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Lauenburg Kultursommer am Kanal: Wasser, Salz und Seele
Lokales Lauenburg Kultursommer am Kanal: Wasser, Salz und Seele
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18:31 15.06.2019
Intendant Frank Düwel, Berkenthins Bürgermeister Michael Grönheim, Klaus Schlie als Präsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg und Kreispräsident Meinhard Füllner (v. l.) erklären den Kultursommer am Kanal 2019 als eröffnet. Quelle: Joachim Strunk
Berkenthin

Ihm war die Erleichterung deutlich anzumerken: Frank Düwel erklärte „sehr, sehr froh“ zu sein, dass doch noch alles geklappt hat. Und: „Ich bin total begeistert von dieser Gemeinde“. Denn mit vereinten Kräften hatten die Veranstalter alles unternommen und auch hinbekommen, dass nach dem morgendlichen Unwetter aus der Seen- und Matschlandschaft an der Schleuse eine einigermaßen trockene, aber zumindest begehbare Fläche entstand.

Berkenthins Bürgermeister Michael Grönheim wusste zu berichten, dass man am Morgen „lange gehadert“ habe, ob man die Veranstaltung absagen oder verschieben sollte. Doch als der Himmel aufklarte, habe man sich dazu entschieden, „es durchzuziehen“. Man habe sämtliche Verbindungen zu örtlichen Landwirten spielen lassen, „bis wir ruckzuck gefühlte sechs Tonnen Hackschnitzel hier hatten und verteilen konnten“.

Pünktlich erscholl die Fanfare

Grönheim dankte allen aktiv Beteiligten fürs Anpacken und allen Ausstellern für ihre Ausdauer und dass sie nicht vorzeitig aufgegeben hätten.

Und so erscholl pünktlich um 14 Uhr die Fanfare. Anschließend erklärte Klaus Schlie, Präsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg, das Salzfest als Auftaktveranstaltung des diesjährigen Kultursommers am Kanal eröffnet. Berkenthin sei genau der richtige Ort für den Beginn der vierwöchigen Veranstaltungsreihe.

Das Wasser – das Salz – die Seele

„Wo sonst?“, fragte Schlie rhetorisch, könne das diesjährige Motto des Kultursommers „Das Wasser – das Salz – die Seele“ besser umgesetzt werden als direkt am Kanal. Und dann auch noch erstmalig auf dem Dorf. Denn die vorherigen 13 Kultursommer-Events begannen stets in einer Stadt des Kreises Herzogtum Lauenburg.

So verlief die Auftaktveranstaltung in Berkenthin

Vielfach spiegelte sich das Motto in den verschiedenen Themen, Ausstellungszelten und -ständen wider. Der Elbe-Lübeck-Kanal als legitimer Nachfolger des Stecknitz-Kanals, über den im Mittelalter das wertvolle Salz von Lüneburg nach Lübeck transportiert wurde, war dabei selbst Akteur und Begleiter.

Salzprahm und „Liquide Botschaften“

Als eines der Aushängeschilder der (touristischen) „Stecknitz-Region“, in der sich rund ein Dutzend Gemeinden aus den Ämtern Berkenthin und Sandesneben-Nusse zusammengeschlossen haben, zählt sicherlich die Salzprahm-Kameradschaft, die mit ihrem historischen Nachbau eines Salzbootes am Ufer des Kanals liegt und die Gäste zum Treideln einlädt.

In der Maria-Magdalenen-Kirche beeindruckt die Lübecker Künstlerin Anja Caroline Franksen mit ihren „Liquiden Botschaften“: In ihrer Installation zeigt sie, dass Tränen als elementare menschliche Ausdrucksform viele Facetten haben und eine eigene emotionale Sprache sprechen. Sie hat vergossene Tränen gesammelt, sich mit den Geschichten „dahinter“ beschäftigt und diese malerisch interpretiert. So ist eine Topografie der Seele entstanden, in Resonanz mit dem Kirchenraum der frühgotischen Maria-Magdalenen-Kirche.

Tierarzt Andreas Fey begleitete Anna Malten (li.) mit einem seiner Kamele auf ihrem Uferspaziergang, wo sie das orientalische Märchen von der Salzprinzessin erzählte. Quelle: Joachim Strunk

Dreimal gestern Nachmittag lud auch Anna Malten zu einem Uferspaziergang ein – und erzählte dabei das Märchen von der „Salzprinzessin“. Und weil es sich um ein orientalisches Märchen handelt, wo es um Salz, Wüste und Kamele geht, wurde Malten dabei von einem echten Kamel (geführt vom Besitzer, dem Berkenthiner Tierarzt Andreas Fey) und einem Esel begleitet.

Rund 500 Besucher

Den Gästen gefiel die Auftaktveranstaltung. Anfangs noch etwas verhalten, da man offenbar dem Himmel und dessen Schleusen nicht recht traute, war der Besuch zum offiziellen Start um 14 Uhr noch übersichtlich. Doch mit zunehmend längerer Trockenheitsphase fanden immer mehr Menschen – rund 500 schätzt Bürgermeister Michael Grönheim – den Weg hinunter zum Platz an der Schleuse unter der Salzhering-Installation des Berkenthiner Künstlers Tim Adam.

Das passiert Sonntag

In Berkenthin findet um 10 Uhr ein Open-Air-Gottesdienst unter dem Salzhering statt. Im Anschluss daran beginnt um 11 Uhr ein „White Brunch“ an der Kanalschleuse, zu dem der Kirchenförderverein einlädt.

In Mölln kommt es um 16 Uhr im Polleyn-Zentrum (Jochim-Polleyn-Platz 9) zur Aufführung des Kindermusicals „Zacheus“. Kantor Thimo Neumann und Jutta Hardkop leiten das Stück mit Spatzen- und Kinderchören sowie Instrumentalistinnen und Instrumentalisten. Der Eintritt ist frei.

Weitere Termine:
www.kultursommer-am-kanal.de

Als Veranstaltung des Kultursommers lief das Salzfest bis 18 Uhr. Danach „verwandelte“ es sich in eine gemeindliche Veranstaltung. Ab 19 Uhr spielte die Lübecker Band „Stay Tuned“ Pop, Rock und Brit-Pop. Nach ihrem Auftritt machte schließlich DJ Schütti (Christoph Schütt) mit Musik vom Plattenteller weiter.

Joachim Strunk

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