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Lauenburg Ratzeburger Wahlkampf in den sozialen Medien
Lokales Lauenburg Ratzeburger Wahlkampf in den sozialen Medien
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19:07 25.03.2019
Im Vergleich: Ratzeburgs Bürgermeisterkandidaten Gunnar Koech und Manfred Börner. Quelle: Fabian Boerger
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Ratzeburg

Der Ratzeburger Wahlkampf zur Bürgermeisterwahl macht es deutlich: An der Darstellung über Social Media, und sei es nur bei eine Bürgermeisterwahl, kommen Politiker schon lange nicht mehr vorbei. Dafür spricht die hohe Zahl der Interaktionen mit potenziellen Wählern, die sich heute erzielen lassen.

So haben auch die Kandidaten für die Stichwahl am kommenden Sonntag, Manfred Börner und Gunnar Koech, in den vergangenen Wochen ihre Thesen und Aktivitäten rege auf Facebook verbreitet. Zaghaft haben die Kandidaten sich auch an YouTube und Instagram gewagt. Wir haben ihre Aktivität, die Zahl der Abonnenten sowie Optik und Funktionalität ihrer Homepages verglichen.

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Der Social Media Auftritt: Brav aber strukturiert

Über die Homepage geht es zu den Social Media Kanälen der Kandidaten. Quelle: Florian Grombein

Auf Börners Seite www.boerner-rz.de werden die Besucher nur zu Facebook, nicht zu Instagram oder YouTube geleitet. Die Buttons dafür sind schnell zu finden und nicht zu übersehen. Wer auch bei Instagram sucht, findet „boernermanfred“ jedoch trotzdem. Eingerichtet wurde das Profil erst am 28. Februar und es gibt lediglich sechs Beiträge. Immerhin 69 Abonnenten konnte er in dieser Zeit gewinnen. Der YouTube-Kanal von Börner weist nur fünf Abonnenten auf, dafür wird das Videoangebot dort aber im Vergleich zu Facebook, um zwei weitere Clips ergänzt.

Die Homepage des SPD-Kandidaten kommt im Vergleich zu der Homepage von Gunnar Koech etwas brav daher. Keine aufwendigen und angesagten Scrolling-Effekte erwarten die Besucher. Doch dafür ist sie auch klarer strukturiert - vor allem, was die Inhalte seiner politischen Aussagen betrifft. Börner hat im Gegensatz zu Koech zumindest formal einen Blog: Doch dort werden im Wesentlichen die Inhalte dargeboten, die auch auf Facebook verbreitet wurden.

Für den Wahlkampf in Form gebracht

Die Startseite von Gunnar Koechs Homepage. Quelle: Florian Grombein

Was die Inhalte und Auswahlpunkte betrifft, wirkt die Seite www.gunnar-koech.de etwas überfrachtet. Zehn Menüpunkte bietet Koech ganz oben auf seiner Startseite. Börner kommt mit kompakten vier Reitern aus: aktuelles, Termine, zur Person, Themen. Die Seite von Koech ist moderner gestaltet und punktet mit visuellen Reizen. Viele Fotos, Animationen und moderne Schrifttypen. Koech lenkt die Besucher im Gegensatz zu Börner jedoch in alle seine Social Media Kanäle: Facebook (256 Abonnenten), Instagram (seit Gründung am 18. Februar 9 Beiträge, 147 Abonnenten) und YouTube (5 Videos, 10 Abonnenten).

Bei Instagram und YouTube hat Koech also mehr Menschen erreicht, wobei die vergleichsweise geringe Zahl der Fans bei beiden davon zeugt, dass sie Social Media erst für den Wahlkampf so richtig in Schwung gebracht haben. Diese Auswertung bezieht sich dabei nur auf die Wahlkampfprofile der Kandidaten. Die privaten Accounts wurden nicht betrachtet.

Mehr zum Thema: Weitere Beiträge zur Bürgermeisterwahl in Ratzeburg lesen Sie hier.

34 000 Aufrufe von Koechs Videos

Was die Anzahl der persönlichen Stellungnahmen in Videos betrifft, ist Koech wesentlich aktiver. Auf seinem Facebook Profil sind sechs Videos zu sehen, in denen er sich verschiedenen Themen widmet. Das erfolgreichste Video über Kinder und Jugendliche (Skaterbahn) in Ratzeburg erreichte dabei weit über 9000 Aufrufe. Insgesamt erzielte Koech über seine Videos etwa stattliche 34 000 Aufrufe. Und Koech gibt etwas aus seinem Privatleben preis, denn er zeigt auf der Einstiegsseite ein Foto seiner Familie, worauf Börner verzichtet.

Auch Börner zeigt sich auf seinem Facebook Profil im Bewegtbild. In dem einzigen Film geht es dabei über weite Strecken um seine sportlichen Aktivitäten und seine Liebe zur Natur. Der Zuschauer sieht ihn joggen oder als Mitglied des Ratzeburger Ruderklubs auf dem Wasser dahingleiten. Beim Sprechen wirkt er etwas statisch. Immerhin fast 6000 Mal wurde das Video aufgerufen.

Die Kandidaten: keine routinierte Moderatoren

Die Videos von Koech haben einen einheitlichen Stil, was die eingeblendeten Schrifttypen und Effekte betrifft. Koech ist bei seinen Statements meist in Bewegung. Routinierte Moderatoren sind weder der Kaufmann noch der ehemalige Polizist – während Koech durch das Gehen beim Sprechen an Dynamik gewinnt und durch direkte Ansprache etwas lockerer wirkt, lässt sich Börner in Action beim Sport filmen.

Was die Zahl der Fans bei Facebook betrifft, hat Manfred Börner jedoch die Nase klar vorne. Er hat mit 445 Abonnenten fast doppelt so viele wie Koech (256). Insgesamt sind beide Kandidaten rege im Bereich Social Media unterwegs. 34 Posts wurden vom 1. bis 21. März auf dem Facebookprofil von Börner abgesetzt. Nicht schlechter steht Koech in diesem Zeitraum mit 28 Posts da (Stand: 21. März). Die bloße Anzahl sagt dabei kaum etwas über die Qualität der Inhalte aus. Beide Kandidaten verlinken entweder zu Presseberichten über ihre Veranstaltungen, reagieren auf aktuelle politische Diskussionen oder werben für ihre eigenen Wahlkampfveranstaltungen.

Präsenz in sozialen Netzwerken eher dürftig

Fazit: Börner hat bei Facebook deutlich mehr Fans. Koech punktet jedoch mit der respektablen Zahl von Aufrufen bei seinen zahlreichen Videos. Gemessen an der Einwohnerzahl von etwa 15 000 Einwohnern sind die Erfolge bei beiden Kandidaten in sozialen Medien jedoch vergleichsweise dürftig. Die jüngere Generation tummelt sich überdies nicht mehr auf Facebook, sondern etwa auf Instagram oder Snapchat. Diese Altersgruppe erreichen die Kandidaten also kaum. Während Koech auf der Homepage das modernere Design wählt, punktet Börner mit klarer Struktur.

Florian Grombein

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