Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Brandstiftung mit Benzin in Schwarzenbeker Hochhaus
Lokales Lauenburg Brandstiftung mit Benzin in Schwarzenbeker Hochhaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:27 25.04.2018
Nachdem Unbekannte in einem Hochhaus einen Benzinkanister angezündet hatten, lief in Schwarzenbek ein Großeinsatz an.
Nachdem Unbekannte in einem Hochhaus einen Benzinkanister angezündet hatten, lief in Schwarzenbek ein Großeinsatz an. Quelle: Timo Jann
Anzeige
Schwarzenbek

„Wer tut denn sowas, das ist doch Wahnsinn!“ Geschockt steht ein Bewohner des Hochhauses am Verbrüderungsring<TH>3 vor dem Haus mit 55 Wohnungen. Drinnen löschen Feuerwehrleute einen Brand im fünften Obergeschoss, belüften die Etage. Unbekannte hatten auf einer Fußmatte vor der Wohnungstür eines Mannes einen gefüllten Benzinkanister angezündet. Die Polizei sicherte Spuren und ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.

Sechs Wohnungen mit insgesamt 130 Bewohnern

Um 2.17 Uhr hatte die Leitstelle die Feuerwehr alarmiert. „Zum Glück wurden Anwohner durch ausgelöste Rauchwarnmelder frühzeitig auf den Brand aufmerksam, so dass Schlimmeres durch unseren schnellen Einsatz verhindert werden konnte“, erklärte Feuerwehrchef Thorsten Bettin. In dem Haus leben etwa 130 Menschen, allein auf der betroffenen Etage gibt es sechs Wohnungen. Eine Frau aus dem fünften Obergeschoss war durch einen piependen Rauchmelder im Flur aufgewacht, schaute nach und entdeckte den Brand. Sofort forderte sie die Feuerwehr an. Bettin: „Aufgrund des besonderen Objekts rückten wir mit einem Großaufgebot an.“ Auch der Rettungsdienst schickte vorsorglich zahlreiche Einsatzkräfte, verletzt wurde aber niemand.

Benzinkanister angezündet

Auf der Fußmatte einer der Wohnungen, die nach Polizeiangaben ein Mann alleine bewohnt, brannte ein 5-Liter-Kanister aus Kunststoff, der mit Benzin gefüllt war und auf dem etwas angezündet wurde. Die Reste des Kanisters stellten Polizisten ebenso zur Spurensicherung sicher wie die Fußmatte. Das Feuer beschädigte zwar die Wohnungstür, diese hielt den Flammen aber glücklicherweise stand. Die Polizei versucht jetzt, mögliche Hintergründe der Brandstiftung zu ermitteln. Wahrscheinlich wollten sich der oder die Täter an dem Mieter der Wohnung für irgendetwas rächen, vermuten Nachbarn, die aus Angst ihre Namen nicht nennen möchten. Vergangenes Jahr hatte auf dem Parkplatz vor dem Haus bereits ein Auto nach einer Brandstiftung gebrannt.

„Das hätte hier heute eine äußerst dramatische Lage werden können, dann wäre das hier ganz anders ausgegangen“, so Bettin. Zumal die Feuerwehr draußen auf der ausgewiesenen Feuerwehrzufahrt die Drehleiter nicht in Stellung bringen konnte. Erst hatte der Fahrer Mühe, wegen eines falsch geparkten Wohnmobils überhaupt einfahren zu können, dann ging es auf dem aufgeweichten Weg nicht weiter. „Erde und Rasen sind offenbar aufgrund mangelnder Pflege durch die ausgelegten Rasengittersteine gewachsen. Durch den Regen war alles so aufgeweicht, dass wir die Drehleiter dort nicht an den Aufstellplatz fahren konnten“, berichtete Bettin. Bei einem größeren Brand wäre so auf der Rückseite für eingeschlossene Bewohner kaum eine Rettung möglich gewesen. Verantwortlich für eine funktionsfähige Feuerwehrzufahrt ist die Hausverwaltung.

Nach der Belüftung des betroffenen Stockwerks konnten die Retter nach einer Stunde wieder einrücken und die Bewohner in ihre Wohnungen zurückkehren.