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Lauenburg Börteboote machten Zwischenstopp
Lokales Lauenburg Börteboote machten Zwischenstopp
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16:12 06.10.2018
Börteboote fahren dezeit nach Berlin. Holger Bünning ist Initiator des Welterbe-Antrags. Quelle: FOTOS: TIMO JANN
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Geesthacht

Mit neun Börtebooten sind gut 20 Helgoländer derzeit von der deutschen Hochseeinsel auf dem Weg nach Berlin. Einen Stopp am Menzer-Werft-Platz nutzten sie zum Treff mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann, der Maritimer Koordinator der Bundesregierung ist. Ziel der Helgoländer ist es, in Berlin für ihren Antrag zur Aufnahme als UNESCO-Weltkulturerbe zu werben.

„Eine Fahrt im Binnengewässer und dann noch geschleust zu werden ist für uns eine ganz neue Erfahrung“, sagte Rainer Hatecke, Vorsitzender des Vereins zum Erhalt der Helgoländer Börteboote. Mit den Booten werden die Passagiere der Seebäderschiffe von der Reede an Land und nach ihrem Insel-Aufenthalt zurück an Bord gebracht. Auch Fischer nutzen die Börteboote. „Mein Opa hat etwa 80 Prozent der Boote gebaut“, sagte Hatecke beim Zwischenstopp in Geesthacht.

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Doch die Tradition der Börteboote ist gefährdet. Neubauten der Touristenschiffe haben die nötige Genehmigung zum Ausbooten nicht mehr bekommen, der Katamaran aus Hamburg legt sowieso direkt im Hafen an. „Bei uns wären durch ein Aus der Tradition 30 Arbeitsplätze gefährdet. Wenn man das auf Hamburgs Hafen hochrechnen würde, wären das 24 000 Jobs. Was da wohl los wäre, wenn die wegzufallen drohten“, meint Holger Bünning, Initiator für den UNESCO-Antrag. Das Land setzte die Börteboote in ihrer Vorschlagsliste auf Platz 1. Darauf hoffen die Helgoländer auch in Berlin. „Die maritime Wirtschaft ist unglaublich vielfältig, dazu gehören auch die Börteboote, die außerdem ein Stück Kultur darstellen“, so Brackmann. Er setzt sich für die Helgoländer Spezialität ein und besorgte für die Boote einen Liegeplatz am Kanzleramt. „Helgoland ohne Börteboote wäre wie Venedig ohne Gondeln“, sagt Hatecke. Die Bootsbesitzer haben sich bereits Alternativen überlegt und bieten Rundfahrten und einen Shuttle zum Kegelrobben-Gucken auf der vorgelagerten Düne an. „Auch Passagiere von Kreuzfahrern, die vor Helgoland ankern, werden gefahren“, erklärt Bernhard Wellnitz, Brückenkapitän von Helgoland. Bünning: „Es gilt, die Tradition zu bewahren.“

Am Mittwoch wollen die Besatzungen mit den Booten in Berlin festmachen. Sie sind guter Dinge, ein deutliches Zeichen für die alte Tradition setzen zu können, ehe eine Jury über die Vorschlagsliste an die UNESCO entscheiden wird.

Timo Jann

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