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Lauenburg Brackmann seit einem Jahr Maritimer Koordinator der Bundesregierung
Lokales Lauenburg Brackmann seit einem Jahr Maritimer Koordinator der Bundesregierung
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15:08 29.04.2019
Norbert Brackmann (CDU) ist Maritimer Koordinator der Bundesregierung und hat sein Büro im Wirtschaftsministerium. Quelle: Lauenburg
Lauenburg/Berlin

Seit fast genau einem Jahr ist Norbert Brackmann (64) Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft. Und nach zwölf Monaten scheint Brackmann in seiner neuen Aufgabe angekommen zu sein.

In der Ecke stehen die Deutschland-Flagge und die Europa-Flagge, an der Wand des Büros hängt ein Bild. Das war’s. „Mein Amtsvorgänger hatte hier lauter Schiffsmodelle stehen“, sagt Brackmann. Das sei ihm zu voll gewesen. „Und ich kann ja nicht nur ein oder zwei Modelle hinstellen, die mir besonders gut gefallen“, sagt Brackmann. Wie sehe das denn aus, wenn dann mal Vertreter einer Werft oder Reederei vorbeikommen, die nicht vertreten sind.

Weltweit unterwegs

Ohnehin sei sein Büro ja vor allem für die Arbeit da, sagt Brackmann. Und davon gibt es viel. Auch wenn sich dank der digitalen Akte längst keine Berge mit Papierakten mehr auf dem Schreibtisch stapeln. Etwas Deko hat sich Brackmann dann doch gegönnt: Eine Grafik des spanisch-katalanischen Malers und Grafikers Joan Miro hängt hinter ihm an der Wand. „Die hatte ich schon beim NDR in meinem Büro“, sagt Brackmann.

Die fehlenden Schiffsmodelle scheinen indes kein Problem zu sein. „Ich bin inzwischen auch in der maritimen Wirtschaft gut vernetzt“, sagt Brackmann, der gerade im Auftrag der Bundesregierung auf der „Seatrade Cruise Global“, der weltgrößten Kreuzfahrtmesse, in Miami weilt und dort auch vor einem internationalen Fachpublikum sprechen wird. Termine wie dieser, wenn vielleicht auch nicht immer so groß, gehören inzwischen zum regelmäßigen Programm des Lauenburgers.

Pendeln zwischen zwei Büros

Zunächst galt es für Brackmann jedoch, in der neuen Aufgabe im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie anzukommen. Er hatte zwar nun rund 1,2 Kilometer von seinem Abgeordnetenbüro zwar ein zusätzliches Büro, aber musste sich erst einmal um Mitarbeiter kümmern. „Letztlich ist auch ein Bundesministerium eine Behörde und da gibt es streng vorgegebene Abläufe“, erzählt Brackmann. Eine Sache, die die Suche für den CDU-Politiker nicht einfacher machte.

Norbert Brackmann (CDU) ist Maritimer Koordinator der Bundesregierung und hat sein Büro im Wirtschaftsministerium. Quelle: LB

Seit Mitte April 2018 pendelt Brackmann nun fast täglich zwischen seinen beiden Büros – wenn es die Zeit zulässt, auch gerne mal zu Fuß. Denn eine Sache, die ihm mit dem neuen Job wichtig gewesen sei, sei die Fortführung seiner Wahlkreisarbeit. Auch ein Grund, warum er das erste Angebot von Kanzlerin Angela Merkel als Maritimer Koordinator auf die Regierungsbank zu wechseln, noch abgelehnt habe, so Brackmann.

Wirtschaft begrüßte Brackmanns Berufung

Denn zunächst sollte er wie sein Amtsvorgänger gleichzeitig auch parlamentarischer Staatssekretär im Altmaier-Ministerium werden. „Da wären aber so viele zusätzliche Aufgaben auf mich zugekommen, dass ich mich nicht nur nicht mehr in gewohntem Umfang um meinen Wahlkreis hätte kümmern können, sondern auch nicht, wie ich mir das vorstelle, um die maritime Wirtschaft“, sagt Brackmann. Bei einem zweiten Angebot der Kanzlerin seien seine Kompetenzen dann so sehr beschnitten gewesen, dass er abgelehnt habe. Erst ein drittes habe dann gepasst.

Und so begrüßten dann auch umgehend der Verband Deutscher Reeder (VDR), der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) und der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) die Berufung Brackmanns. Dieser werde der erste Koordinator sein, der sich ausschließlich auf maritime Themen konzentrieren könne und nicht andere Regierungsaufgaben wahrnehmen müsse, ließen sie damals in einer Erklärung verlauten. Mehr als 80 000 Jobs hängen direkt von der maritimen Wirtschaft ab, zahlreiche weitere indirekt.

Auch Ostholsteinerin im Kabinett

Aufgeben musste Brackmann seinen Sitz und damit auch seinen Einfluss als Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Haushaltsausschuss sowie als Berichterstatter für den Etat des Bundesverkehrsministeriums. Für ihn rückte der Ostholsteiner CDU-Politiker Ingo Gädechens nach.

Doch Brackmann ist nicht das einzige Regierungsmitglied aus Schleswig-Holstein im Kabinett Merkel IV. Die Ostholsteinerin SPD-Abgeordnete Bettina Hagedorn ist parlamentarische Staatssekretärin im Finanzministerium von Olaf Scholz.

Bettina Hagedorn ist seit dem Zustandekommen der Großen Koalition Parlamentarische Staatssekretärin im Finanzministerium von Olaf Scholz. Quelle: LB

Ihr Sitz ist ebenfalls gut einen Kilometer vom Reichstag und damit ihrem Abgeordneten-Büro entfernt – nur in genau der entgegengesetzten Himmelsrichtung wie Brackmanns. Ein Porträt über Bettina Hagedorn ist auf LN-Online zu finden.

Holger Marohn

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