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21:39 04.06.2019
Swen Lüneburg (r.) von der ehrenamtlichen Gruppe „Labenz rockt“ gab im vergangenen Jahr mit einigen Vereinskollegen Flüchtlings-Kindern kostenlos Schwimmunterricht im Freibad in Steinhorst. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

Schon mehrfach in den vergangenen Jahren kam es an lauenburgischen oder Stormarner Badestellen zu tragischen Unfällen. Erst am Sonntag ist an einem Baggersee bei Buchhorst (nahe Lauenburg) ein fünfjähriges Mädchen ertrunken.

Es war wohl ein Verkettung unglücklicher Umstände: Die Mitglieder der anwesenden, arabisch sprechenden Großfamilie besaßen wohl kaum Ortskenntnis und konnten dem Mädchen nicht helfen, weil niemand schwimmen konnte. Der Rettungsdienst – unter Telefon 112 (auch per Smartphone) – wurde erst nach 20 Minuten und damit viel zu spät alarmiert.

Badestellen im Lauenburgischen Quelle: Jochen Wenzel

Tückisch: die steilen Abbruchkanten

Malte Allrich, Technischer Leiter der DLRG Ratzeburg, sieht in diesem vermeidbaren Unglück mehrere Gründe und Ursachen. Der See bei Buchhorst ist ein ehemaliger Baggersee. Das Tückische an diesen vermeintlich idyllischen Gewässern ist, dass deren Ränder oftmals aus einem Sandstrand bestehen.

Problem: Einige Meter am Ufer sind begehbar, doch dann folgt eine unvorhersehbare Abbruchkante. Wer hier als Nichtschwimmer „abgeht“, gerät in tödliche Gefahr.

„Nicht aus den Augen lassen“

Allrich betont zwar die „möglichst große Sicherheit“, die seine Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) durch Beachtung und Bewachung vieler Badestellen gewährleisten will. „Aber Unfälle passieren immer. Eltern dürfen ihre Kinder nicht aus den Augen lassen und sollten das Smartphone auch mal zur Seite packen, denn die Rettungsschwimmer sind keine ,Aufpasser für Kinder’“, weiß er aus sich zunehmend häufenden Begebenheiten.

Malte Allrich vom DLRG Ratzeburg: „Eltern müssen ihre Kinder im Auge behalten. Die DLRG-Wächter sind keine Aufpasser!“ Quelle: LN-Archiv

Darüber hinaus erreiche man „die größtmögliche Sicherheit, wenn man sich an die Baderegeln und die Hinweise vor Ort hält. Jeder trägt auch für sich selbst Verantwortung“, so Allrich. Eine bewachte Badestelle sei in jedem Fall zu wählen, „da diese auch unter Wasser auf Gefahren abgesucht werden, es sind Rettungsgeräte vor Ort, es ist geschultes Personal vor Ort, welches schnell eingreifen kann, und manchmal rettet man auch schon ein Leben durch einen Hinweis vorweg, so dass es gar nicht erst zu einer Notsituation kommen muss.“

Piktogramme auf Arabisch – oder Schwäbisch

Nicht-Deutsch sprechende Urlauber oder Badende sollten sich immer auch an Piktogrammen der DLRG orientieren, die in der Regel an allen bewachten Badestellen aushängen. Zum einen sprechen diese Tafeln durch Bilder für sich, zum anderen gibt es sie auch mit Untertiteln in verschiedenen Sprachen – englisch, französisch, spanisch, arabisch, chinesisch, Hindi, ja selbst auf platt oder schwäbisch!Hier finden Sie die Baderegeln der DLRG

Was tun bei Badeunfällen?

Nicht zögern, sofort den Notruf 112 – auch über Handy – wählen.

Rettungsschwimmer und andere Leute lautstark auf den Unfall aufmerksam machen. Der Verunfallte kann es manchmal gar nicht mehr selbst.

Nicht sich selbst in Gefahr bringen, denn Ertrinkende können enorme Kräfte aufbringen, wenn man sich ihnen nähert – und dann gerät man schnell selbst in Gefahr.

Hilfsmittel nutzen, Gegenstände wie Hölzer, (Surf-)Bretter oder Schwimmzubehör zuwerfen, Boote nutzen.

Ganz wichtig ist es auch, beruhigend auf die Person einzuwirken.

Sehr wichtig für die Helfer: Rettungswege freimachen, Einsatzkräfte so früh wie möglich einweisen. Alle wichtigen Informationen an die Rettungskräfte weitergeben.

Erste Hilfe leisten.

Tobias Frohnert, Sprecher der Kreisverwaltung in Ratzeburg, erklärt, dass man bemüht sei, vor allem die Neu-Bürger, oft Flüchtlinge aus arabischen Ländern, in den entsprechenden Betreuungskreisen über die Gefahren des Badens zu informieren. Schon seit einiger Zeit werden regelmäßig über verschiedene Einrichtungen kostenlose Schwimmkurse für Migranten angeboten. Die werden – zumindest von Kindern und Jugendlichen – auch gerne und gut angenommen.

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Interaktive Karte: Alle Badestellen in der LN-Region

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Joachim Strunk

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