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Lauenburg Auf der Suche nach den ungeahnten Talenten
Lokales Lauenburg Auf der Suche nach den ungeahnten Talenten
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21:10 27.05.2015
Ratzeburg

„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ ist eine alte Weisheit in Deutschland, für die die meisten Schüler aber nur eine typische Handbewegung übrig haben: den Zeigefinger Richtung Stirn. „Die meisten lernen doch nur, damit sie keinen Stress in und mit der Schule bekommen“, sagt Wolfgang Reetz, seit 2011 Koordinator der pädagogischen Sondermaßnahme „Auszeit“des Ratzeburger Schulverbandes an der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen (GLS).

Insbesondere Kinder und Jugendliche „mit zum Teil erheblichen sozialen und emotionalen Schwierigkeiten“, oft als verhaltensauffällig oder gar unbeschulbar bezeichnet, wie Arndt Vogt, Leiter des Förderzentrums Pestalozzischule Ratzeburg, erklärt, hätten dagegen oft ungeahnte praktische Fähigkeiten und händische Talente. Die würden im normalen schulischen Betrieb oft untergehen oder gar nicht erst bemerkt. Aus diesem Grund wurde vor anderthalb Jahren die „Auszeit“ ins Leben gerufen.

Hier nähmen die „etwas anderen“ Schülerinnen und Schüler der 7., 8. oder 9. Jahrgangsstufe nicht am regulären ein- oder zweiwöchigen Betriebspraktikum teil, sondern würden über einen wesentlich längeren Zeitraum an ein bis drei Tagen der Woche in ein Unternehmen gehen und dort die Anforderungen kennen lernen. An den übrigen Wochentagen besuchten sie die Schule. „Dadurch können wir ihnen viel besser die Notwendigkeit und den Wert etwa mathematischen Wissens vermitteln. Wenn sie beispielsweise ausrechnen müssen, wie viele Fliesen der Größe 30 mal 30 Zentimeter für einen 15 Quadratmeter großen Raum benötigt werden“, erklärt Reetz.

Anhand dieses Beispiels würden ansonsten lernschwache Schüler animiert, sich mit der Mathematik zu befassen und sie praktisch einzusetzen. Henning Nitz, Leiter der GLS, und Ulrich Keller, Leiter des Berufsbildungszentrums Mölln bestätigen den Motivationsschub bei diesen Schülern. „In den Betrieben lernen sie zudem viel leichter, sich entsprechend sozial zu integrieren“, so Nitz, der das Auszeit-Projekt aber als Zusatzangebot zu den bislang üblichen Regelpraktika wissen will. „Diese bieten wir selbstverständlich auch weiter an.“

Um dieses Projekt vor allem bei den Partner-Unternehmen auf eine breitere Basis mit einem größeren Spektrum an Handwerks- und Handelsberufen zu stellen, bietet der Schulverband nun einen speziellen Informationsabend an: „Betrieb und Schule: eine zukunftsweisende Symbiose“, lautet das Motto des Abends am Donnerstag, 28. Mai, um 19 Uhr im Ratzeburger Rathaus, der sich an möglichst viele Unternehmen und Betriebe richtet. Den Firmen/-Inhabern soll auch die Furcht oder das Vorurteil genommen werden, dass es sich bei Bewerbern mit schlechten Schulnoten auch um einen schlechten Handwerker, Arbeiter oder gar Menschen handelt.

Nach einer Einführungspräsentation, bei der auch ein Unternehmer von seinen positiven Erfahrungen mit dem Projekt berichten soll, wird in einer moderierten Diskussion versucht, Wege aufzuzeigen und zu finden, um den Betrieben geeignete Auszubildende und zukünftige Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit der Schule zu sichern.

Heute noch anmelden
Anmeldung zu dem Abend bei den genannten Schulen und Schulleitern oder im Rathaus zu Ratzeburg bei Mark Sauer unter Telefon 04541/8000-114, Mail: sauer@ratzeburg.de.

Joachim Strunk

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