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Lauenburg Ausstellung mit Exlibris über Narren in der Kunst
Lokales Lauenburg Ausstellung mit Exlibris über Narren in der Kunst
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18:23 08.03.2019
Der Sammler Paul G. Becker vor einigen Motiven der Ausstellung. Quelle: FOtos: Matthias Schütt
Mölln

Große Kunst auf kleinen Blättern, das sind Exlibris: Gedruckte Grafiken, mit denen Liebhaber seit Urzeiten ihre Bücher als persönliches Eigentum kennzeichnen. Gut 300 Exlibris zum Thema „Von Eulenspiegel und anderen Narren“ sind derzeit im Möllner Museum zu sehen. Sie gehören zur Sammlung von Paul G. Becker, der die Ausstellung aus seiner mehrere Tausend Exlibris umfassenden Sammlung zusammengestellt hat. Zur Freude der Besucher, die am Sonntag zur Ausstellungseröffnung gekommen waren, verkündete der 87-jährige frühere Buchhändler, dass er seine Narren-Exlibris dem Museum als Schenkung überlässt.

Um die Feinheiten der kleinen Kunstwerke zu entdecken, braucht man gute Augen. Oder Lupen, die Museumsleiter Michael Packheiser vorsorglich bereitliegen hat. Exlibris sind zwar Gebrauchsgrafiken, aber viele große Künstler haben sich auf diesem Gebiet betätigt. „Von Dürer bis Picasso gibt es kaum einen Großen, der sich nicht auch einmal mit Exlibris befasst hat“, umreißt Becker die kunsthistorische Bedeutung. Entsprechend groß ist der künstlerische Wert vieler dieser Blätter, die oft nur in kleinen Auflagen gefertigt wurden. „Von Emil Nolde und Ernst Barlach gibt es, soviel ich weiß, nur einzelne Exlibris“, erzählt Becker. „A. Paul Weber hat dagegen fast hundert gestaltet.“

Dürer deutet darauf hin, dass sich diese Kunst von Deutschland aus verbreitete. Heute wird die Exlibris-Kultur in aller Welt gepflegt, und besonders intensiv in den osteuropäischen Staaten. Dort, so Museumschef Packheiser, stehe auch die Buchkultur traditionell in höherem Ansehen als in anderen Teilen der Welt. Über 50 Künstler aus 20 Ländern sind mit ihren Werken in der Narren-Ausstellung zu sehen. Dieses Sammelgebiet ist für Paul G. Becker noch relativ neu. Der gebürtige Kölner, der sein Arbeitsleben u.a. in Gütersloh verbracht hat, lebt seit zehn Jahren im Augustinum in Mölln und ist erst über Till Eulenspiegel auf das Thema gestoßen.

Zu den Schwerpunkten seiner Sammlung gehören rund 1200 Exlibris zu dem Roman „Don Quijote“ von Miguel de Cervantes. Ähnlich groß ist seine Sammlung japanischer Exlibris. Was ihn besonders an diesem Sammelgebiet reizt, erläutert Becker gern: „Es ist die Vielfalt an grafische Techniken, mit denen Exlibris gestaltet werden. Es begann mit dem Holzschnitt, später im Kupferstich, Stahlstich, als Lithographie oder auch als Radierung. Und heute entstehen Exlibris natürlich auch am Computer.“

Die Schau wird bis zum 24. März gezeigt. www.moellner-museum.de

Matthias Schütt

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