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Lauenburg Ideen für weniger Autos in der Möllner Altstadt
Lokales Lauenburg Ideen für weniger Autos in der Möllner Altstadt
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14:29 13.03.2019
Wegen dieser Verengung in der Möllner Hauptstraße nutzen viele von Süden kommende Autofahrer den Umweg über die Mühlenstraße. Deshalb wird überlegt, die Einbahnstraßenregelung in der Mühlenstraße zu ändern, um den Verkehr zu reduzieren.  Quelle: Grombein, Florian
Mölln

Es war ihnen zu viel Durchgangsverkehr, zu viel Gestank und Lärm auf dem Kopfsteinpflaster in den Parallelstraßen zur Hauptstraße, die zentraler Einkaufsbereich und Hauptverkehrsader der Stadt ist. In Mölln zeigt sich seit einigen Monaten, wie direkte Beteiligung von Bürgern auch in einer parlamentarischen Demokratie gut funktionieren könnte.

Eine Bürgerinitiative erreichte durch Stimmenmehrheit auf der Einwohnerversammlung, dass der städtische Bauausschuss die Möglichkeiten einer Verkehrsberuhigung in der See- und Mühlenstraße prüft. Darauf unterbereitete die Initiative sogar drei Vorschläge im Bauausschuss, mit denen sich nun auch die Politik beschäftigt hat.

Treffen der Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiativemit den Plakaten „Till Stinkt’s“ mit denen sich Bürger gegen Abgase und Verkehrslärm in Mölln engagieren, hat sich am vergangenen Mittwoch (6. März) erneut getroffen. Anwesend waren diesmal auch Bürgervorsteher Jan Frederik Schlie und Jochen Buchholz, Leiter des Tourismus- und Stadtmarketings. Letzterer gab laut Vogt einen interessanten Bericht über die Arbeit seines Betriebes ab. Eine große Diskussion hatte es bei dieser Versammlung laut Vogt nicht gegeben. Außerdem Berichtet die Initiative, dass es am 24. Februar erstmals eine Tempomessung in der Mühlenstraße gegeben hat. Zwischen 9.56 und 11.29 Uhr wurden 150 Fahrzeuge kontrolliert. Die höchste Geschwindigkeit, die gemessen wurde, betrug 28 km/h.

Kontakt zur Bürgerinitiative gibt es bei Facebook unter „Die Altstadtbürger“ oder per E-Mail an altstadtbuerger@t-online.de. Der Bauausschuss der Stadt Mölln tagt am Donnerstag um 19 Uhr öffentlich im Stadthaus. Hier geht es zu Tagesordnung.

Variante A: Keine Einbahnstraße mehr

„Es ist sehr positiv, dass Bürger Einfluss nehmen können“, sagt Arne Vogt, Sprecher der Altstadtbürger. Er und seine Mitstreiter sind gespannt, wie die Vorschläge zur Verkehrsentlastung im morgigen Bauausschuss ankommen. „Variante „A“ sieht die Sperrung der Mühlenstraße ab Ecke Wallstraße/Mühlenstraße für den Durchgangsverkehr und Umkehrung der Einbahnstraßenregelung der Wallstraße, damit ein Abfluss des Verkehrs aus dem Bereich der Bergstraße ermöglicht wird, vor. Die Zufahrt sollte dabei nur noch für Anwohner mit Parkausweis möglich sein. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 10 km/h sei zu verhängen.

Variante B: Sackgasse mit Anwohnerdurchfahrt

Variante „B“ speist sich aus der Einführung einer Sackgassenregelung mit Anwohnerdurchfahrt für Fahrzeuge mit Parkausweis am Ende des Parkplatzes Bergstraße (Kurparkplatz), um einen ungehinderten Durchgangsverkehr zu vermeiden. Ergänzend sei dazu die Umkehrung der Einbahnstraßenführung von Wallstraße und Bleistraße, um einen Zufluss von der Hauptstraße zu unterbinden. Auch in dieser Variante ist Tempo 10 vorgeschlagen.

Variante C: Schrankenregelung mit Bezahlfunktion

Variante „C“ sieht eine Schrankenregelung mit Bezahlfunktion an der Ausfahrt für Nutzer des Parkplatzes Bergstraße ebenfalls mit Tempo 10 vor. Der Verkehrsabfluss solle in dieser Variante über die Wallstraße in Richtung Hauptstraße erfolgen. Einsatzfahrzeuge und Lieferanten sollen bei allen drei Varianten trotzdem durchfahren können.

Die Altstadtbürger setzen sich für Verkehrsberuhigungen in der Mühlen- und Seestraße ein. Sie konnte bereits erste Erfolge erzielen. Am 14. März wird über ihre Vorschläge im Möllner Bauausschuss entschieden.

Verwaltung: Einbahnstraße in der Mühlenstraße umkehren

Die Verwaltung hat sich in der Vorlage für den kommenden Bauausschuss bereits positioniert. Sie empfiehlt eine einfache und vor allem kostengünstige Lösung: Wegen dieser Verengung in der Möllner Hauptstraße nutzten vor allem von Süden kommende Autofahrer den Umweg über die Mühlenstraße, der Norden habe an der Engstelle bei der AOK sowieso Vorfahrt.

Deshalb wird überlegt, die Einbahnstraßenregelung in der Mühlenstraße zu ändern, um den Verkehr zu reduzieren. Aus Sicht der Verwaltung bestehe das Problem der Ausweichverkehre fast ausschließlich in der Mühlenstraße, weniger in der Seestraße und fast gar nicht in den sonstigen Nebenstraßen. „Vor diesem Hintergrund wäre eine Umkehrung der Einbahnstraßenregelung in der Mühlenstraße eine einfache und wirkungsvolle Maßnahme“, heißt es im Verwaltungsvorschlag.

Altstadtbürger: Gefährdung von Fußgängern und Radlern bleibt

„Das ist sicher eine günstige Lösung. Man müsste nur die Schilder umkehren“, sagt Vogt. Was dieser Vorschlag laut Bürgerinitiative jedoch nicht löst, ist die Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern aufgrund der schmalen Straße. „Jetzt hat man den Rückspiegel im Bauch und danach im Rücken“, sagt Vogt mit belustigtem Unterton.

Im vergangenen Bauausschuss wurde die Entscheidung darüber verschoben. Die Unterlagen standen zwar online allen Bürgern zur Verfügung, die sich aufgrund der Tagesordnung auch in größerer Zahl eingefunden hatten. Doch Uwe Schlegel (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses, musste sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause schicken. Die Unterlagen seien nicht bei der Politik eingegangen.

Sperrung an Sonntagen in der Kritik

Das Gleiche galt für das zweite Verkehrsthema auf der Tagesordnung: Die Sperrung der Hauptstraße an verkaufsoffenen Sonntagen. Die CDU hat den Antrag gestellt, diese Entscheidung zurückzunehmen und zunächst den Einzelhandel zu Wort kommen zu lassen. Dies könne in einer Informationsveranstaltung geschehen. Bei einer eigenen Umfrage der Einzelhändler waren von 33 Kaufleuten 27 gegen eine Vollsperrung. „Die Idee dieser Sperrung kam nicht von uns. Was wir gar nicht wollen ist, dass der gesamte Verkehr durch die Mühlenstraße rollt“, sagt Vogt.

Doch er als Altstadtbürger ist bei einigen Themen, die den Verkehr in Mölln betreffen, im Zwiespalt. So gefällt ihm am neuen Entwurf für den zentralen Einkaufsbereich zwar (LN berichteten), dass die Aufenthaltsqualität erhöht wird. Doch dadurch, dass auf der Visualisierung kein einziges Auto zu sehen war, mogelten sich die Stadtplaner um das Problem herum. Vogt: „Langfristig muss eine Lösung her, die den Verkehr grundsätzlich von der Innenstadt fernhält.“

Florian Grombein

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