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Lauenburg Baupläne verbittern Anwohner am Gänseblock
Lokales Lauenburg Baupläne verbittern Anwohner am Gänseblock
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14:48 23.01.2019
Sandesneben will junge Familien anlocken. Doch nur wenige Zuhörer nutzten die Gelegenheit, Details der Bauplanung zu erfragen. Quelle: Matthias Schütt
Sandesneben

Die mit Spannung erwartete Einwohnerversammlung in Sandesneben zum Neubaugebiet Gänseblock war ein sachlicher Informations- und Meinungsaustausch, den Bürgermeister Erich Bünger nach knapp einer Stunde abläuten konnte. Von den hohen Wellen, die das Thema im Dorf seit November geschlagen hatte, blieb nicht einmal ein Sturm im Wasserglas. Dennoch hat der Streit für die Anwohner der Straßen Bürgerende und Am Schmiedeberg einen bitteren Nachgeschmack.

Gut besucht: 50 Anwohner kamen zur Versammlung

Nachdem die Gemeindevertretung im November einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 21 gefasst hatte, sollte nun in der Einwohnerversammlung das Projekt offiziell vorgestellt werden. Zu der mit rund 50 Einwohnern gut besuchten Veranstaltung war Stadtplaner Detlef Stolzenberg vom gleichnamigen Lübecker Planbüro angereist, um das Antragsverfahren sowie einige Konzept-Skizzen zu erläutern.

So könnte die Aufteilung des Baugebiets aussehen, erläutern Bauverwaltungsamtsleiter Andreas Tiedemann (l.) und Bürgermeister Bünger.Matthias Schütt Quelle: Schütt

Schon seit 40 Jahren ist der Gänseblock als Baugebiet im Gespräch. Und die Gemeinde sieht gute Gründe, hier bis zu 28 Bauplätze für Einfamilien- und Doppelhäuser anzubieten. Dazu beschrieb Stolzenberg das vorgesehene beschleunigte Antragsverfahren nach Paragraf 13b Baugesetzbuch. Damit könne man bei Projekten bis zu 10 000 Quadratmetern bebauter Fläche zügig benötigten Wohnraum bereitstellen. Voraussetzung sei, dass – wie hier – keine naturschutzrechtlichen oder Umweltbelange betroffen sind. Mit dem ergänzenden Hinweis auf eine Bewerberliste von 32 Namen unterstrich Bürgermeister Bünger die Dringlichkeit des Vorhabens.

Baupreise müssen jungenFamilien gerecht werden

Die wird von den Kritikern auch nicht angezweifelt, wohl aber die Auswahl des Gänseblocks nebst weiteren Alternativen. Andreas Marquardt, der für eine Gruppe von 25 Anwohnern spricht, meinte, dass sich die Gemeindevertreter vorschnell auf dieses Areal festgelegt hätten. „So ist zum Beispiel die Idee, Gewerbe und Wohnungsbau an der Hauptstraße zwischen Friedhof und Edeka-Markt zu kombinieren, überhaupt nicht ernsthaft diskutiert worden“, sagte Marquardt.

Familie Niemann mit Tochter Maike fürchtet um ihr Haus am Baugebiet. Quelle: Matthias Schütt

Die Alternativen sind aus Sicht der Gemeinde zu teuer oder nicht für ein Verfahren nach Paragraf 13b geeignet. Am Schiphorster Weg zu bauen, wie eigentlich geplant, scheiterte an den Preisvorstellungen der Grundeigentümer. „Die Baupreise müssen aber günstig sein, um jungen Familien eine Chance zu geben“, betonte Bürgermeister Bünger.

Dennoch wiegen für die Kritiker die Nachteile am Gänseblock schwer, etwa eine Verkehrsverdichtung, die die Sicherheit und Wohnqualität an den betroffenen Straßen beeinträchtigen würde. Helga und Jens Niemann wohnen mit Tochter und Enkelin genau dort, wo die einzige Zufahrt zur neuen Siedlung verläuft. Sie fürchten um die Standfestigkeit ihres 1772 erbauten Wohnhauses, wenn über Monate Lkw-Verkehr direkt am Haus vorbeigeführt wird.

Der Baugrund gehört der Kirche. „Pastorenland, das nicht verkauft werden dürfe, hat man uns gesagt“, klagt Jens Niemann. Nun wird das Areal zwar nicht verkauft, aber getauscht. Für den geplatzten Traum vom geruhsamen Leben in Sandesneben ist das einerlei. Ob sie trotzdem dort wohnen bleiben? Ein Schulterzucken ist die Antwort.

Mehr zum Thema:
Hier lesen sie alles über das Neubaugebiet in Sandesneben

Matthias Schütt

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