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Lauenburg Auto kracht in historische Dampflok
Lokales Lauenburg Auto kracht in historische Dampflok
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13:22 11.06.2019
Eine Autofahrerin ist in die Dampflok Karoline gekracht und hat einen schweren Schaden verursacht. Quelle: TIMO JANN
Geesthacht

Kann man die 56 Tonnen schwere Dampflok Karoline übersehen? Ja, man kann – angeblich. Eine 82 Jahre alte Autofahrerin gab gegenüber der Polizei an, dass sie die Dampflok auf dem Bahnübergang am Neuen Krug übersehen hatte und dem Koloss mit ihrem Kleinwagen deshalb in die Seite gekracht war. 56 Tonnen Lok gegen 970ß Kilo VW. Wie durch ein Wunder überstand die Seniorin den Unfall bis auf einen Schock unverletzt. Der Aufprall war so stark, dass der VW Up vorne völlig zerstört wurde.

Gegen 16.30 Uhr am Sonntag war Lokführer Christian Pries mit Karoline samt den sechs Waggons und zahlreichen Fahrgästen von Bergedorf aus auf dem Weg nach Geesthacht. Pries passierte bei für den Straßenverkehr rotem Blinklicht die Düneberger Straße und rollte direkt dahinter über den Übergang am Neuen Krug. Nach Polizeiangaben war auch hier das rot blinkende Signallicht in Betrieb. Die Geesthachterin mit ihrem VW bemerkte wohl weder das Warnsignal noch die Lok. Sie krachte gegen die Aufstiegsbleche der Lok und in das Antriebsgestänge der Achsen. Sie hätte die 1945 gebaute Lok eigentlich passieren lassen müssen.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Kleinwagen herum geschleudert, Pries leitete sofort eine Notbremsung ein. „Erst durch die Vollbremsung hat man im Zug bemerkt, dass etwas nicht stimmt“, berichtete Björn Reuter, der zum ersten Mal mit dem Museumszug unterwegs war. „Die Eisenbahner habens ehr professionell reagiert“, erklärte er. Die Passagiere blieben unverletzt, um die 82-Jährige kümmerte sich ein alarmiertes Notarztteam. Doch die Frau verweigerte den ihr nahegelegten Transport ins Krankenhaus und blieb vor Ort. Die Fahrgäste konnten die Waggons per Leiter verlassen.

Es war bereits die dritte Tour am Pfingstsonntag, bei der das Unglück geschah. Karoline musste nach dem Zwischenfall abgeschleppt werden. „Das Antriebsgestänge ist verzogen, wir müssen sehen, wie die anderen Teile dahinter aussehen“, berichtete Pries. Vorsorglich wurde das Gestänge für das Abschleppen demontiert.

„Der Schaden ist beachtlich, wir müssen sehen, wie wir das wieder in Ordnung kriegen“, sagte Hermann Scharping, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn (AGE), die den Museumszug einsetzt. Der Verein fährt regelmäßig an den Wochenenden und befördert pro Jahr etwa 12.000 Menschen. Die nächsten Fahrten sind für den 6. und 7. Juli vorgesehen. Scharping: „Ob wir den Schaden bis dahin behoben bekommen ist unklar. Da müssen vermutlich Fachfirmen ran.“

Klicken Sie hier für weitere Bilder vom Unfall.

Timo Jann

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