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Lauenburg Brackmann setzt auf „Greenshipping“
Lokales Lauenburg Brackmann setzt auf „Greenshipping“
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20:50 12.04.2018
Lauenburg/Berlin

„Ich freue mich schon seit einigen Wochen auf die neue und spannende Aufgabe. Nun kann es losgehen“, sagt Brackmann (CDU). Als Koordinator für die maritime Wirtschaft werde er sich innerhalb der Bundesregierung „um einen der wichtigsten Wirtschaftsbereiche Deutschlands kümmern“. Nach Berechnungen der Bundesmarine sind allein 2800 Unternehmen direkt mit der maritimen Wirtschaft in Deutschland verbunden. Die Flotte Deutscher Reeder sei so groß, dass sie hinter Griechenland, Japan und China den vierten Rang einnehme. Zugleich führe die am meisten befahrene Wasserstraße der Welt, der Nord-Ostsee-Kanal, mitten durch Schleswig Holstein. Durch ihn fuhren im vergangenen Jahr über 43000 Schiffe und damit 1,5 Mal mehr, als durch den Suez- und Panamakanal zusammen.

Mehr als 80000 Jobs hängen in Deutschland direkt von der maritimen Wirtschaft ab, hat die Bundesmarine ermittelt, indirekt sollen es sogar 400000 sein. Sich für diesen Wirtschaftsbereich einzusetzen ist die neue Aufgabe des Lauenburgers Norbert Brackmann. Und der gibt Gas.

„Ein Ziel ist, die Schifffahrt zu einem der umwelt- freundlichsten Verkehrs- träger zu machen.Norbert Brackmann,

seit gestern Maritimer Koordinator der

Bundesregierung

Mit Brackmann ist nun erstmals jemand für die maritimen Interessen verantwortlich, der aus dem Land zwischen den Meeren kommt, die dieser Kanal verbindet. „Die Menschen sind nicht nur in den großen Werften und Seehäfen beschäftigt, sondern auch in der Offshore-Windkraft, den Binnenhäfen und kleinen Werften, der Zulieferindustrie, in der See- und Binnenschifffahrt, in den vielen kleinen und mittleren Unternehmen“, sagt Brackmann. Zusammen erwirtschafte die Branche jährlich einen Umsatz von 50 Milliarden Euro.

Als eines seiner Ziele nennt Brackmann das „Greenshipping“. „In den nächsten Jahren gilt es, die See- und Binnenschifffahrt zu einem der umweltfreundlichsten Verkehrsträger zu machen“, so Brackmann.

Dafür brauche es die konsequente Einführung umweltfreundlicher Kraftstoffe wie LNG sowie die dafür nötige Infrastruktur. „Dann werden Reeder auch ihre Schiffsflotten umrüsten“, sagt der neue Koordinator. Seine erste Dienstreise werde daher gemeinsam mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nach Rotterdam gehen. Der dortige LNG-Terminal für Gastanker könnte zum Vorbild für ein entsprechendes Projekt in Deutschland werden – genauer gesagt in Brunsbüttel.

Aus der Wirtschaft gibt es jede Menge Vorschusslorbeeren für Brackmann. In einer gemeinsamen Pressemitteilung begrüßen der Verband Deutscher Reeder (VDR), der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) und der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) die Ernennung des Lauenburgers. „Die maritime Wirtschaft steht im harten internationalen Wettbewerb“, sagt Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VDR. Mit Norbert Brackmann werde sich ein „erfahrener, sehr gut vernetzter und durchsetzungsstarker Haushaltspolitiker aus dem Norden der maritimen Herausforderungen annehmen“. Und auch aus den anderen Verbänden gibt es optimistische Töne: „Die Ernennung von Norbert Brackmann ist ein starkes Zeichen für die maritime Wirtschaft am Standort Deutschland“, sagt Reinhard Lüken (VSM). Daniel Hosseus (ZDS) erwartet, dass es Brackmann „im Zusammenspiel mit der neuen Bundesregierung und dem Bundestag gelingen sollte, eine ehrgeizige und zukunftsorientierte maritime Politik zu gestalten“.

Übereinstimmend begrüßen die Vertreter, dass Brackmann der erste Koordinator sein werde, der sich „ausschließlich auf maritime Themen konzentrieren kann und nicht andere Regierungsaufgaben wahrnehmen muss“.

Vorgänger im Amt

Der Maritime Koordinator ist Mitglied der Bundesregierung und gehört wie die Staatssekretäre zur Leitungsebene des Bundeswirtschaftsministeriums. Er soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit des maritimen Standortes Deutschland stärken.

Zudem ist er Ansprechpartner für die Vielzahl an Teilbranchen von der Schiffbauzulieferindustrie, Offshore-Windindustrie, Schifffahrt, Häfen bis hin zur Meerestechnik, die nicht über einen Dachverband, sondern über verschiedene Einzelverbände repräsentiert sind.

Bundeskanzler Gerhard Schröder ernannte den Axel Gerlach (parteilos) aus Bremen 2000 zum ersten Koordinator. Ihm folgte der gebürtige Hamelner Georg Wilhelm Adamowitsch (SPD) von 2002 bis 2005. Er führte das Amt neben seinem verbeamteten Staatssekretärsposten aus.

Erste Frau in dem Amt wurde die gebürtige Nürnbergerin und ehemalige Miss Germany Dagmar Wöhrl. Die CSU-Politikerin war parallel parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium.

Hans-Joachim Otto (FDP) aus Heidelberg war von 2009 bis 2013 Maritimer Koordinator unter Schwarz- Gelb. Mit dem Bremer Uwe Beckmeyer (SPD) übernahm 2013 erneut ein Nordlicht das Amt. Wie viele seiner Vorgänger war er ebenfalls Staatssekretär – im Wirtschaftsministerium.

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