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Lauenburg Bauernproteste: Landwirte beschwören Einigkeit
Lokales Lauenburg Bauernproteste: Landwirte beschwören Einigkeit
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18:50 15.01.2020
Unter riesiger Beteiligung verliefen die bisherigen Demonstrationen – hier beim Protest gegen das Agrarpaket der Bundesregierung am 6. November 2019 in Berlin –, organisiert von der Gruppe „Land schafft Verbindung“. Quelle: dpa
Klinkrade

Seit dreieinhalb Monaten mischt eine junge bäuerliche Bewegung mit spontanen und unter riesiger Beteiligung verlaufenen Demonstrationen in Bonn, Hamburg und Berlin die Öffentlichkeit, die Politik – und auch die eigene Berufsvertretung, den Bauernverband, auf.

Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit

Ziel der bei Facebook entstandenen Gruppe „Land schafft Verbindung“ (LsV) ist es, Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit für die missliche Lage der Landwirte zu erregen, auf die aus ihrer Sicht rigiden und oft unerfüllbaren Vorschriften, den Bürokratiewust und die vielfältigen Ungerechtigkeiten hinzuweisen.

Andrang in Peins Gaststätte in Klinkrade: Rund 120 Landwirte aus den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn waren zur Veranstaltung „Bauern SH: Das leistet unser Berufsstand! - Was können wir besser machen?“ gekommen und diskutierten über Versäumnisse des Verbandes, der neuen Bewegung „Land schafft Verbindungen“ und gemeinsame Ziele. Quelle: Joachim Strunk

Philipp Clausen, Junglandwirt aus Wangels in Ostholstein und Vertreter von LvS, fasste es vor den rund 120 Landwirten, die am Mittwochvormittag im Gasthof Pein in Klinkrade zusammengekommen waren, so zusammen: „Wir müssen die Landwirtschaft wieder vom Rand der Gesellschaft in die Mitte zurückbringen!“

Zutrauen in Verband schwindet

Der Vizepräsident des schleswig-holsteinischen Bauernverbandes, Klaus-Peter Lucht (Rendsburg-Eckernförde), war ebenfalls ins Herzogtum Lauenburg gekommen und setzte sich mit der neuen Herausforderung auseinander. Denn der Erfolg von LvS hat deutlich gemacht, dass die „Jungen“ dem „alten“ Verband nicht mehr viel zutrauen. Zu eingefahren sei deren Politik geworden. Nun müsse man „sein Schicksal selbst in die Hand nehmen“.

Klaus-Peter Lucht, stellvertretender Vorsitzender des Landesbauernverbandes, gestand Fehler in der Kommunikation ein. Quelle: Joachim Strunk

Lucht gestand Fehler des Verbandes auf Bundes-, Landes- oder auch Kreisebene ein. Man habe vor allem versäumt, Erfolge oder Arbeitsprozesse bei Gesprächen und Verhandlungen mit der Politik den eigenen Mitgliedern gegenüber entsprechend zu kommunizieren.

„Letzter Flashmob ist nicht gut angekommen“

„Gut, der LsV hat auf Anhieb sehr viele Leute mobilisiert“, gab er zu. „Aber was sind konkret seine Forderungen?“ Bislang habe er nur eine Antihaltung verspürt. „Der letzte Flashmob hat mir gezeigt, dass das in der Bevölkerung nicht gut angekommen ist.“

Im Laufe der Beiträge von Lucht oder vom Verbandsmitarbeiter Sönke Hauschild, der über eine neue Öffentlichkeitsstrategie referierte und Tipps für ehrliche, sachliche und wahre Argumente gegenüber Pauschalverurteilungen und -vorwürfen gab, wurde deutlich, dass es auch in der Masse der Verbandsmitglieder Sympathien für die frische, ungestüme Art des LsV gibt.

Grüne Holzkreuze stehen als Mahnmal der Bauern allüberall auf Äckern, Wiesen und Feldern. Mit den Kreuzen protestieren die Landwirte gegen das umstrittene Agrarpaket. Quelle: dpa

Wenngleich aber viele davor warnten, nur auf Konfrontation zu gehen. Offene Gespräche auf Augenhöhe mit den Nichtregierungs- und Umweltorganisationen wie BUND oder Nabu, Diskussionen mit der Bevölkerung und Kompromissbereitschaft in Verhandlungen mit der Politik seien nach wie vor wichtig und ohne Alternative. Hier müssten sowohl der LsV als auch der Verband „an einem Strang“ ziehen, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen.

Bauern mit Stolz und Selbstbewusstsein

Da sei man aber auf gutem Wege. Nun sei es endlich Zeit, so einige Veranstaltungsteilnehmer wie Johannes Langhans aus Behlendorf oder Matthias Beeck aus Hamberge, dass die Landwirte wieder mit mehr Stolz und Selbstbewusstsein für ihre Arbeit und Produkte bei den Menschen werben.

Von Joachim Strunk

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