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Lauenburg Berkenthins Kirchturm bekommt neue Schindeln aufs Dach
Lokales Lauenburg Berkenthins Kirchturm bekommt neue Schindeln aufs Dach
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23:28 10.05.2014
So präsentiert sich zurzeit der eingerüstete, 27 Meter hohe Turm der Maria-Magdalenen-Kirche. Das schadhafte Holzschindeldach wird erneuert. Vorn ist der Elbe-Lübeck-Kanal zu sehen. Quelle: Fotos: Joachim Strunk
Berkenthin

Die Renovierung des maroden Dachs des Berkenthiner Kirchturms hat begonnen. Eine Hamburger Firma rüstete den kompletten Turm ein, um die Reparatur des Holzschindeldachs kümmert sich die Zimmerei Oldendorf aus Kittlitz. Die Aufsicht führt das Architekturbüro Schlossmacher + Jungk aus Schwinkenrade.

„Wir sind sehr positiv überrascht über die total erfolgreiche Spendensammelaktion“, sagt Pastor Wolfgang Runge. Daran merke man deutlich, was für ein Symbol das Kirchengebäude für die Bürger Berkenthins und der umliegenden Dörfer sei. Mehr als 50 000 Euro seien seit dem offiziellen Beginn der Spendenaktion am 8. September 2013 (Sommerfest der Kirchengemeinde) zusammen gekommen.

Inoffiziell hatte der Kirchenförderverein bereits vor einem Jahr mit der Sammlung begonnen. Zum Kirchentag nach Hamburg war eine größere Gruppe gepilgert, im Schlepptau die „schnellste Kirche der Welt“ — ein maßstabgetreues Pappmodell auf Rädern.

Mit der gesammelten Summe könne man den Eigenanteil an den Kosten aufbringen. „Darüber sind wir sehr froh, da wir fast über keine Rücklagen mehr verfügen“, ergänzt Pastor Runge. Die Gesamtkosten betragen 238 000 Euro: „Das sind 35 000 Euro weniger als ursprünglich geplant. Aber durch die Ausschreibung ergaben sich dann wesentlich günstigere Angebote der Firmen“, freut er sich.

Auf einer Gerüstplattform in etwa 15 Metern Höhe stehen schon mehrere „Big Bags“, gefüllt mit alten Holzschindeln, die die Zimmerleute bereits abgenommen haben. Das Kirchturmdach wurde zuletzt 1962 neu gedeckt. Eigentlich sollte das Dach 100 Jahre halten — allerdings nicht mit offenbar minderwertigem Material. Ersetzt werden die zum Teil morschen Schindeln nun durch geschlagene (nicht gesägte!) Eichenhölzer. Sie werden dreilagig auf einer ebenfalls neuen Unterkonstruktion angebracht.

Neben der Erneuerung der Schindeln wird auch die Kirchturmspitze mit Kreuz und Kugel abgenommen. Sie soll vergoldet werden. Schließlich werden das Mauerwerk und die innere Holzkonstruktion des Turms auf Schäden oder Insektenfraß untersucht. Die Arbeiten, die vor Ostern begannen, sollen bis Mitte August beendet sein, erklärt Pastor Runge zum weiteren Verlauf der Sanierung.

Kosten und Träger
Die Gesamtkosten für die Dachsanierung belaufen sich auf 238 000 Euro.

Der Eigenanteil der Kirchengemeinde wird durch Spendengeld in Höhe von 50 000 Euro beglichen.



Der Kirchenkreis übernimmt knapp 100 000 Euro der Kosten. Die Kommunen Berkenthin und Umgebung wollen sich am Projekt mit insgesamt 20 000 Euro beteiligen.



Mehrere Stiftungen wie die der Kreissparkasse, der Kirchenbaustiftung, der Reemtsma- und der Agnes-Gräfe-Stiftung übernehmen den Rest.

Joachim Strunk