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Lauenburg Das Museum zum Leben erweckt
Lokales Lauenburg Das Museum zum Leben erweckt
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09:14 21.11.2018
Sabine und Christian Egelhaaf freuen sich sehr, dass der erste Regio- und Designmarkt so hervorragend angenommen wurde. Quelle: Dorothea Baumm
Ratzeburg

Es war ein kulturelles Ereignis. Das ist, kurz gefasst, die Bilanz von Sabine Egelhaaf nach dem ersten Regio- und Designmarkt im Ratzeburger Kreismuseum. Die häufigste Rückmeldung, die sie und die anderen Aussteller erreichte: „Sie haben das Museum mit dem Markt zum Leben erweckt.“

Hier gibt es weitere Eindrücke davon, wie perfekt der Markt ins Ratzeburger Kreismuseum passte.

Jetzt aber erst einmal durchatmen. Mehr als ein Jahr war Sabine Egelhaaf mit der Planung und Organisation des Marktes beschäftigt. Es war ihre Idee, aber natürlich war ihr Mann Christian mit im Boot. „Die Planung haben wir gemeinsam mit Modedesignerin Kirsten Lorenz und Christians Nichte Laura Lüders gemacht“, erzählt die Mustiner Künstlerin. Die Organisation und Koordination sowie die Gestaltung und Druckvorbereitung der Banner, Plakate, Flyer und die Erstellung der Website lagen bei den Eheleuten. „Das haben wir alles ehrenamtlich geleistet.“

Die Arbeitsstunden haben Egelhaafs nicht gezählt. Von der Sache her hat sich ihr Einsatz für den Veranstalter (offiziell und ganz genau benannt sind das der Lauenburgische Kunstverein LKV und das Kreismuseum Ratzeburg im Rahmen der Reihe „Leben in der Region – wo wollen wir hin?“ des Forums für Kultur und Umwelt) mehr als gelohnt.

Lebendiger Ort der Begegnung

„Erstaunlich viele der Besucher kannten das Museum entweder gar nicht oder sahen zum ersten Mal alle Räume“, berichtet Sabine Egelhaaf. Auch die Aussteller seien „begeistert von dem Museum und seinem gepflegten Zustand gewesen“. Natürlich waren wir vorher mit allen dort und haben sorgsam überlegt, wer wo am besten mit seinem Stand hineinpasst.“ Letztlich waren es 28 Stände, die Egelhaafs Konzept der thematischen Einbindung entsprechend, das Museum zu einem lebendigen Ort der Begegnung machten.

Etwas Besonderes war gefragt

Was Sabine Egelhaaf sehr gefreut hat, war der rege Austausch an den Ständen. „Das haben uns alle Beteiligten gesagt: Das kennen sie in der Intensität von anderen Märkten nicht.“ Ganz klar ist also für die Veranstalter: Etwas Besonderes war gefragt. „Der Markt trifft den Nerv der Zeit, regional, ökologisch, kreativ und kommunikativ“, resümiert Sabina Ley. Die Architektin ist eine von Ratzeburgs Paradiesgärtnerinnen der ersten Stunde, und sie freute sich über den regen Austausch gerade mit Besuchern und Selbstversorgern aus dem Osten.

Die Standgebühren haben Egelhaafs bis auf etwas für Material für Vitrinenabdeckungen und Porto komplett in die Werbung gesteckt. So viel Aufwand und Arbeit – für was eigentlich? Was treibt die Mustiner Künstlerin an? „Meine Ideen oder Ziele: Ästhetik, Kultur, Qualität, Kreativität und Gemeinschaftssinn zu fördern“, sagt sie. Sie wolle Mut machen, selber aktiv zu werden, das eigene Leben selbstbestimmter zu gestalten, Ideen zu entwickeln.

Der Markt als Mut-Mach-Projekt

„Vielleicht ein Kleinstunternehmen oder gemeinsam eine Genossenschaft zu gründen? Den Markt als Anreiz für Produktentwicklung, Austausch und Kooperation zwischen M-V und S-H zu betrachten. Einen Verkaufs- oder Tauschraum für Selbstgemachtes einzurichten?“, so spinnt sie ihre Visionen fort. An Ideen fehlt es der Mustinerin nicht, und an Engagement und Tatkraft schon mal gar nicht.

„Unsere Einnahmen von Mispelgelee und Senf, Käsekeksen und Mahoniengelee, Eierbechern, Leinentüchern und Streichholzschachteln fließen in so ein Projekt, das noch zu erfinden ist“, sagt sie entschlossen. Wer weiß, vielleicht hat sie sogar schon eine konkrete Idee für ein solches Projekt. Das würde Sabine Egelhaaf gut gefallen: „Ein Projekt zur Weiterverarbeitung von Überschüssen aus Gärten sowie von Wildfrüchten und Nüssen aus der direkten Umgebung.“

Keine Neuauflage? Oder doch?

Jetzt aber darf erst einmal Ruhe einkehren im Hause Egelhaaf. Länger als ein Jahr ist Sabine Egelhaaf mit dem Regio- und Designmarkt schwanger gegangen, das darf man so sagen, denn selbst ihr Mann sagt, „das war so etwas wie Sabines Baby“. Und wie es so ist nach einer Geburt, ist die Mutter erst einmal bedient. Eine Neuauflage gleich im kommenden Jahr. Tendenz erst einmal: Daumen runter.

„Im Moment sind wir beide total kaputt“, sagen die Eheleute. Die vergangenen 14 Tage waren sehr anstrengend. Am Mittwoch vor dem Regiomarkt mussten sie noch zum Aufbau nach Flensburg: Dort nehmen Egelhaafs an der Landesschau des BBK teil. Zugleich begann der Aufbau im Kreismuseum. An beiden Markttagen waren sie schon vor der Eröffnung bis nach Feierabend vor Ort. „Und am Sonntag mussten wir alle gemeinsam nach Marktschluss alles abbauen und das Museum in den Urzustand versetzen“, berichtet Christian Egelhaaf.

Egelhaaf-Installation im Roten Pavillon

Bambus – Seil – Licht: Das ist der Titel einer Installation aus Bambus, die Sabine und Christian Egelhaaf im Roten Pavillon in Bad Doberan zeigen. Die Arbeit des Mustiner-Künstlerehepaares ist bis zum 19. Januar zu sehen. „Am besten kommt es im Dunklen zur Geltung“, sagt Sabine Egelhaaf. Und sie weist darauf hin, dass die Installation im Rahmen der Wintergalerie nur von Außen zu sehen ist.

Vom Ausstellungsort ist das Ehepaar begeistert. „Der Pavillon ist achteckig und mehr als 200 Jahre alt.“ Die Form: besonders. Die Fenster: besonders. Das haben die Mustiner aufgegriffen. Dazu das Material. Besucher der Identität-Ausstellung kennen es von Sabine Egelhaafs Beiträgen, den Bambus-Pavillons am Ufer des Domsees. Viele Ratzeburger haben sich auch die Bambusinstallation „BrückenBau“ am Schweriner Schloss angesehen. „Zwei große Elemente von der Schweriner Ausstellung haben wir in die Bad Doberaner Installation integriert.“

Seine Frau habe „Massen von Bambus angesammelt“, bemerkt Christian Egelhaaf mit einem verschmitzten Lächeln. Kurzer Blick zum Gatten. Dann sagt Sabine Egelhaaf: „Natürlich. Es ist ein geniales Material, so vielseitig und flexibel.“

Wer’s angucken möchte: Wintergalerie „Bambus – Seil – Licht“ von Sabine und Christian Egelhaaf. Bis zum 19. Januar 2019 in Galerie und Kunstverein Roter Pavillon, Am Kamp, 18209 Bad Doberan. Die Installation ist rund um die Uhr einsehbar.

Damit war aber noch nicht alles an Arbeit erledigt. Am Montag ging es weiter: mit dem Abbau der Identität-Ausstellung, dem einsammeln aller Plakate und der Großraum-Banner. Schade übrigens, dass nun auch die Kugelbahnen am Kreismuseum abgebaut sind – die zu bedienen, war ein riesen Spaß, genau, wie der erste Regio- und Designmarkt. Sollen die Egelhaafs sich mal ein wenig erholen. Die Ratzeburger hoffen derweil auf eine Neuauflage in 2019.

Dorothea Baumm

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