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Lauenburg Bürgerverein will Auflösung beantragen
Lokales Lauenburg Bürgerverein will Auflösung beantragen
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13:57 11.02.2019
Eine Spende gab es auch für die DLRG Ratzeburg: Tabea Schudde und Malte Allrich nahmen den Scheck von Andreas Brandt (rechts) entgegen. Quelle: Thomas Biller
Ratzeburg

So mancher hatte bis zum Schluss gehofft und auch das öffentliche Interesse war groß bei der lange angekündigten Jahreshauptversammlung des Traditionsvereins. Aber, wie vom bislang amtierenden Vorstand erwartet und befürchtet, konnten die Vorstandsposten nicht neu besetzt werden. Während des etwa einjährigen Auflösungsverfahrens bleibt dem Verein die Hoffnung, noch Mitglieder für die Vorstandsarbeit zu finden und so die Auflösung abzuwenden.

Darauf zielte bei den Wahlen auch der unerwartete Vorschlag aus den Reihen der Mitglieder, Gunnar Koech in den Vorstand zu wählen. Koech, einer von fünf Kandidaten für die Wahl zum Bürgermeister der Inselstadt am 10. März, erklärte spontan: „Wenn ich die Wahl zum Bürgermeister gewinne, mache ich das auf jeden Fall, ansonsten muss ich noch einmal tief in mich gehen.“

Letztlich blieben die Wahlen zu einem neuen Vorstand in dieser vermeintlich letzten Jahreshauptversammlung jedoch ergebnislos. Andreas Brandt führte durch den Abend und blickte auf das vergangene Vereinsjahr zurück. Brandt, der wie die weiteren Mitglieder des Vorstands nicht erneut kandidierte (LN berichteten), warb noch einmal für eine ehrenamtliche Tätigkeit im Vorstand und wies darauf hin, dass die zwei großen Veranstaltungen Bürgerfest und Biermarkt in diesem Jahr bereits organisiert seien und ohne Beteiligung des Bürgervereins stattfinden. „Wir haben viele Gespräche geführt, um Aktive für den Vorstand zu finden. Leider waren alle vergebens“, sagte Andreas Brandt. Für ihn sei es eine „bittere Pille“, dass der Bürgerverein in der Wahrnehmung vieler Menschen nur für das Bürgerfest steht. Brandt: „Der Bürgerverein steht für das Gemeinwesen. Seit 1961 haben wir rund 50 Vereine und Initiativen unterstützt. Und auch heute ist unser Verein richtig gut aufgestellt.“

Es half nichts: Zwei Freiwillige hätten ausgereicht, um einen geschäftsführenden Vorstand zu bilden, aber dazu war niemand bereit. Der vorgeschlagene Gunnar Koech erklärte, er hätte darüber nachgedacht den WIR (Wirtschaftsförderungsverein Inselstadt Ratzeburg e.V.), dessen Vorsitzender er ist, und den Bürgerverein zu „koppeln oder zusammenzuführen; der WIR hat die gleichen Probleme“. Er könne sich mit dem Gedanken anfreunden, „aber nicht heute und hier“, meinte Koech.

Dem Bürgerverein von Ratzeburg und Umgebung e.V. bleibt nach diesem Abend noch etwas Hoffnung. „Ich werde in diesem Jahr meine Kraft noch einsetzen, dass es doch noch mit dem Verein weitergehen kann. Sprechen auch Sie mit den Menschen und mit anderen Vereinen“, schloss Andreas Brandt den offiziellen Teil des Abends.

Dem Ehrenvorsitzenden Volker Wilms oblag es, die Wahlen zu einem neuen Vorstand durchzuführen. „Ich habe über 20 Jahre viel Freude hier in der Stadt gehabt und danke allen für die Zusammenarbeit. Auch ich werde noch alles tun, um den Verein zu retten, das heute hier ist für mich auch nicht ganz einfach“, sagte Wilms. Nachdem sich weder für den ersten noch zweiten Vorsitzenden Freiwillige finden ließen, musste der Tagesordnungspunkt „Wahlen“ ergebnislos geschlossen werden.

Spenden vom Bürgerverein erhielten der Spielmannszug der Ratzeburger Schützengilde, das THW Ratzeburg und die DLRG Ratzeburg. Eine weitere Spende ging an den Verein Jazz in Ratzeburg. Zweckgebunden soll damit ein Konzert mit der Big Band Ribe und einer Jugend – Big Band in der Kirche St. Petri realisiert werden.

Gunnar Koech erklärte in einem Gespräch mit den LN nach der Versammlung, dass er sehr überrascht gewesen sei, für den Vorstand vorgeschlagen zu werden. „Ich war richtig angefasst“, erklärte Koech, „aber man kann nur einen gewissen Grad an Ehrenamt leisten“. Der Bürgermeisterkandidat ist aber überzeugt, dass es lohnt, sich gerade für den Bürgerverein zu engagieren, aber „wenn ich nicht Bürgermeister werde, kann ich das gar nicht leisten“. Koech betonte, dass er die Versammlung des Bürgervereines keinesfalls als Plattform für seinen Wahlkampf gesehen hat oder nutzen wollte, aber zwischen dem Amt des Bürgermeisters und den Zielen des Bürgervereins gebe es keinerlei Interessenskonflikte. Bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit im WIR sei das anders: „Wenn ich Bürgermeister werde, bleibe ich dort Mitglied, werde aber definitiv den Vorsitz abgeben“, so Gunnar Koech.

Thomas Biller

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