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Lauenburg Mobil ausschließlich mit Bus und Bahn: Das geht
Lokales Lauenburg Mobil ausschließlich mit Bus und Bahn: Das geht
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11:17 31.05.2019
Sebastian Lunau (50) aus Mölln verzichtet auf sein Auto und ist ausschließlich mit Bus und Bahn unterwegs. Quelle: Holger Marohn
Börnsen

Alles, was Sebastian Lunau für seine Arbeit braucht, hat der 50-Jährige in seinem Rucksack dabei: Laptop, mobile Festplatten und jede Menge Adapterkabel. Viel wichtiger ist für ihn allerdings noch die kleine Plastikkarte im Portemonnaie, seine Bahncard 100. Denn mit dem Rucksack auf dem Rücken ist der selbstständige IT-Experte ausschließlich mit Bus und Bahn unterwegs. Einen Führerschein, geschweige denn ein Auto, hat er noch nie besessen. Sein Wissen über die Mobilität ist unterdessen inzwischen bundesweit gefragt.

Kundentermine nach Fahrplan

„Schon als Kind war ich von Dampflokomotiven begeistert“, begründet Lunau seine Faszination für das Transportmittel. Und da er als Schüler später täglich von seinem Wohnort nach Hamburg-Horn pendeln musste, wurde er quasi nebenbei zum Fachmann für Bus und Bahn. Und so stellte sich für ihn später nie wirklich mal die Frage, auf das Auto umzusteigen.

„Natürlich braucht man schon mal etwas länger, wenn man die Fahrpläne beachten muss“, sagt der 50-Jährige. Und auch seine Termine mit Kunden müsse er nach den Abfahrtszeiten von Bus und Bahn ausrichten. „Eigentlich haben alle dafür Verständnis. Manchmal muss es aber sein, dass man mich dann mit dem Auto vom Bahnhof abholt“, sagt der Börnsener.

Zwangsabo keine Lösung

Denn ein Problem sei derzeit leider die Unpünktlichkeit gerade im HVV-Netz, beklagt Lunau. „Leider bekommen die bei der neuen Baureihe 490 von Bombardier, die auf der Linie S21 von Aumühle nach Hamburg eingesetzt wird, die Software-Probleme einfach nicht in den Griff“, sagt Lunau. So gebe es immer wieder Türstörungen, die die Abfahrten verzögern würden. „So etwas macht den ÖPNV natürlich nicht attraktiver.“

ÖPNV

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist in der Regel defizitär. Die Zuständigkeit für Bus und Bahn ist dabei klar geregelt.

Während das Land für den Schienengebundenen Personenverkehr (SNVP) zuständig ist, sind es die Kreise und kreisfreien Städte für den Busverkehr.

Gleichzeitig räumt Lunau ein, dass seine Wohnlage am Hamburger Stadtrand die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln natürlich deutlich einfacher mache. „Eine vernünftige und enge Taktung der Abfahrtszeiten ist einfach das Wichtigste, um den ÖPNV attraktiv zu machen“, sagt Lunau. Ein 30-Minuten-Takt sei das Minimum. Und genau das sei das Problem im ländlichen Raum. „Mit einem Ein-Stunden-Takt sind Busse und Bahnen einfach unattraktiv. Und auf dem Dorf fährt der Bus oft noch seltener und in den Ferien oft fast gar nicht mehr.“ Da helfe auch die Forderung nach einem Zwangsabo für eine landesweites ÖPNV-Jahreskarte nichts.

Politik an Wissen interessiert

Stattdessen sieht Lunau ein gewisses Potenzial in autonom oder automatisiert fahrenden Kleinbussen, wie sie auch in Lauenburg getestet werden sollen, ein Potenzial. Nur diese müssten dann auch dem Land eingesetzt werden und nicht als Konkurrenz zum ÖPNV in der Großstadt wie es derzeit in Hamburg vorbereitet werde.

Durch seine viele Bus- und Bahnfahrerei ist Lunau nebenbei zu einem Experten geworden. „Wenn du so häufig im Bus sitzt, machst du nicht nur deine Erfahrungen, sondern kommst auch mit dem einen oder anderen Fahrer oder Mitarbeiter ins Gespräch“, sagt Lunau. Und auch der Politik ist Lunaus Engagement und Wissen nicht verborgen geblieben. „Irgendwann haben mich in Börnsen mal die Grünen angesprochen“, sagt Lunau. Das sei allerdings wegen seines Engagements für ein Baugebiet gewesen.

Bahncard – ganz andere Dimension

Inzwischen in ist er nicht nur in seinem Heimatort aktiv, sondern auch auf Landes- und Bundesebene. So ist er einer der beiden Sprecher der Landesarbeitsgruppe Verkehr der Grünen in Schleswig-Holstein und auch in Gremien auf Bundesebene dabei.

Nachdem er früher als Ergänzung zu seinen HVV-Abo für längere Strecken in der Regel mit Einzeltickets Bahn gefahren sei, habe er sich dann vor einem Jahr für eine Bahncard 100, also quasi die Flatrate, entschieden. „Das ist einfach noch einmal eine ganz andere Dimension“, sagt Lunau. Denn mit dieser seinen nicht nur alle Züge kostenlos, sondern in 120 Städten bundesweit auch quasi der komplette Stadtverkehr –und damit kaum noch eine Fachveranstaltung bundesweit vor ihm sicher.

Holger Marohn

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