücksichtigen und wenn immer möglich jene Entscheidungen prioritär behandeln, welche die Klimakrise und deren Folgen abschwächen“.

Holger Marohn

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