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Lauenburg Buch aus Aumühle über die Pestalozzi-Stiftung
Lokales Lauenburg Buch aus Aumühle über die Pestalozzi-Stiftung
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22:18 07.01.2015
„Von 1937 bis 1943 habe ich im Pestalozzi-Heim in Wohldorf eine wunderschöne Jugend verbracht.“  Karlheinz Reher, Autor
„Von 1937 bis 1943 habe ich im Pestalozzi-Heim in Wohldorf eine wunderschöne Jugend verbracht.“ Karlheinz Reher, Autor
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Aumühle

Nach zwei kleineren Broschüren hat Karlheinz Reher (87) aus Aumühle sein erstes Buch veröffentlicht. Das Werk mit dem Titel „Im Strom der Zeit“ war eine Auftragsarbeit der Pestalozzi-Stiftung.

Der ehemalige Diplom-Volkswirt wohnt seit 1969 mit seiner Frau in der Sachsenwaldgemeinde. Als Kind hat er zehn Jahre in einem Pestalozzi-Heim in Wohldorf verbracht. Das Buch schildert, wie die Stiftung von 1847 bis 2014 gearbeitet hat. „Eine Zukunft für Kinder aus verarmten und verrohten Verhältnissen schaffen“ — das war der Auftrag, den sich die Pestalozzi-Stiftung bei ihrer Gründung auf die Fahnen geschrieben hatte. Mitglieder der „Loge zur Bürgertreue an der Elbe“ hatten die Stiftung anlässlich des 100. Geburtstages von Johann Heinrich Pestalozzi, einem großen Pädagogen, ins Leben gerufen. In den folgenden Jahren entstanden Heime, die 50 bis 100 bedürftigen Kindern eine liebevolle Erziehung und eine fundierte Schulbildung ermöglichten. Das erste Haus wurde 1847 in Billwärder eröffnete, weitere Häuser in Barmbek, Volksdorf und Wohldorf folgten.

Das Buch dokumentiert erstmals die wechselvolle Geschichte einer Stiftung, die für die Geschicke der Hamburger Jugendfürsorge von maßgeblicher Bedeutung war. Es erzählt ausführlich über die Geschichte der Stiftung, aber auch von Leben und Alltag in den Heimen und geht detailliert auf Widrigkeiten ein, denen die Pestalozzi-Stiftung Hamburg im Verlauf der 166 Jahre standhalten musste.

Heute betreut die Stiftung mit 320 Mitarbeitern rund 1000 Kinder und Jugendliche, darunter auch 100 Behinderte. Sie ist dem Diakonischen Werk angeschlossen.

Der Autor Karlheinz Reher hat 1937 bis 1942 zusammen mit 42 Kindern im Pestalozzi-Heim in Wohldorf/Hamburg gelebt und nach eigenen Worten eine wunderschöne Jugend verbracht. „Ein Freund aus jenen Tagen erzählte mir eines Tages, dass in Wohldorf alte Akten lagerten, die vor dem Reißwolf bewahrt werden müssten. Das weckte mein Interesse“, sagt Reher, der im Sommer 2009 mit der Arbeit an dem Buch begann.

Der Aumühler, der auch als Journalist gearbeitet hat, baute ein Archiv für die diversen Heime auf und sammelte dabei mehr und mehr Stoff für eine Publikation. So entstand das vorliegende Buch über einen speziellen Teil Hamburger Geschichte.

„Im Strom der Zeit“, die Geschichte der Pestalozzi-Stiftung Hamburg 1847-2014, Christians Verlag, 358 Seiten, ISBN 978-3-939969-07-5, 28 Euro.

Silke Geercken