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Lauenburg Artothek – Kunst als Begleitung im Alltag
Lokales Lauenburg Artothek – Kunst als Begleitung im Alltag
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21:47 12.07.2019
30 Jahre Artothek – ein Gespräch mit Organisatorin Regine Bonke (Bildmitte) und den Nutzern Rüdiger Busch und Sabina Ley. Quelle: Thomas Biller
Mölln

Seit 30 Jahren bietet die Artothek nunmehr Kunst auf Zeit für daheim an. Manch einer nutzt das Angebot seit Jahrzehnten, andere kommen neu hinzu. Gemeinsam mit der Künstlerin Regine Bonke, die ehrenamtlich Motor der Artothek ist, haben wir ein Gespräch mit zwei unterschiedlichen Nutzern geführt, um mehr zu erfahren.

Rüdiger Busch ist technischer Beamter und lebt in Mölln. Seit 28 Jahren leiht er sich regelmäßig Bilder aus der Artothek aus. Sabina Ley wohnt in Ratzeburg. Die Architektin ist erst vor rund einem Jahr auf die Artothek aufmerksam geworden und nutzt seitdem die Angebote. Unsere Gesprächspartner begegnen sich beim Treffen im Lesesaal der Möllner Stadtbücherei, dort, wo auch die Artothek ihre Heimat gefunden hat, zum ersten Mal.

„Ich habe in der Stadtbücherei die Plakate gesehen und auch etwas in der Presse gelesen. Wir waren gerade nach Mölln gezogen und ich hatte eine leere Wand“, erinnert sich Rüdiger Busch. Für jeweils drei Monate verleiht die Artothek ihre Kunstwerke; an diesen Rhythmus hat sich Busch längst gewöhnt und tauscht die Exponate aus. Bei Bildern, die ihm besonders gut gefallen, bittet er auch ab und an um eine Verlängerung. Das ist auch telefonisch möglich, soweit die Bilder nicht vorbestellt sind.

„Ich habe im Wohnzimmer zwei Nägel in der Wand; das ist der Platz für die Bilder aus der Artothek“, sagt er. Gut 100 Bilder waren es in den vergangenen 28 Jahren, „aber einige Bilder holt man auch immer wieder“.  

Man hat die Kunst an der Wand, aberman kommt ins Gespräch über das Leben

Ein besonderer Reiz ist es für Rüdiger Busch, wenn Freunde oder Bekannte kommen. „Die kennen natürlich alle den festen Platz und sagen, ob es ihnen zusagt oder eher nicht. Ich leihe mir gern etwas Modernes aus, was etwas mehr Farben hat“, sagt Busch, „und ich finde es interessant, wie meine Gäste auf das jeweilige Bild reagieren“.

„Man hat die Kunst an der Wand, aber man kommt ins Gespräch über das Leben“, ist die Erfahrung von Regine Bonke. Sie sagt: „In der Leihe liegt die Chance des Wechselns.“

Sabina Ley hat durch eine Freundin, die auch regelmäßig Bilder ausleiht, von der Artothek erfahren. „Gewusst habe ich von dem Angebot schon länger, aber bis ich dann die Kurve bekommen habe, hierherzukommen, hat es einfach gedauert. Ich fand das aber schon immer eine supergute Idee“, sagt die Ratzeburgerin. Auch bei ihr gibt es einen speziellen Platz am Essplatz, der jeweils immer Raum für zwei Bilder bietet. „Jetzt haben wir gerade sogar drei kleinformatige Bilder hängen. Für die Leih-Bilder haben wir eine Bilderleiste montiert“. Landschaften und Tiere gehören bislang zu den bevorzugten Motiven. Manchmal ist die jeweilige Leihe im Hause Ley auch eine Entscheidung der Familie: „Die letzten zwei Male sind wir bewusst mit unseren erwachsenen Kindern hergekommen und haben die aussuchen lassen.“

Es ist Teil des Spaßes, herzukommen und im Katalog etwas auszusuchen

Einig sind sich Sabina Ley und Rüdiger Busch, dass die Öffnungszeiten der Artothek für Berufstätige knapp bemessen sind. Sie wissen aber auch, dass der Aufwand ehrenamtlich geleistet wird und die Bücherei um 17.30 Uhr schließt. „Ich kann mich darauf einstellen und es ist Teil des Spaßes, herzukommen und im Katalog etwas auszusuchen“, meint Ley. „Jeder, der eine weiße Wand zu Hause hat, findet in der Artothek immer ein schönes, buntes Motiv“, sagt Busch und Sabina Ley ergänzt: „Es ist auch ein Statement gegen die Bilderflut. Ich kann es jedem empfehlen, sich ein Bild hinzuhängen und sich damit mal drei Monate lang auseinanderzusetzen. Man entdeckt immer wieder Neues.“ Bevor Sabina Ley und Rüdiger Busch erstmalig gemeinsam in einem Katalog blättern, resümiert Busch schmunzelnd zum Gesprächsende: „Das Leben mit Exponaten aus der Artothek hat meinen Söhnen zumindest nicht geschadet. Sie besuchen heute immer wieder Museen und Ausstellungen.“

Thomas Biller

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