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Lauenburg Bombe im Industriegebiet erfolgreich entschärft
Lokales Lauenburg Bombe im Industriegebiet erfolgreich entschärft
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14:05 29.06.2018
Quelle: Timo Jann
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Lauenburg

Noch gut 200 Kilo Sprengstoff, ein empfindlicher Aufschlagzünder und am hinteren Ende schon zersplittert: Mit einer solchen ungewöhnlichen Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg hatte es der Kampfmittelräumdienst am Freitagmittag in Lauenburg zu tun. In der Stadt hielt man den Atem an, als der Blindgänger von 11 Uhr an auf den Söllerwiesen im Industriegebiet am Elbufer entschärft wurde.

Länger als geplant benötigte das Team um Sprengmeister Georg Ocklenburg für die Entschärfung. „Mit Ruhe, Geduld und Erfahrung sowie reichlich Öl zum Lösen des festgerosteten Zünders hat es dann geklappt“, berichtete Sprengmeister Heinz Kollath, der den Zünder aus der Bombe entfernte. „Ich habe ihn Millimeter für Millimeter rausgeschraubt“, so Kollath.

In der Zwischenzeit mussten etwa 700 Menschen die im Sperrradius um den Fundort herum liegenden Betriebe verlassen. Betroffen waren außerdem einige Häuser am Bahnhof. Gesperrt wurden die Bahnstrecke zwischen Lübeck und Lüneburg, die Bundesstraße 209 sowie der Elbe-Lübeck-Kanal. „Wir waren mit gut 30 Einsatzkräften vor Ort“, berichtete Polizeisprecher Holger Meier. „Es gab nur vereinzelt einige Behinderungen“, sagte er.

Um 10.55 Uhr hatte die Entschärfung begonnen, um 11.448 Uhr dann die erlösende Nachricht – alles gut gegangen. „“Es war eine sehr gute Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen und der Kampfmittelräumdienst hatte uns Profis geschickt“,, zog Reingard Nieberg, der Leiter des Lauenburger Stadtentwicklungsamtes, ein Fazit. Es war der erste Bombenfund in Lauenburg. Die Stadt wurde nur einmal 1941 im Bereich des Elektrizitätswerkes an der Palmschleuse bombardiert. Vermutet wird, das der Blindgänger von einem amerikanischen Flugzeug stammt, das sich auf dem Heimweg nach einem Angriff seiner Last befreite.

tja