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Lauenburg Börnsener Firma entwickelt biologisch abbaubare Folienverpackungen
Lokales Lauenburg Börnsener Firma entwickelt biologisch abbaubare Folienverpackungen
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16:12 24.07.2019
Lars Schöning (IHK, links) und Joseph Scharfenberger (IHK, rechts) informierten sich bei Katja und Sven Seevers über deren Unternehmen Superseven und ökologisch abbaubare Folienverpackungen. Quelle: Timo Jann
Börnsen

Optisch und haptisch wie Plastikfolie, doch tatsächlich ist die dünne Folie, in der die drei kleinen Samenkörner für Kapuzinerkresse stecken, aus ökologisch abbaubarem Material. „Einfach so ins Beet oder in einen Topf pflanzen, über das Wachstum der Kresse freuen und nach 50 Tagen im Boden ist die Folie verschwunden“, berichtet Katja Seevers begeistert. Ihr Unternehmen Superseven, das sie 2017 mit zwei Partnern gegründet hatte, hat sich auf nachhaltige Verpackungslösungen spezialisiert. Schon während des Studiums hatten die drei Produktdesigner sich für das Thema interessiert. Heute sitzt ihre Firma in Börnsen und mischt die Branche auf.

Die drei Samen der Kapuzinerkresse sind der perfekte Werbeträger für die Idee hinter Superseven. „Plant me in my Paq“ (Pflanze mich in meiner Verpackung) steht auf dem beigelegten Zettel – der ins Altpapier gehört.

Die Körner für Kapuzinerkresse können mitsamt der Folie auf Zellulosebasis in die Erde gepflanzt werden. Nach 50 Tagen haben Mikroorganismen die Folie vertilgt. Quelle: Timo Jann

Lars Schöning, der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lübeck, informierte sich jetzt direkt vor Ort über das junge Unternehmen mit aktuell 14 Mitarbeitern. „Das ist ja total spannend“, staunte er. „In unserem IHK-Bereich spielt das Thema Lebensmittel eine sehr große Rolle, wir werden die Verpackungslösungen mal mit in unsere Fachbereiche nehmen, um das vielleicht Kontakte vermitteln zu können“, sagte Schöning.

Produktion findet in fünf Ländern statt

Bei Superseven werden die Folien auf Zellulosebasis nicht produziert, sondern entwickelt. „Für die Produktion hatten wir 200 Firmen im Blick, von denen tatsächlich heute nur fünf übrig geblieben sind, die unsere Folien herstellen“, erklärt Sven Seevers. Die sitzen außer in Deutschland auch in Dänemark, Holland, Österreich und Polen. „In Deutschland ist es schwer, solche Produzenten zu finden“, sagt Sven Seevers. In anderen Ländern sei man auf deutlich mehr Zustimmung und auch Mut bei den Produzenten für die Folien von Superseven gestoßen.

50 Tage dauert es, bis Mikroorganismen im Boden oder im heimischen Komposthaufen die Monofolie verdaut haben. 2018 hatte Superseven mit dem Konzept den KfW-Award gewonnen. „Das war sehr wichtig für die Außenwahrnehmung unseres Unternehmens“, erklärt Katja Seevers. Immer mehr Anfragen von Firmen gehen heute in Börnsen ein. Von Firmen, die das Thema Nachhaltigkeit und Art ihrer Verpackung plötzlich für sich entdecken.

Mehr lesen: Nachhaltig leben: Das können sie fürs Klima tun

„An Verpackungen werden sehr hohe Anforderungen gestellt, da entwickeln wir uns ständig weiter“, berichtet Katja Seevers. So wurde gerade eine Folie produziert, die sogar die komplizierte Abfüllung, wegen des entstehenden Staubes, von Haferflocken ermöglicht. „Die Prozesse in der Ernährungswirtschaft dürfen natürlich nicht langsamer sein, nur weil man eine ökologisch abbaubare Folie nutzt“, verdeutlich Katja Seevers eine der Anforderungen. Auch bei staubende Haferflocken müssen die Folientüten trotzdem luftdicht verschlossen werden können. Superseven ist das gelungen.

Folientüte kann auf den Komposthaufen

Der Karton der Verpackung landet nach wie vor im Altpapier, die Folientüte kann nach der Leerung auf den Komposthaufen. „In anderen Ländern ist man schon weiter, da haben viele Produkte schon ein Plastikfrei-Siegel“, erklärt Katja Seevers. Denn der Kunde muss ja überhaupt erstmal wissen, dass die Folie nicht in den gelben Sack muss. In Workshops für Unternehmen, an denen die verschiedenen Abteilungen teilnehmen, informiert Superseven auch über die Möglichkeiten. „So sind alle Bereiche auf einem Stand und wir bekommen die Anforderungen an das gewünschte Produkt am besten mit“, sagt die Unternehmerin.

Um bei dem aktuellen Wachstum der Firma mithalten zu können, sollen zeitnah noch mehrere Mitarbeiter, darunter Verfahrenstechniker und Kaufleute, eingestellt werden. „Noch bevor wir unser Unternehmen überhaupt gegründet haben, wurden wir mit unserer Idee als ökologische Spinner dargestellt. Heute läuft es sehr gut, weil endlich ein Umdenken stattfindet“, berichtet Katja Seevers.

Timo Jann

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