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Lauenburg Rekord im Herzogtum Lauenburg: So wenig Arbeitslose wie noch nie
Lokales Lauenburg Rekord im Herzogtum Lauenburg: So wenig Arbeitslose wie noch nie
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16:26 29.03.2019
Die Tischlermeister Felix (l.) und Wolf-Dieter Lange nutzen die Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit, um ihren Mitarbeiter zu unterstützen. Quelle: Arbeitsagentur Bad Oldesloe
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Bad Oldesloe

Die Arbeitslosenzahlen sinken – und das rekordverdächtig. 4986 Menschen sind im Herzogtum Lauenburg ohne Arbeit. Das sind 180 weniger als im Vormonat und 412 weniger im Vergleich zum Vorjahr. Das teilte die Agentur für Arbeit Bad Oldesloe mit.

Die Arbeitslosenquote rutscht mit 4,8 Prozent unter die Fünf-Prozent-Marke. „In den ersten drei Monaten verzeichnen wir die besten Arbeitsmarktdaten für ein erstes Quartal im Herzogtum Lauenburg seit Erhebung der Arbeitslosendaten auf Kreisebene“, sagt Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe. Diese startete vor 22 Jahren.

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Weniger Arbeitslose und steigender Personalmangel

Werkstoff Holz: die Leidenschaft des angehenden Tischlers Pawel Florczak Quelle: Arbeitsagentur Bad Oldesloe

Mit einher geht jedoch ein anderes Problem: der Fachkräftemangel. Die Betriebe im Kreis haben immer mehr Aufträge und suchen händeringend nach Personal. Bei abnehmender Arbeitslosigkeit wird es jedoch immer schwieriger für Unternehmen, geeignete Mitarbeiter geschweige denn Fachkräfte zu finden. „Für knapp 70 Prozent der Stellen wird ausgebildetes Personal gesucht“, sagt Agentur-Chefin Grote-Seifert.

Die Betriebe setzen deshalb vermehrt auf die Ausbildung junger Menschen. Darüber hinaus rät die Arbeitsagentur, Mitarbeiter der eigenen Belegschaft, die noch keinen Berufsabschluss haben, zu qualifizieren. Die Tischlerei Lange aus Büchen hat dieses Modell bei sich im Betrieb angewendet und nun einen neuen Fachmann dazugewonnen. Sein Name ist Pawel Florczak.

Ein Lösungsvorschlag: Eigene Belegschaft ausbilden

Der 36-Jährige ist seit sechs Jahren in dem Tischlereibetrieb beschäftigt und hat bislang im Trockenbau gearbeitet. Wolf-Dieter Lange und Sohn Felix, die den Familienbetrieb leiteten, boten Florczak eine Weiterbildung zur Montagefachkraft an. Im Gespräch zeigte sich, dass der Tischlerei-Helfer sich zwar gern qualifizieren, aber lieber eine Ausbildung zum Tischler machen würde.

„Seitdem ich Deutschland bin, wollte ich schon immer mit Holz arbeiten“, erzählt der gebürtige Pole, der mit seiner Ehefrau und vier Kindern in Breitenfelde lebt. Auch würde er gern mehr Geld verdienen und einen deutschen Facharbeiterbrief besitzen. So einigte man sich auf das Qualifizierungsziel „Tischler“.

Qualifizierung ist eine Win-win-Situation

„Mit der Ausbildung sichert Pawel seinen Arbeitsplatz zusätzlich ab. Für uns hat das aber auch einen weiteren Aspekt. Es ist sein Wunsch und den möchten wir unterstützen. Uns geht es darum, dass unsere Mitarbeiter zufrieden sind“, sagen die beiden Tischlermeister. „Als gelernter Tischler findet er überall er Arbeit. Aber auch wir gewinnen, wenn wir einen weiteren qualifizierten Tischler im Betrieb haben.“ Der Wunsch nach einem höheren Verdienst wird sich für den angehenden Tischler erfüllen. „Nach seinem Abschluss kann er monatlich ungefähr € 400,- mehr verdienen als jetzt“, schätzt Wolf-Dieter Lange.

Seit dem 01. August 2018 ist Florczak jetzt der vierte Tischler-Auszubildende im Betrieb. Er ist direkt in das zweite Ausbildungsjahr eingestiegen und seine Ausbildung dauert zwei anstatt sonst drei Jahre. Die Grundlagen aus dem ersten Ausbildungsjahr hat der 36-jährige zu Hause nachgeholt und bereitet sich jetzt auf die Zwischenprüfung Anfang April vor. Seinen Gesellenbrief wird er dann im Sommer 2020 bekommen.

LN

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