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Lauenburg Blühstreifen bei Landwirten immer beliebter
Lokales Lauenburg Blühstreifen bei Landwirten immer beliebter
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13:38 09.09.2019
Blühende Wiesen für Insekten als Zwischenfrucht werden bei den Landwirten immer beliebter. Ines Raphael kennt sich bei Beim Landhandel ATR bestens mit den verschiedenen Mischungen aus. Quelle: Holger Marohn
Ratzeburg

„Und in einigen Tagen werden dann auch noch die Sonnenblumen aufgehen“, schwärmt Ines Raphael. Seit einigen Jahren kümmert sich Raphael bei dem Landhandelsunternehmen ATR in Ratzeburg um die Blumensaatmischungen. Was damals noch so nebenher lief, ist für Raphael inzwischen zu einem beratungsaufwendigen Vollzeit-Job geworden.

„Die Nachfrage von den Landwirten nimmt stark zu“, sagt Karl-Theodor Siebels, ART-Leiter für die Fachbereiche Pflanzenschutz und Saatgut. Zunehmend würden die Blütenmischungen in die Fruchtfolge eingebaut. Hinzu komme die Optik. „So ein abgeernteter Maisacker sieht einfach nicht schön aus“, sagt Siebels. Außerdem würden auch die Blühwiesen Stickstoff binden, Humus bilden, Kohlendioxid fixieren und den Boden auflockern.

Buchweizen, Phacelia und Malve

Anfang Juli hatte ATR die SaatmischungBienenweide Schleswig-Holstein“ auf einer Fläche unweit des Ratzeburger Firmensitzes drillen, also aussähen, lassen. „Das ist eigentlich etwas spät, aber früher stand die Fläche nicht zur Verfügung“, sagt Siebels. Zwei Monate später steht der Acker nun in voller Blütenpracht. „Derzeit dominieren hier Buchweizen und Phacelia“, sagt Bienenweiden-Expertin Raphael. Hinzu kommen Malve, Wicke, Saatlein oder Ringelblume sowie acht weitere Pflanzen. In ein paar Tagen werden dann auch die Sonnenblumen in voller Blütenpracht stehen. „Ein Ziel solcher Saatmischungen ist, die Fläche über einen möglichst langen Zeitraum blühen zu lassen und so Nahrungsquelle für die Insekten zu sein“, sagt Raphael.

ATR experimentiert mit neuen Rezepturen

Während die „Bienenweide Schleswig-Holstein“ eine fest vorgegebene Zusammensetzung hat, experimentiert die ATR-Mitarbeiterin auch mit selbst entwickelten Rezepturen. „Dafür habe ich mal zu Hause bei meinem Opa im Garten ein paar Parzellen für die verschiedenen Sorten angelegt und konnte das Wachstum der einzelnen Pflanzen in den verschiedenen Stadien beobachten“, erzählt Raphael. So könne sie diese nun auch immer in der bunten Mischung in jedem Wachstumsstadium erkennen.

Mit ihren Mischungen im 20- oder 10-Kilo-Sack beliefert ATR ausschließlich Landwirte und Fachbetriebe. Bei einem Gramm pro Quadratmeter reiche der dann für einen ganzen Hektar Bienenweide, so Siebels. Für Privatleute gibt es verschiedene Saatmischungen für Bienenweiden oder blühende Gartenzäune im Pflanzenhandel oder Baumarkt, manchmal auch als Aktionsangebot im Supermarkt.

Blick aufs Kleingedruckte lohnt sich

Raphael warnt jedoch davor, sich zu sehr von den bunten Bildern auf den Verpackungen leiten zulassen. „Nicht immer ist auch das drin, was da so auf dem Foto zu sehen ist“, sagt die Expertin. Daher lohne sich ein Blick aufs Kleingedruckte mit der Beschreibung der Zusammensetzung.

Und damit es mit der blühenden Wiese auch im heimischen Garten klappt, müsse der Boden vor der Aussaat unbedingt aufgelockert werden. „Einfach auf den Rasen werfen, funktioniert nicht“, sagt Raphael. Außerdem müsse der Boden nicht nur locker, sondern auch ausreichend feucht sein. Auch eine Startgabe Wasser sein wichtig. Ansonsten verteile man ziemlich teures Vogelfutter.

Für die Aussaat auf kleineren Fläche seit zu empfehlen, die Saatmischung mit Sand quasi zu verdünnen. „Ein oder zwei Gramm Saat pro Quadratmeter sind nur schwer abzuschätzen und richtig auszusäen“, so Raphael. Denn mehr Saat bedeute am Ende nicht schöner. „Die einzelnen Sorten stehen in Konkurrenz zueinander. Und wenn zu viel Saat ausgebracht wird, können sich einige Sorten nicht durchsetzen“, sagt die Expertin.

Von Holger Marohn

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