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Lauenburg Talk am Kanal ganz im Zeichen von Europa
Lokales Lauenburg Talk am Kanal ganz im Zeichen von Europa
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15:53 01.05.2019
Zum 6. Talk & Folk lud die SPD Berkenthin an die Kanalschleuse ein zum Thema Europa und EU-Wahl. Gäste von Moderator Volker Peters: der Brunsmarker Bürgermeister und Schotte Iain Macnab (l.) sowie der Lübecker SPD-Kandidat für das EU-Parlament, Enrico Kreft (r.). Quelle: Joachim Strunk
Berkenthin

Lag es am Desinteresse an Europa und der bevorstehenden EU-Wahl am 26. Mai? Oder eher am kalten, windigen Wetter am Elbe-Lübeck-Kanal? Jedenfalls waren pünktlich zum Beginn der Veranstaltung um 10.30 Uhr am 1. Mai lediglich die Organisatoren des SPD-Ortsvereins, die Musiker der Neustädter Irish-Folk-Band „Ferrymen“ sowie der Brunsmarker Bürgermeister Iain Macnab anwesend.

Erst nach und nach trudelten am Ende doch noch rund 100 Besucher an der Berkenthiner Kanalschleuse ein. Der zweite Talk-Gast neben dem Schotten Macnab, der Lübecker SPD-Kandidat für die EU-Wahl, Enrico Kreft, war durch eine Veranstaltung in Lübeck aufgehalten worden. So begann der Podiumstalk mit Moderator Volker Peters erst kurz nach halb zwölf.

Talk & Irish Folk am Kanal

Aber der hatte für die frierenden Gäste, die sich mit Waffeln, Würstchen und Maibowle aufwärmen konnten, doch einige interessante Aspekte zu bieten. Vor allem die Ausführungen Iain Macnabs, dem schottischen Bürgermeister von Brunsmark bei Mölln (Amt Lauenburgische Seen), fanden aufmerksames Gehör und auch Zustimmung.

Macnab, beliebter Dorfchef seiner Gemeinde seit 2008, hatte unlängst angekündigt, sein Amt im Falle des Brexit aufzugeben. Das muss er, denn für politische Ämter in Deutschland sind lediglich EU-Bürger berechtigt.

Brexit für Schottland „eine Katastrophe“

Ihn nerve das Gezerre der Briten um den Austritt gewaltig, erklärte er. Er selbst sei „voll dagegen“. Denn allein aus schottischer Sicht sei dies eine „Katastrophe“. Macnab sieht sogar die Einheit Großbritanniens gefährdet. „Solange wir in der EU bleiben, bleibt Schottland auch in GB. Nach einem Austritt aber wird die Unabhängigkeitsbewegung der Schotten von London viel stärker.“

Für das erste Referendum, die Volksabstimmung für einen Austritt Großbritanniens aus der EU („Brexit“), wären zwar die konservativen Torys verantwortlich. „Aber beide Parteien, auch die Labour-Party, sind schuld an der jetzigen Situation. Sie haben ihre Machtposition an die Brexiteers übergeben.“

„Schnauze voll von Einmischung“

Zwar erklärte Macnab glaubhaft, ein „überzeugter Europäer“ zu sein, hielt aber nicht mit seiner Kritik an Brüssel und Straßburg hinter dem Berg: „Ich kann viele Engländer oder auch andere Menschen in Europa verstehen, wenn sie die Schnauze voll haben von den Regeln und der Einmischung in jede Kleinigkeit.“

Die EU solle sich auf wirtschaftliche, ökonomische Aspekte beschränken, politische, vor allem kommunalpolitische vor Ort, menschliche, kulturelle Dinge eher in Ruhe lassen. „Wenn ich nach Frankreich fahre, möchte ich das Land sehen, die Leute sprechen“, so französisch wie sie seien. „Die ständige Gleichmacherei der EU geht mir an den Kragen!“

Kreft: globalen Kapitalismus einhegen

Enrico Kreft kann viel Kritik am Bürokratismus der EU nachvollziehen, bestätigte auch, dass man daran arbeiten müsse. Als ein EU-Abgeordneter wolle er sich aber lieber um die Großen des globalen Kapitalismus kümmern, diese und ihren Einfluss „einhegen“, statt sich mit den kleinen EU-Bürgern anzulegen.

„Die soziale Säule in Europa liegt mir besonders am Herzen“, so Kreft. Ganz im Sinne Helmut Schmidts, der 2011 den Wert der EU vor allem in der Eingebundenheit der EU-Staaten in ein großes Ganzes sah, die einen erneuten großen Krieg vermeiden würde.

Stolz und froh über EU-Friedensprojekt

Das nahm eine Besucherin – quasi als Bilanz dieser Talk-Veranstaltung – auf und erklärte: „Wir sollten stolz und froh sein, solch ein Friedensprojekt wie die EU zu haben. Das muss in allen Köpfen verankert werden“.

Joachim Strunk

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